Mittwoch, 8. April 2020

Polizei weiter im Einsatz Drohnensichtung am Frankfurter Flughafen  - Betrieb wieder aufgenommen

Drohnen legen Frankfurter Flughafen lahm

Nach einer Drohnensichtung ist am Montagvormittag der Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen eingestellt worden. Es gebe bis auf weiteres keine Freigaben für Starts und Landungen, teilte die Deutsche Flugsicherung (DFS) zu diesem Zeitpunkt per Twitter mit. Gegen Mittag schrieb der Flughafen, es sei erneut zur Sichtung einer Drohne gekommen, die Maßnahmen der Polizei liefen weiter. Mittlerweile ist der Flugbetrieb seit 13 Uhr wieder aufgenommen worden, die Behörden ermittelten weiter.

Zunächst war eine Drohne gegen 11.15 Uhr von einem Piloten im südlichen Bereich des Flughafens gesichtet worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Montagvormittag. Landes- und Bundespolizei suchten nun nach der Drohne, auch ein Hubschrauber sei im Einsatz. Sicherheit gehe vor, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Der Flughafenbetrieb war demnach fast zwei Stunden lahmgelegt. Von der Niederlegung des Betriebs war unter anderem auch die deutsche Fußball-Frauennationalmannschaft betroffen, die auf dem Weg zum Algarve Cup war. Das Team konnte erst mit Verspätung losfliegen.

Erst vor wenigen Wochen hatte der Frankfurter Flughafen seinen Betrieb wegen Drohnengefahr für eine Stunde einstellen müssen. Mehr als 20 Flugzeuge hätten auf andere Flughäfen umgeleitet werden müssen, hatte Fraport am 8. Februar dazu mitgeteilt.

Ministerpräsident Laschet betroffen

Am Montag war auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betroffen. Laschet und ein Großteil seiner Delegation konnten nicht wie geplant gegen Mittag in Frankfurt landen. Sein Flug wurde zunächst nach Köln umgeleitet, wo nachgetankt werden sollte.

Immer wieder kommt es an deutschen Flughäfen zu Zwischenfällen mit Drohnen, die Zahl war aber zuletzt gesunken. Die DFS registrierte vergangenes Jahr 125 Behinderungen, 33 weniger als im Jahr zuvor. 110 Zwischenfälle und damit 88 Prozent wurden in der Nähe von Flughäfen bemerkt. Mit 28 Drohnensichtungen war erneut Frankfurt als größter deutscher Flughafen am häufigsten betroffen. Es folgten Berlin-Tegel (15), München (15) und Düsseldorf (12 Fälle).

Als Behinderung wird bereits die Sichtung einer Drohne durch einen Piloten gewertet, der dadurch abgelenkt sein könnte. Zur Sperrung eines Flughafens kommt es hingegen seltener, wenn Drohnen direkt am Flughafengelände gesichtet und von den Lotsen als Gefahr für den laufenden Betrieb eingeschätzt werden. Laut DFS war das im vergangenen Jahr zweimal in Frankfurt sowie je einmal in Stuttgart und Berlin-Tegel der Fall. In London hatten Ende 2018 Drohnenflüge über mehrere Tage den Flugverkehr am Flughafen Gatwick gestört und zu erheblichen Behinderungen geführt.

In Deutschland sind Drohnenflüge in der Nähe von Start- und Landebereichen von Flughäfen verboten - es muss mindestens ein Abstand von 1,5 Kilometern gehalten werden.

dpa/akn

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