Mittwoch, 20. November 2019

"Weißes Gold" für Elektroautos Deutschland sichert sich Zugriff auf weltgrößte Reserven

Salzsee von Uyuni in Bolivien: Hier werden die weltweit größten Lithium-Vorkommen vermutet

Bisher hinkt Deutschland bei Elektroautos hinterher - für die geplante Offensive bekommt ein deutsches Unternehmen nun erstmals direkten Zugriff auf den dafür wichtigen Rohstoff Lithium - und will ab 2021 das "weiße Gold" jährlich für bis zu eine Million Elektroautos liefern.

Das baden-württembergische Unternehmen ACISA ist eine Kooperation mit dem bolivianischen Staatskonzern Yacimientos de Litio Bolivianos (YLB) eingegangen. Ziel der Kooperation ist es, um eine Menge Lithium zu fördern, die jährlich Hunderttausende Elektroautos mit Batterien versorgen könnte.

Welchen Stellenwert der Deal einnimmt, zeigte sich auch daran, dass der bolivianische Außen- und der Energieminister am Mittwoch zur Vertragsunterzeichnung nach Berlin reisten. Zuletzt hatten Volkswagen Börsen-Chart zeigen und Audi Börsen-Chart zeigen milliardenschwere Elektromobilitätspläne verkündet.

In Bolivien werden im Salzsee (Salar) von Uyuni die weltweit größten Lithium-Vorkommen vermutet. "Lithium ist einer der Schlüsselrohstoffe des 21. Jahrhunderts", sagte ACISA-Chef Wolfgang Schmutz. "Durch das Joint Venture sichert sich Deutschland erstmals nach Jahrzehnten wieder den direkten Zugriff auf wichtige, nicht-heimische Rohstoffe", betonte Schmutz. "Dies ist insbesondere für die deutsche Automobilindustrie von Bedeutung."

Lithium für Batterien von bis zu 1 Million Elektroautos jährlich

Das Unternehmen plant die Produktion von jährlich 40.000 bis 50.000 Tonnen Lithiumhydroxid. Mit so einer Menge lassen sich Batterien für geschätzt bis zu einer Million Elektroautos mit mehr als 300 Kilometern Reichweite bauen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte in Berlin: "Deutschland soll ein führender Standort für die Batteriezellfertigung werden." Ein großer Anteil der Produktionskosten entfalle dabei auf Rohstoffe und Material.

"Deshalb brauchen wir einen verlässlichen und wettbewerbsfähigen Rohstoffbezug aus einer umweltgerechten Rohstoffgewinnung und Rohstoffweiterverarbeitung", betonte der Minister. Besondere Bedeutung für die Batteriezellfertigung komme Lithium zu, die Nachfrage könne sich bis 2025 vervierfachen. "Die deutsche Industrie tut deshalb gut daran, sich ihren Bedarf frühzeitig zu sichern, um nicht in Rückstand und Abhängigkeit zu geraten."

Produktionsbeginn soll 2021 sein

Geplant ist ein Produktionsbeginn im Jahr 2021 und eine Förderung über 70 Jahre. Der Rohstoff wird in einem komplizierten Verfahren gewonnen und für die Batterien in Elektroautos gebraucht. Daher wird Lithium auch als das "weiße Gold" bezeichnet. Geplant sind in Uyuni zwei große Lithiumanlagen, Deutschland mit ACISA steht hier in direkter Konkurrenz zu chinesischen Firmen.

Geplant wurde die erste Anlage von dem Thüringer Unternehmen k-utec. Sie soll pro Jahr rund 15 000 Tonnen Lithiumkarbonat produzieren. Die ACISA-Anlage soll auf bis zu 50.000 Tonnen Lithiumhydroxid kommen.

rei/dpa-afx

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