Kriselnder Immobilienkonzern Evergrande hofft auf Umschuldung im kommenden Jahr

Der hoch verschuldete chinesische Immobilienkonzern Evergrande hat seine Probleme noch längst nicht gelöst. Ein Gericht hat eine Umschuldung im kommenden Jahr angeordnet – die muss aber erstmal geplant und von Gläubigern abgenickt werden.
Taumelt: Der Immobilienriese Evergrande sitzt auf einem Schuldenberg von 300 Milliarden Dollar

Taumelt: Der Immobilienriese Evergrande sitzt auf einem Schuldenberg von 300 Milliarden Dollar

Foto: ALEX PLAVEVSKI / EPA

Der taumelnde Immobilienkonzern China Evergrande hofft auf Zustimmung seiner Gläubiger zur geplanten Umschuldung. Die Vorschläge sollten Ende Februar oder Anfang März feststehen. Dies teilten die Anwälte des Bauunternehmens einem Gericht in Hongkong mit, das ein Liquidationsverfahren gegen das Unternehmen auf den 20. März 2023 vertagte.

Evergrande, ehemals umsatzstärkstes Bauunternehmen Chinas, steht im Mittelpunkt der Immobilienkrise des Landes, nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr Auslandsverbindlichkeiten im Volumen von 22,7 Milliarden Dollar nicht bedienen konnte, darunter Darlehen und private Anleihen.

Da es nur wenige neue Finanzierungsmöglichkeiten gibt und sich der Verkauf von Immobilien verlangsamt, hat Evergrande in diesem Jahr einen der größten Umschuldungsprozesse Chinas eingeleitet. Im Sommer hatten Gläubiger einem Zeitungsbericht zufolge einen eigenen Umschuldungsplan vorgelegt. Der chinesische Immobilienriese sitzt auf einem Schuldenberg von 300 Milliarden Dollar.

Verkauf beantragt – Verfahren läuft

Ein Investor der Evergrande-Einheit Fangchebao, ein Online-Marktplatz für Immobilien und Automobile, hatte im Juni den Antrag auf Liquidation gegen den angeschlagenen Immobilienkonzern eingereicht, nachdem Evergrande eine Vereinbarung über den Rückkauf von Aktien nicht eingehalten hatte. Der Konzern und seine große Offshore-Kreditgruppe hatten sich gegen den Abwicklungsantrag ausgesprochen und erklärt, die Offshore-Umschuldung im Interesse aller Gläubiger aktiv voranzutreiben.

In einer Anhörung im Liquidationsverfahren sagte die zuständige Richterin am Montag, Evergrande müsse bis zur nächsten Anhörung "etwas sehr viel Konkreteres" über den Prozess der Umschuldung vorlegen. So muss der Konzern nun, 14 Tage vor der nächsten Anhörung, also bis Anfang März, einen Fortschrittsbericht über den Restrukturierungsprozess vorweisen.

Evergrande prüft Umschuldung mit Vermögenswerten

Als Teil der Optionen, die für den Restrukturierungsvorschlag in Betracht gezogen werden, prüft Evergrande die Verwendung inländischer Vermögenswerte und bietet sie als zusätzliche Kreditverbesserung an, um die Zustimmung der Offshore-Gläubiger zu erhalten, so Quellen gegenüber Reuters.

Im Zuge dessen hat Evergrande bereits ein Grundstück für 7,5 Milliarden Yuan (eine Mrd. US-Dollar) verkauft, das einst für den Bau seines Hauptsitzes in Shenzhen reserviert war, wie Bloomberg  am Montag berichtete. Das Bauunternehmen verlor auch sein Hauptgebäude in Hongkong.

dri/Reuters
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