Dienstag, 20. August 2019

Tesla-Chef pflegt Visionärs-Image Musk will auf dem Mars leben - Tesla trennten nur Wochen von Pleite

Laut Elon Musk war Tesla nur wenige Wochen von der Pleite entfernt: "Ich habe es nur getan, weil die Chance groß war, dass Tesla sonst sterben würde"

2. Teil: Musk will auf den Mars ziehen - trotz höherem Sterberisiko

Gegenüber Axios bringt sich Musk, wieder ganz der begnadete Selbstverkäufer, als einer der ersten Mars-Siedler in Spiel: Die Chancen dass er zu seinen Lebzeiten in einer SpaceX-Rakete zum Mars fliege, stehen laut Musk aktuell bei 70 Prozent. Und er will sich nicht nur kurz dort aufhalten. "Ich rede davon, dort hinzuziehen. Der Preis wird vermutlich bei mehreren hunderttausend Dollar liegen", so Musk.

Er sei sich aber der Risiken bewusst. "Die Wahrscheinlichkeit, auf dem Mars zu sterben, ist viel höher als auf der Erde. Es wird hart." Selbst wenn die Landung auf dem Mars glücke, werde die Sieder am Bau einer Mars-Basisstation "nonstop" arbeiten müssen.

Viel Zeit für Freizeit bleibe da nicht. "Es herrschen dort brutale Bedingungen. Die Chancen sind also groß, dass du dort stirbst. Wir glauben daran, dass man zurückkehren kann, aber sind nicht sicher." Eine Art Zufluchtsort für Reiche werde der Mars also sicherlich nicht.

Trotz dieser eher unsicheren Aussichten will Musk unbedingt auf den Mars - ihn treibt dabei offenbar eines an. Bei der Besteigung des Mount Everest sterben jedes Jahr Menschen, argumentierte Musk. Doch Bergsteiger mögen das Wagnis "für die Herausforderung".

Experten glauben nicht an Mars-Besiedelung

Raumfahrtexperten halten die Besiedelung des Mars, wie sie Musk vorschwebt, jedoch für extrem unrealistisch. So meinte etwa Jan Wörner, Chef der Europäischen Weltraumagentur (ESA), bereits im vergangenen Frühjahr: "Ich bin begeistert vom Mars, aber das sind große Träume." Die Herausforderungen seien riesig - sowohl technisch als auch für die Astronauten selbst. Er rechne nicht mit einer Besiedlung des Mars.

Noch ist selbst die Landung einer unbemannten Sonde auf dem Planeten eine Herausforderung: Die NASA-Sonde "Insight", die nach sechs Monaten Flug heute auf dem Mars landen soll, muss für ein gelungenes Landemanöver innerhalb von 6 Minuten drastisch abbremsen - von 19.800 km/h auf null. Routine sind solche Manöver längst noch nicht, warnen Wissenschaftler.

Elon Musks Träume von einer Mars-Siedlung wirken unter solchen Voraussetzungen doch noch sehr, sehr fern.

mit Material von dpa

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