Sonntag, 15. Dezember 2019

Modeausstatter bei Real Madrid, Bayern München, Paris Saint Germain und Co. Fußball-Nationalelf ohne Hugo Boss

Hugo Boss stattete die deutsche Fußball-Nationalmannschaft noch in Russland bei der WM aus

Umbaukosten, Aufwendungen für die Digitalisierung und Währungseffekte haben dem Modekonzern Hugo Boss Börsen-Chart zeigen im ersten Quartal ordentlich zugesetzt. Der Gewinn brach mit 22 Prozent minus regelrecht ein, an der Börse reagierten Anleger schockiert. Chef Mark Langer sucht mit dem Umbau des Konzerns dagegenzusteuern. Seit 2015 kämpft der Modekonzern mit der Krise, die die gesamte Branche erfasst hat.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unsere Ziele für das Gesamtjahr und darüber hinaus erreichen werden", betonte der Manager bei der Präsentation der Zahlen in dieser Woche. Was er zunächst nicht verriet: Auch beim Sponsoring verabschiedet sich der Konzern von Bewährtem. Wie die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag zu berichten weiß, hat Hugo Boss zum Jahreswechsel still und leise seinen Dienst als Ausstatter des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) quittiert.

Vorbei die Zeit, in der Bundestrainer Joachim Löw im dunkelblauen Boss-Anzug an der Seitenlinie stehen wird. Immerhin hatte Boss seit 2013 die Nationalmannschaft, das U21-Nationalteam und die Frauen-Nationalmannschaft mit seiner Mode beliefert.

Laut "SZ" ziehe sich der Konzern nicht wegen etwaigen sportlichen Misserfolgen zurück. "Wir konzentrieren uns jetzt auf internationale Klubmannschaften", zitiert das Blatt eine Boss-Sprecherin. Unter Vertrag seien demnach bereits Real Madrid, Bayern München, Paris-Saint-Germain, Tottenham Hotspur und AS Rom.

Das Betreuerteam der Nationalmannschaft in Russland in schicken Anzügen

Wer künftig dagegen die deutschen Nationalteams ausstatten wird, ist unklar. Der DFB stehe in Verhandlungen, heißt es in dem Bericht. In Vor-Boss-Zeiten war der schwäbische Hersteller Strenesse offizieller Modeausstatter. In Frage kämen nun verschiedenste Hersteller.


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Für die Spieler und die Teams ein Dilemma: So lange der DFB keinen Nachfolger gefunden hat, sollen die Mannschaften in ihren Adidas-Trainingsanzügen zu den Spielen anreisen. Nächster Termin: Anfang Juni, EM-Qualifikationsspiel in Weißrussland.

mit dpa-afx

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