Entrepreneure des Jahres Ausgezeichnete Unternehmer

Die "Entrepreneure des Jahres" stehen fest: Ernst&Young ehrte herausragende mittelständische Unternehmer, die durch nachhaltiges Wachstum, Innovationskraft und gesellschaftliches Engagement beeindruckten. Unter den Siegern: Die Leica-Retter, zwei Gen-Entschlüssler und ein Naturkost-Pionier.

Frankfurt am Main - Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) würdigt jedes Jahr herausragende Unternehmer als "Entrepreneure des Jahres". Auf der Galaveranstaltung in der Alten Oper Frankfurt wurden am Donnerstagabend die Sieger des Wettbewerbs 2013 geehrt. 58 Firmen hatten sich für die Finalrunde qualifiziert, sechs von ihnen wurden ausgezeichnet und dürfen nun den Titel "Entrepreneur des Jahres 2013" führen.

Neben nachhaltigem Wirtschaften zeichnen sich die Preisträger durch innovative Technologien und starke Kundenbindung aus. Zudem sind sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und engagieren sich in sozialen Projekten.

Die Entrepreneure des Jahres 2013 sind:

• Kategorie Investitionsgüterindustrie: Michael Marhofer, ifm electronic gmbh. Mit mehr als 100.000 Kunden in 70 Ländern sorgt das Familienunternehmen für Optimierung technischer Abläufe und gilt als Weltmarktführer für Sensoren.

• Kategorie Konsumgüterindustrie: Andreas Kaufmann und Alfred Schopf, Leica Camera AG. Seit 1913 baut Leica einzigartige Kameras für anspruchsvolle Fotografen. Heute ist Leica ein Premiumhersteller, der den Sprung von der analogen zur digitalen Fotografie gemeistert hat.

• Kategorie Dienstleistung: Alfred Keschtges und Kai F. Wißler, invenio Group. 1986 als Konstruktionsbüro gegründet, ist invenio heute ein branchenübergreifend tätiger Full-Service Engineering- Dienstleister.

• Kategorie Handel: Ulrich Walter, Ulrich Walter GmbH. Als einer der ersten in der Bio-Branche hat Ulrich Walter mit ökologischer Weitsicht den Marktführer für Tee, Kaffee und Gewürze in Bio-Qualität geschaffen.

• Kategorie Informations- und Kommunikationstechnologie/Medien: Peter Samuelsen, Thomas Köhler und Stefan Grieben, novomind AG. Der Softwaredienstleister zählt in den Bereichen E-Communication, E-Commerce und Marktplatzintegration zu den Technologieführern in Europa.

• Kategorie Start-up: Saskia Biskup und Dirk Biskup, CeGaT GmbH. CeGaT hat sich auf die molekulargenetische Diagnostik von Erbkrankheiten spezialisiert und revolutionierte die Entschlüsselung von Erbinformation und deren Interpretation.

Leica Camera AG: Leica-Retter Alfred Schopf und Andreas Kaufmann

Entrepreneure des Jahres: Leica-Retter Alfred Schopf (links) und Andreas Kaufmann (rechts). Der ehemalige Waldorflehrer Kaufmann führte den legendären Kamerahersteller gemeinsam mit Schopf zurück in die Profitabilität

Entrepreneure des Jahres: Leica-Retter Alfred Schopf (links) und Andreas Kaufmann (rechts). Der ehemalige Waldorflehrer Kaufmann führte den legendären Kamerahersteller gemeinsam mit Schopf zurück in die Profitabilität

Foto: PR / EY

Als Kaufmann 2005 bei Leica die Mehrheit und den Aufsichtsratvorsitz übernimmt, hätte er arm werden können. Das Traditionshaus ist so gut wie bankrott. Während Canon, Nikon und Sony in immer kürzeren Abständen immer höher entwickelte Geräte auf den Markt werfen, werden bei Leica Kameras für die Ewigkeit gebaut. Der Zug der Digitalisierung scheint abgefahren, Leica gilt als Dinosaurier.

Aber der Spross einer der reichsten Familien Österreichs, einer Papierdynastie, lässt sich von seinem Wagnis nicht abbringen: er steckt Millionen seines Privatvermögens in den heruntergewirtschafteten Betrieb. "Das war Kamikaze", sagt er heute über seinen damaligen Schritt. Das ist gut nachzuvollziehen: der gebürtige Schwabe hatte keine Management-Erfahrung, unterrichtete bis 2000 an der Waldorf-Schule in Göppingen Geschichte, Gemeinschaftskunde und Deutsch.

Mit Enthusiasmus gelingt es dem "leidenschaftlichen Knipser" aber dennoch das in Gang zu setzen, womit niemand gerechnet hat: den Aufholprozess bei Leica. "Es war wie ein Ritt über den Bodensee", sagt Kaufmann heute über die Sanierung. "Man wusste nicht, ob das gut gehen würde."

Nach sprunghafter Anfangszeit - beinahe jährlich wechselt Kaufmann das Topmanagement und führt Leica selbst für ein Jahr - gelingt der Turnaround: mit der digitalen Leica M8 beginnt die Erholung, mit dem Nachfolgemodell M9 landet man einen Hit. "Die Kamera war auf Monate hinaus ausverkauft. Wir kamen mit dem Produzieren nicht nach", erinnert sich Kaufmann und weiß, dass er diesen Erfolg mitunter einem echten Spezialisten zu verdanken hat, nämlich Alfred Schopf. Als erfahrene Führungskraft in der optischen und optoelektronischen Industrie, unter anderem als Vorstandsvorsitzender beim Marktführer für Filmkameras und Beleuchtungssysteme "ARRI", prägt der gebürtige Schwabe ab 2009 im Aufsichtsrat und ab 2010 als Vorstandsvorsitzender die Geschäftsführung bei Leica.

Schopf ist der erfahrene Gegenpol zu Kaufmann und beiden gelingt ein unvergleichlicher Umbruch. 2009 schafft das Unternehmen den Sprung aus den roten Zahlen, legt von da an ein Rekordjahr nach dem anderen aufs Parkett und findet in 2012 zurück zu altem Glanz.

Außerdem wurden Andreas Kaufmann und Alfred Schopf mit der Leica Camera AG als deutscher Vertreter für den internationalen Wettbewerb "World Entrepreneur of the Year 2014" nominiert. Die Preisverleihung findet am 7. Juni 2014 in Monte Carlo statt.

invenio Group: Alfred Keschtges und Kai F. Wißler bieten Full-Service-Engineering

Entrepreneure des Jahres in der Kategorie Dienstleistung: Die beiden invenio-Lenker Kai Wißler und Alfred Keschtges (r.) setzen auf ganzheitliche Innovation

Entrepreneure des Jahres in der Kategorie Dienstleistung: Die beiden invenio-Lenker Kai Wißler und Alfred Keschtges (r.) setzen auf ganzheitliche Innovation

Foto: EY

"Wie ein Architekt ein Haus plant, so entwickeln wir Teile, Module oder Systeme. Die Form geben die Designer vor und wir entwickeln das Element dann so, dass es produziert werden kann", erzählt Alfred Keschtges über die Abläufe bei invenio. Der Gründer muss es wissen, er hat gelernt, wie aus einer Idee ein Produkt wird. Denn ehe er seine Firma auf die Beine stellen konnte, hatte der heute 65-Jährige einen langen Weg zu gehen: er machte eine Lehre zum Kfz-Mechaniker, studierte Maschinenbau über den zweiten Bildungsweg und arbeitete als Konstrukteur in der Auto-Industrie. 1986 war es dann so weit und Keschtges rief die invenio GmbH in Rüsselsheim ins Leben.

Und zwar ganz nach seiner Überzeugung, eine Firma hochzuziehen, die von exzellenter Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterführung lebt. Die Zahlen - invenio ist derzeit weltweit für rund 1.000 Kunden in allen Entwicklungsschritten von der Konzeption bis hin zur Serienfertigung tätig - sagen, dass das die richtige Strategie war. Der gebürtige Eifler bleibt jedoch bescheiden: "Natürlich freue ich mich über diesen Erfolg. In erster Linie gehört er jedoch den Mitarbeitern. Sie haben den größten Anteil daran."

Heute kümmert sich Keschtges als Aufsichtsratsvorsitzender der 2011 gegründeten invenio AG vorranging um das Auslandsgeschäft. Das jedoch nur, weil er weiß, dass er mit Kai F. Wißler einen Vorstandsvorsitzenden gefunden hat, der ebenbürtig für das nationale Geschäft der Unternehmensgruppe sorgt. Wißler ist 1969 in Freiburg geboren, absolvierte ein Maschinenbau-Studium und kam 1997 nach wissenschaftlicher Karriere an der Universität Stuttgart zu invenio. "Sein unternehmerisches Spitzengefühl, seine Ausdauer und sein Weitblick", so Keschtges, machten ihn nach nur zwei Jahren zum Geschäftsführer, schließlich zum Vorstandsvorsitzenden. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Förderer bildet er heute die Doppelspitze des Unternehmens. Und sie liegen mit ihren Prinzipien auf einer Linie: Kundenfokus, Mitarbeiterführung und soziales Engagement.

Ulrich Walter GmbH: Naturkost-Pionier ist Preisträger in der Kategorie Handel

Entrepreneur des Jahres 2013: Naturkostpionier Ulrich Walter begann mit einem Bioladen. Heute ist die Ulrich Walter GmbH mit der Marke "Lebensbaum" Marktführer für ökologischen Kaffee, Tee und Gewürze

Entrepreneur des Jahres 2013: Naturkostpionier Ulrich Walter begann mit einem Bioladen. Heute ist die Ulrich Walter GmbH mit der Marke "Lebensbaum" Marktführer für ökologischen Kaffee, Tee und Gewürze

Foto: EY

Das Jahr 1979: Ulrich Walter ist ein Kind seiner Zeit. Er trägt einen Wollpulli, lebt mit seiner Frau in einem selbst renovierten Häuslingshaus im niedersächsischen Diepholz, hält sich Schafe, baut Gemüse an, und als der örtliche Bioladen zu schließen droht, übernimmt er ihn. Das damals junge Bio-Sortiment weist für einen Lebensmittelladen jedoch schmerzliche Lücken auf - weder Kaffee, Tee noch Gewürze werden in Bio-Qualität hergestellt. Nicht erhältlich, heißt es.

Also nimmt es der Niedersachse, Jahrgang 1949, selbst in die Hand. Er macht sich auf die Suche nach Erzeugern von Kaffee, Tee, Gewürzen und Kräutern aus kontrolliert-ökologischem Anbau, gründet die Ulrich Walter GmbH und vermarktet die Produkte unter dem Markennamen "Lebensbaum". Kein leichtes Unterfangen in einer Zeit, in der "Bio" allenfalls mit der "Müsli-Generation" assoziiert wird, in der Discounter den deutschen Lebensmittelmarkt stürmen und zudem mit einem Gründer an der Spitze der Firma, der partout zu keinem Kompromiss bereit ist: Ulrich Walter will natürliche Lebensmittel verkaufen, die ökologisch und unter fairen Bedingungen angebaut werden. Nichts anderes!

Ulrich Walter ist ein "Öko" der ersten Stunde. Nur vom Esprit seiner Ideale wird die Geschäftsidee von "Lebensbaum" jedoch nicht getragen. Sein Handwerkszeug als Unternehmer - Soll und Haben, mit Augenmaß wirtschaften, verbindlich sein, Rückschläge wegstecken - gibt ihm eine der damals größten Reedereien, die "Hansa", mit auf den Lebensweg - er lernt den Beruf des Schifffahrts-Kaufmann. Engagement und der entsprechende Zeitgeist kommen hinzu.

Anfang der 80er Jahre reist Ulrich Walter auf der Suche nach Lieferanten um die Welt, organisiert mit Gleichgesinnten in Oberursel bei Frankfurt die erste Biomesse in Deutschland, gibt eine Kundenzeitschrift heraus und ist an der Gründung des ersten Bio-Verbands von Händlern und Herstellern beteiligt. Er ruht nicht. Und so gelingt es ihm, nicht nur eine erste Käufergemeinde für sich zu gewinnen, sondern er fördert das Entstehen eines neuen ganzheitlichen Bewusstseins.

Mit Erfolg für das junge Unternehmen: Binnen weniger Jahre füllen Kaffee, Tee und Gewürze der Marke "Lebensbaum" die Regale nahezu eines jeden Bio-Ladens und der Familienbetrieb reift zu einem mittelständischen Naturkost-Unternehmen heran, das heute rund 120 Mitarbeiter beschäftigt.

ifm electronic: Michael Marhofer führt einen stillen Weltmarktführer

Preisträger: ifm-Chef Michael Marhofer (Mitte) führt einen Hidden Champion in der Automatisierungs- und Sensortechnik (links Moderatorin Stephanie Schoss, rechts Laudator Manfred Wittenstein)

Preisträger: ifm-Chef Michael Marhofer (Mitte) führt einen Hidden Champion in der Automatisierungs- und Sensortechnik (links Moderatorin Stephanie Schoss, rechts Laudator Manfred Wittenstein)

Foto: PR / EY

Ob ein Toaster im bayrischen Straubing das Brot bei Überhitzung auswirft, ein Fahrstuhl in Cleveland das gewünschte Stockwerk erreicht oder eine Überwachungskamera bei einem Einbruch in Neapel Alarm schlägt - die Sensoren, Systeme und Steuerungen der "Ingenieursgemeinschaft für Messtechnik", kurz der ifm, sind dort zu finden, wo gemessen, gesteuert und geregelt werden muss: in der Automobil- und Lebensmittelindustrie sowie im gesamten Maschinen- und Anlagenbau.

Mit mehr als 100.000 Kunden in 70 Ländern sorgt das Essener Familienunternehmen, es wurde 1969 von Robert Buck und Gerd Marhofer gegründet, weltweit für die Optimierung technischer Abläufe und gilt heute als Weltmarktführer für Sensoren. Die Leitlinie der Gründerväter - organisches Wachstum durch finanzielle Unabhängigkeit und Innovation - ist dabei nie aufgegeben worden: ifm electronic ist in zweiter Generation inhabergeführt, fertigt 90 Prozent seiner Produkte in Deutschland und hat alleine für das vergangene Jahr 85 Patentanmeldungen zu verbuchen. Eben: "In Sicherheit erfolgreich groß werden".

2001 sind die Söhne an der Reihe: Robert Buck und Gerd Marhofer treten ab und Martin Buck und Michael Marhofer übernehmen das Ruder. Jeweils einer erhält den Vorsitz der Geschäftsführung und ganz der Tradition folgend, bleibt die Aufgabenverteilung auch in der zweiten Generation bestehen: Buck führt im Hintergrund die Bereiche Entwicklung, Produktion sowie Einkauf und Marhofer konzentriert sich auf den Vertrieb und die Finanzen. Dieser Aufgabe wird Marhofer gerecht. "Ihm ist durch die Ausrichtung des Unternehmens, wie etwa auf optische Sensoren, unsere heutige Rolle als internationaler Global Player zu verdanken", heißt es aus dem Unternehmen über den heute 45-Jährigen.

Der sieht dabei jedoch nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg, ihm geht es um nachhaltigen - das heißt für Mensch, Umwelt und Unternehmen - langfristigen Nutzen. So ermöglicht etwa ein jüngst entwickelter Sensor aus dem Hause ifm das frühzeitige Aufspüren der sehr verbreiteten Druckluft-Lecks in Fertigungsprozessen. "Wenn dieser Sensor in allen Fertigungsanlagen hierzulande zum Einsatz käme", so Marhofer, "wären Einsparungen in der Größenordnung der gesamten jährlich durch Windkraftwerke in Deutschland produzierten Energie möglich."

novomind AG: Innovation bei höchster Flexibilität

Entreprenuere des Jahres in der Kategorie IT/Medien: Peter Samuelsen, Thomas Köhler und Stefan Grieben führen das E-Business-Unternehmen novomind

Entreprenuere des Jahres in der Kategorie IT/Medien: Peter Samuelsen, Thomas Köhler und Stefan Grieben führen das E-Business-Unternehmen novomind

Foto: PR / EY

Facebook  , Twitter, iPhone - drei Anwendungen die auf ihre Art die Kommunikationsbranche gewaltig auf den Kopf gestellt haben. Nach ihrem Erscheinen war nichts mehr wie zuvor. Wer als Dienstleister in dieser Branche bestehen will, sollte also unbedingt über die Fähigkeit verfügen, sich rasch wandeln und neuen Marktbedingungen anpassen zu können. Die Macher von novomind haben diese Fähigkeit: so ist ihr Vorbild auch nicht der Dinosaurier, sondern das Chamäleon.

Und diese Wandelbarkeit prägt den Lauf des Hamburger Unternehmens seit der Gründung durch Peter Samuelsen 1999. In diesem Jahr rief der Diplom-Informatiker die novomind AG ins Leben und stürzte sich in den turbulenten Neuen Markt. "Ich habe immer die Zahlen von SAP  und Microsoft  bewundert mit den hohen Jahresumsätzen pro Person. Das lässt sich nur realisieren, wenn vorhandene Lösungen mehrfach verkauft werden können", so Samuelsen. Die Idee mit virtuellen Beratern, so genannten Chatbots, die die Anfangsjahre des Unternehmens prägten, kam dem Vorstandsvorsitzenden da gerade zur rechten Zeit.

Thomas Köhler und Stefan Grieben - beide kannte Samuelsen aus der gemeinsamen Zeit bei einer Unternehmensberatung - holte der Gründer kurz nach dem Start des Unternehmens als Software-Entwickler mit an Bord. Als Dreigestirn, Köhler und Grieben folgten Samuelsen 2012 in den Vorstand, prägten sie die Entwicklung des Unternehmens und machten aus dem Drei-Mann-Betrieb einen breit aufgestellten jedoch stets flexiblen Dienstleister, der die gesamte digitale Wertschöpfungskette des Handels und der elektronischen Kundenkommunikation abdeckt und heute zu den Technologieführern Europas zählt.

Den Schlüssel für diesen Erfolg sehen die drei Vorstände in den flachen Strukturen, in kurzen Entscheidungswegen und im unbürokratischen Führungsstil, kurz: in der Attraktivität des Unternehmens für talentierte Nachwuchskräfte. "Einer der Gründe, warum wir so erfolgreich sind, ist, dass wir seit vielen Jahren ein Top-Team der besten Software-Entwickler und IT-Berater am Markt beschäftigen", so Samuelsen.

CeGAT GmbH: Unsere Gene sind ihre Profession

Entrepreneure des Jahres in der Kategorie Start-up: Saskia Biskup und Dirk Biskup (links Moderatorin Stephanie Schoss, rechts der stv. Chefredakteur von manager magazin, Martin Noé)

Entrepreneure des Jahres in der Kategorie Start-up: Saskia Biskup und Dirk Biskup (links Moderatorin Stephanie Schoss, rechts der stv. Chefredakteur von manager magazin, Martin Noé)

Foto: EY

Parkinson, Epilepsie, Migräne - die Ursache vieler Erkrankungen des Menschen kann ein genetischer Defekt sein. Bei einer Epilepsie etwa kommen dabei rund 350 verschiedene Gene als Auslöser der Krankheit in Betracht. Für die ärztliche Diagnose und eine adäquate Therapie ist es nun wichtig zu wissen, in welchem dieser 350 verschiedenen Gene der Defekt vorliegt.

Das jedoch ist ein Problem: das Isolieren, Sequenzieren, das heißt Entschlüsseln, und Analysieren etwa von 100 Genen eines Menschen in Einzeluntersuchungen würde rund 8 Jahre dauern - jedenfalls bis im Jahre 2009 das Tübinger Unternehmen CeGaT den BioTech-Markt betreten, ja revolutioniert hat.

Dem Dienstleister für behandelnde Mediziner ist es weltweit als erstem Unternehmen gelungen, die humangenetische Diagnostik und die Sequenzierung zu verbinden. Das bedeutet: Mit den sogenannten Diagnostik-Panels des Unternehmens ist es möglich, sämtliche für eine Krankheit in Betracht kommende Gene gleichzeitig zu entschlüsseln und auf bestimmte Krankheitsbilder hin zu untersuchen. Und das ist purer Zeitvorteil: für die Untersuchung von rund 100 Genen benötigt CeGaT 1-2 Monate.

Dahinter steht ein miteinander verheiratetes Paar, das sich gut ergänzt: Saskia Biskup, Jahrgang 1971, legte eine beeindruckende Universitätslaufbahn hin, promovierte sowohl in Medizin als auch in Biologie, und leitet heute, nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt in den USA, neben dem Unternehmen das Institut für Klinische Genetik am Klinikum Stuttgart. Dirk Biskup, ebenfalls Jahrgang 1971, absolvierte ein BWL-Studium, das er mit einer Promotion mit höchstem Lob - summa cum laude - abschloss und stand, ehe er sich vollumfänglich der Geschäftsführung der CeGaT widmete, unter anderem als europäischer CFO an der Spitze der AEG Electric Tools GmbH.

Für eine Firmengründung in den "Life Sciences" also ein ideales Team: sie bringt die medizinische und wissenschaftliche Kompetenz ein, er das wirtschaftliche Know-how. "Wir ergänzen uns sehr gut und hatten auch schon früh die Idee, eine eigene Firma zu gründen", so Dirk Biskup.

Ehrenpreis für Familienunternehmen geht an Graf von Faber-Castell

Bereits zum zweiten Mal wurde auch ein Ehrenpreis für Familienunternehmen vergeben: Gewürdigt werden vorbildliche Leistungen eines Familienunternehmens, das aufgrund seiner Tradition in besonderer Weise für Nachhaltigkeit, Werteorientierung und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung steht.

Der Ehrenpreis für Familienunternehmen geht 2013 an Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell. Die Faber-Castell AG ist mit seiner über 240-jährigen Firmengeschichte eines der ältesten Familienunternehmen der Welt. Es wird heute in der achten Generation von Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell geleitet.

Überreicht wurde der Ehrenpreis von Florian Langenscheidt, der in seinem Gastvortrag vor den Gästen in der Alten Oper über das "Glück des Gründens" sprach.

Der Wettbewerb

Die Auszeichnung "Entrepreneur des Jahres" honoriert unternehmerische Spitzenleistungen durch eine unabhängige Jury in verschiedenen Kategorien - weltweit in 60 Ländern, in Deutschland 2013 zum 17. Mal. Neben der Auszeichnung erfolgreicher Unternehmerpersönlichkeiten fördert EY mit dem Programm "Entrepreneur of the Year Junior Academy" unternehmerischen Nachwuchs.

Der von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) organisierte Wettbewerb wird von namhaften Unternehmen und Medien unterstützt: Dazu gehören DZ BANK, Jaguar, Frankfurter Allgemeine Zeitung und das manager magazin.

la/red
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