Dienstag, 16. Juli 2019

Freude am Brexit wie weggeblasen Brexit-Fan James Dyson verlegt Firmenzentrale von Großbritannien nach Singapur

Früherer Brexit-Fan James Dyson: Flucht aus Großbritannien nach Singapur
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Früherer Brexit-Fan James Dyson: Flucht aus Großbritannien nach Singapur

Der reichste Mann Großbritanniens flieht kurz vor dem Brexit mit seiner Firma nach Asien: Die vor allem für ihre beutellosen Staubsauger bekannte Firma Dyson verlagert ihr Hauptquartier von Großbritannien nach Singapur. Grund sei nicht der Brexit, sondern die zunehmenden Bedeutung Asiens für das Dyson-Geschäft, erklärte das Unternehmen am Dienstag wenige Wochen vor Ablauf der Brexit-Frist.

In Asien befinde sich inzwischen eine wachsende Mehrheit der Dyson-Kunden und alle Produktionsstandorte, hieß es. Firmengründer James Dyson war seinerzeit einer der prominenten Befürworter des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union und hatte die Zukunft Großbritanniens nach einem Austritt aus der EU in rosigen Farben gemalt. Nun, da ein ungeregelter Brexit naht und britische Unternehmen Notfallpläne erstellen, macht sich Dyson mit seiner Firma aus dem Staub. Seine Brexit-Euphorie scheint - zumindest was seine eigene Firma angeht - wie weggeblasen.

Dyson arbeitet gerade an einem Elektroauto, das ebenfalls in Singapur gebaut werden soll. Für das Autoprojekt kommt der Nissan-Manager Roland Krüger an Bord, der dort für die Oberklasse-Marke Infiniti zuständig war. Auch er wird in Singapur arbeiten.

Britische Politiker werfen Dyson "Heuchelei" vor

An der Investition von 200 Millionen Pfund in einen Technologiecampus am britischen Flugplatz Hullavington und anderen geplanten Ausgaben in Großbritannien werde jedoch festgehalten. Die britischen Standorte würden "auch in Zukunft das Kernzentrum der kreativen und ingenieurwissenschaftlichen Leistungen von Dyson sein". Die Produktion in Großbritannien habe Dyson bereits 2003 eingestellt, schrieb die "Financial Times". Zugleich hieß es, mit der Verlagerung der Firmenzentrale würden nur zwei Topmanager nach Singapur umziehen: Der Finanzchef und der Chefjurist.

Von britischen Oppositionspolitikern kam heftige Kritik an dem Umzug der Firmenzentrale. So warf der Labour-Abgeordnete Wes Streeting James Dyson "Heuchelei" vor: Er habe kein Gefühl der Verantwortung gegenüber seinen Arbeitern oder seinem Land. Sir James selbst äußerte sich nicht zu den Plänen.

Im vergangenen Geschäftsjahr steigerte Dyson den Umsatz um 28 Prozent auf 4,4 Milliarden Pfund (gut 5 Milliarden Euro). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs um rund ein Drittel auf 1,1 Milliarden Pfund.

la/reuters

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