Montag, 17. Juni 2019

Verhandlungen zwischen Bahn und GDL könnten bald abgeschlossen sein Zwei Jahre lang keine Bahnstreiks mehr?

Warnstreik bei der Deutschen Bahn im Dezember, hier in Berlin

Gibt es bald mehr als zwei Jahre lang keine Bahnstreiks mehr? Tatsächlich steuert die Deutsche Bahn jetzt auf einen Tariffrieden zu, der Reisende hoffen lassen könnte. Mit der Lokführergewerkschaft GDL begann am Donnerstag in Frankfurt die siebte und möglicherweise letzte Verhandlungsrunde. Vor den Gesprächen zeigten sich beide Seiten optimistisch, einen Abschluss erreichen zu können.

In den Verhandlungen mit der GDL geht es unter anderem um die Pausen und digitale Arbeitsmittel. "Wir lehnen es ab, dass unsere Leute rund um die Uhr erreichbar sein sollen", erklärte GDL-Chef Claus Weselsky vor dem Beginn der Gespräche.

Die GDL hatte im Dezember die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt, zuletzt aber verkündet, sie habe von der Bahn ein verbessertes Angebot erhalten. So würden beispielsweise Pausen im Zug und Kurzpausen abgeschafft. Bahn-Personalchef Martin Seiler hatte zudem von Verbesserungen bei Zulagen und Schichtplänen gesprochen.

Mit der konkurrierenden und größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hatte sich die Bahn bereits im Dezember geeinigt. Der Abschluss sieht unter anderem Lohnerhöhungen von 3,5 Prozent und in einem weiteren Schritt von 2,6 Prozent vor. Außerdem gibt es eine Einmalzahlung über 1000 Euro. Der zweite Tarifschritt kann von den Beschäftigten auch in zusätzlichen Urlaubstagen in Anspruch genommen werden.


Lesen Sie auch:
• 5400 Kilometer: Die Bahn hat 16 Prozent ihres Schienennetzes eingestellt
• Grafik: So haben sich die Preise bei der Deutschen Bahn entwickelt
• Umfrage: Sollte die Bahn privatisiert werden?


Die Laufzeit mit der EVG beträgt 29 Monate bis Ende Februar 2021. Solange sind auch die Fahrgäste der Bahn vor EVG-Streiks geschützt. Die Bahn möchte mit der GDL nun die gleiche Laufzeit erreichen.

Von den rund 160.000 Tarifbeschäftigten der Bahn gehören etwa 36.000 zum Fahrpersonal, dessen Belange von beiden Gewerkschaften vertreten werden. Der Konzern strebt in getrennten Verhandlungen widerspruchsfreie Abschlüsse an, die sich in den Details unterscheiden können. In der Praxis werden die Regelungen aber für das gesamte Fahrpersonal einheitlich angewendet. Verhandlungserfolge der EVG kommen so auch GDL-Mitgliedern zugute und umgekehrt.

dpa-afx / kyr

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung