Montag, 18. November 2019

Flugzzeugsitz-Hersteller Recaro will Umsatz steil steigern

Neue Flugzeugsitze: Komfort auf kleinstem Raum
Recaro Aircraft Seating

Der Flugzeugsitz-Hersteller Recaro will in den kommenden vier Jahren seinen Umsatz fast verdoppeln. Vor allem neue Produkte für die Business-Klasse sollen das Geschäft beflügeln. Für Übernahmen sind die Schwaben offen, sagt Recaro-Chef Hiller.

Frankfurt am Mai - Der Flugzeugsitz-Hersteller Recaro spielt den Kauf von Teilen seines US-Konkurrenten B/E Aerospace durch. "Wir schauen uns das an", sagte Recaro-Chef Mark Hiller in Frankfurt. Auch darüber hinaus suche das Familienunternehmen den Markt nach Übernahmezielen ab.

Der in Florida ansässige Marktriese B/E Aerospace hatte zuvor angekündigt, die bisherige Unternehmensstruktur auf den Prüfstand zu stellen und neue Möglichkeiten für die Zukunft auszuloten. Dazu gehören unter anderem ein Verkauf oder die Abspaltung einzelner Geschäfte.

Hiller wollte nicht sagen, welche Sparten besonders interessant wären für Recaro. In der Branche sind die Marktanteile bereits verteilt: Das Führungstrio aus B/E, der französischen Zodiac und Recaro Aicraft Seating stellen 85 Prozent aller Flugzeugsitze her.

Große Schritte am Kapitalmarkt plant die Firma - auch im Fall einer Übernahme - nicht. Recaro arbeite mit drei Hausbanken zusammen, die Kredite stellten, sagte Hiller. "Wir sind solide finanziert."

Wachsen will der Mittelständler mit knapp 2000 Mitarbeitern auch ohne Übernahmen: Bis 2018 soll der Umsatz sich auf 600 Millionen nahezu verdoppeln von 340 Millionen Euro im vorigen Jahr. Rückenwind erhofft sich das Management vor allem von einem besonders leichten Business-Class-Sessel sowie neuen Economy-Sitzen, die ab Werk über Halterungen für Tablet-Computer verfügen.

In der Holzklasse ist die Firma Weltmarktführer - jeder dritte Economy-Sitz kommt von Recaro. Bei der Lufthansa sind Sitze aus Schwäbisch Hall auf Kurz- und Mittelstrecken-Flügen Standard. Auch in den neuen Lufthansa-Langstrecken-Jumbos 747-8 von Boeing ist Recaro vertreten.

Die Firma gehört zum über 100 Jahre alten Traditionsunternehmen Recaro aus Stuttgart. Bekannt geworden sind die Schwaben mit ihren Auto-Sportsitzen. Die Autositzsparte wurde allerdings 2011 an den US-Zulieferer Johnson Controls verkauft.

rei/rtr

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