Samstag, 20. Juli 2019

Französische Staatsbahn investiert in Flixbus-Konkurrenz Flixbus will Eurolines schlucken

FlixBus auf Wachstumskurs: Übernahme von Eurolines geplant

Das Fernbusunternehmen Flixbus will sein Angebot in Europa ausweiten und plant die Übernahme von Eurolines, dem Busnetz des französischen Verkehrskonzerns Transdev. Die beiden Unternehmen nehmen exklusive Verkaufsverhandlungen auf, wie es in einer Mitteilung von Flixbus und Transdev am Montag hieß.

Transdev ist mit Eurolines vor allem in Frankreich präsent - dort unter der Marke Isilines - aber auch in den Niederlanden, Belgien, Tschechien und Spanien. Im vergangenen Jahr transportierte der Fernbusanbieter 2,5 Millionen Reisende. Sollte der Kauf zustande kommen, würde Flixbus auch die Marke Isilines übernehmen.

"Mit dieser Integration hätte FlixBus ein noch umfassenderes und vielfältigeres Angebot, um noch mehr Passagiere zu gewinnen. Wir wollen die erste Wahl für Reisende in ganz Europa sein", erklärte Flixbus-Geschäftsführer Jochen Engert. FlixBus transportierte 2018 allein in Deutschland rund 45 Millionen Menschen.

Der private Verkehrsriese Transdev beschäftigt nach eigenen Angaben 82 000 Mitarbeiter weltweit und ist in 20 Ländern tätig. Das Unternehmen betreibt die zweitgrößte Schienenfahrzeugflotte in Deutschland. "Die Entscheidung, exklusive Verhandlungen mit FlixBusüber die mögliche Veräußerung von Eurolines aufzunehmen, steht im Einklang mit dem strategischen Plan von Transdev", erklärte Transdev-Geschäftsführer Thierry Mallet. Der Verkauf würde es dem Unternehmen ermöglichen, die Ressourcen auf den Kern des Geschäfts - wie etwa den öffentlichen Nahverkehr - zu konzentrieren.


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Zuletzt bekam Flixbus in Deutschland Konkurrenz vom Unternehmen Blablabus. Der Ableger der Mitfahrzentrale Blablacar will im Frühjahr die ersten deutschen Städte anfahren. Wie das Unternehmen zudem mitteilte, will Blablabus bis Juni den französischen Flixbus-Rivalen Ouibus von der Staatsbahn SNCF übernehmen. Gleichzeitig investiert SNCF wiederum in Blablacar, hieß es. BlaBlaCar gilt als der führende Anbieter von Mitfahrgelegenheiten in Europa. Das Unternehmen aus Frankreich hatte im Jahr 2015 die deutschen Angebote Mitfahrgelegenheit.de und Mitfahrzentrale.de übernommen.

dpa/afp/akn

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