Donnerstag, 12. Dezember 2019

Nach Todesfällen in den USA E-Zigaretten-Absatz sinkt in Deutschland drastisch

E-Zigaretten-Absatz bricht ein
Robert F. Bukaty / AP
E-Zigaretten-Absatz bricht ein

Der Absatz von E-Zigaretten ist in Deutschland offenbar eingebrochen. Grund für den rückläufigen Verkauf seien Berichte über Todesfälle in den USA. Das berichtet die "Welt" unter Bezug auf eine Umfrage des Bündnisses für Tabakfreien Genuss (BfTG). Demnach gäben 88 Prozent der Händler an, dass sich die Berichterstattung negativ auf ihr Geschäft auswirke, berichtet Dustin Dahlmann, Chef des BfTGs.

Der Brandhenverband hat mehr als 600 Unternehmen befragt, die E-Zigaretten verkaufen. Teilweise lägen die Umsatzrückgänge sogar bei mehr als 50 Prozent, die überwiegende Mehrheit berichtet von Rückgängen von 30 bis 40 Prozent. Die Kunden würden aber nicht abstinent, sondern griffen wieder zu herkömmlichen Tabakprodukten, heißt es in dem Bericht.

In den USA sind bislang 19 Todesfälle bekanntgeworden, die auf den Genuss von E-Zigaretten zurückgeführt werden. Dabei spielen wahrscheinlich bestimmte Liquids eine Rolle, die ein Vitamin-E-haltiges Öl in THC-Produkten enthalten. Insgesamt werden in den USA mehr als 1000 Fälle von Lungenerkrankungen mit dem Rauchen von E-Zigaretten in Verbindung gebracht.

Dahlmann sagte der Zeitung, die in Deutschland gehandelten Flüssigkeiten, die in den E-Zigaretten verdampft werden, seien nicht zu vergleichen mit den US-Produkten. E-Zigaretten seien in Europa streng reguliert. "In nikotinhaltigen E-Zigaretten und Liquids dürfen außer Nikotin nur Inhaltsstoffe enthalten sein, die kein Risiko für die Gesundheit darstellen." Hingegen würden in den USA Liquids oft um den marihuanabasierten Wirkstoff THC ergänzt.

Während Vertreter des Instituts für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences E-Zigaretten als förderungswürdiges Mittel ansehen, um Menschen vom Rauchen zu entwöhnen, hält das Bundesinstitut für Risikobewertung und Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin E-Zigaretten nicht für harmlos.



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Elektronische Verdampfer stünden fälschlicherweise im Ruf, deutlich weniger gesundheitsschädlich zu sein als herkömmliche Tabakzigaretten, betonte die DGP gerade auf einem E-Zigaretten-Kongress in Frankfurt. Verschwiegen werde, dass je nach E-Zigarettentyp und Zusammensetzung der Liquids durchaus schädliche Substanzen inhaliert würden, darunter atemwegsreizende Stoffe wie Propylenglykol, krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd und teilweise gesundheitsschädigende Metalle wie Blei und Chrom.

akn/dpa-afx

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