Mittwoch, 18. September 2019

Avantgardistisches Flugzeugkonzept Sitzen wir bald beim Fliegen in der Tragfläche?

Flying V: Avantgardistischer Traum vom Fliegen
KLM

Neue, immer energiesparendere Flugzeugkonzepte sind das täglich Brot von Flugzeugentwicklern. An der Technischen Universität Delft in den Niederlanden wird aktuell jedoch an einem Projekt gearbeitet, das schon von seiner Form her aus dem Gros der Modelle herausragt. Anders als bei herkömmlichen Flugzeugen sind beim "Flying V" Passagiere, Kerosintanks und Ladung nämlich in den Flügeln untergebracht.

Die Idee für das Flugzeug stammt von dem Deutschen Justus Benad, einem Studenten der TU Berlin, der das Flugzeug während eines Praktikums bei Airbus entwickelte, wie eine Sprecherin der Universität Delft gegenüber manager magazin online erläuterte. Der Flugzeugbauer hat sich auch das Patent an dem Flieger gesichert. Ein erstes motorloses Modell, mit dem die Aerodynamik getestet wurde, hob bereits 2014 ab.

Werbevideo von KLM und der Uni Delft

Video abspielen
Bild: KLM

Mittlerweile - nach einigen Designänderungen - ist das Projekt deutlich weiter. So weit, dass die niederländische Fluggesellschaft KLM die Erforschung des neuen Flugzeugtyps an der Uni Delft fördert.

Für die Airline hat das neue Konzept aus mehrfacher Sicht Charme. Neben dem PR-Effekt ist es besonders das energiesparende Design, das die Airline anziehen dürfte. Denn bei gleichem Fassungsvermögen an Passagieren wie beim A350 (314 Personen in der Standardkonfiguration und 160 Kubikmeter Ladevolumen) ist der Flieger den Angaben zufolge deutlich kleiner als der A350 - und hat daher deutlich weniger Luftwiderstand. Was wiederum zu einer Einsparung von 20 Prozent des üblichen Kerosinverbrauchs führen soll.

Die Spannweite des Fliegers soll dabei den Angaben zufolge dem des Airbus 350 entsprechen. Sodass der Flieger - so er jemals in Originalgröße Realität wird - in entsprechende Hangare passen würde.

Aktuell arbeiten die Wissenschaftler an einem 2,5 Meter langen Modell, das im Herbst bei einer Veranstaltung anlässlich des 100-jährigen Bestehens von KLM gezeigt werden soll. Dabei soll auch ein Modell der Innengestaltung der Tragflächen präsentiert werden

Ob das avantgardistische Flugzeug jemals abheben wird, ist indes ungewiss. "Das könnten nur Flugzeugbauer wie Airbus oder Boeing übernehmen", räumte die Universitätssprecherin ein. "Aber ein vielversprechendes Design ist es allemal."

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung