Hat Ölriese falsch bilanziert? SEC und Staatsanwälte zweifeln Exxon-Bilanz an

Der Ölpreisverfall trifft die Öl-Konzerne hart. Doch berücksichtigen sie das auch in ihren Bilanzen ausreichend? Bei Exxon hat die US-Börsenaufsicht Zweifel und will nun die Bilanzen des Ölgiganten prüfen. Auch die Staatsanwaltschaft ist dran an dem Fall.
Zweifel an Bilanzen: Exxon ist einer der größten Ölkonzerne der Welt und muss jetzt eine Bilanzprüfung der US-Börsenaufsicht über sich ergehen lassen

Zweifel an Bilanzen: Exxon ist einer der größten Ölkonzerne der Welt und muss jetzt eine Bilanzprüfung der US-Börsenaufsicht über sich ergehen lassen

Foto: REUTERS

Nach der New Yorker Staatsanwaltschaft untersucht nun offenbar auch die US-Börsenaufsicht SEC die Buchhaltung des Ölriesen ExxonMobil . Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine eingeweihte Person. Zuvor hatte bereits das "Wall Street Journal" (Mittwoch) berichtet, dass die Regulierer im August wegen Zweifeln an der Bewertung von Bilanzposten Unterlagen beim Konzern und seiner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers angefordert hätten.

Es gehe darum, ob Exxon ausreichend Wertanpassungen im Zuge des Ölpreisverfalls vorgenommen habe, schrieb das Blatt. Zudem wollten die Aufseher wissen, ob der Konzern sich bei seiner Bilanzierung angemessen auf eine strengere Regulierung wegen Risiken durch den Klimawandel einstelle.

Exxon behauptet, sich an die Bilanzregeln zu halten

Erst am Freitag hatte die Zeitung berichtet, dass der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman Exxons Bilanzen überprüfe. Ihn interessiere, warum trotz der niedrigen Ölpreise keine Abschreibungen vorgenommen worden seien.

Die Preise für Rohöl sind seit 2014 massiv gesunken, weil sich große Förderer einen Kampf um Marktanteile liefern, was zu einem weltweiten Überangebot geführt hat. Viele Ölkonzerne haben mit hohen Wertberichtigungen auf den Preisrutsch reagiert. Ein Exxon-Sprecher erklärte auf Nachfrage, man halte sich an die Buchhaltungsregeln der SEC.

Staatsanwalt Schneiderman ermittelt bereits wegen angeblicher Finanzierung irreführender Studien zum Klimawandel gegen Exxon. Der Ölkonzern steht im Verdacht, die Öffentlichkeit und Anleger über Jahrzehnte hinweg gezielt über die Folgen und Risiken getäuscht zu haben. Exxon streitet die Vorwürfe ab und sieht sich als Opfer einer "Verschwörung" von Stiftungen, Forschern und Medien.

rei/dpa-afx
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