Dienstag, 15. Oktober 2019

Deutsche Bahn Grube fordert für Schienennetz Geld vom Bund

Weiche an einem Bahngleis: Derzeit hat die Bahn einen Investitionsstau von 30 Milliarden Euro

Alte Gleiskörper, marode Weichen: Die Sanierung des Bahn-Schienennetzes ist eine Mammutaufgabe. Bahn-Chef Grube will nun den Bund für die notwendigen Milliardeninvestitionen in die Pflicht nehmen - und warnt vor nachlassender Qualität oder Streckenschließungen.

Berlin - Der Chef der Deutschen Bahn Rüdiger Grube fordert deutlich mehr öffentliche Investitionen in das Schienennetz. "Angesichts der dramatischen Unterfinanzierung hat die Bahn einen Investitionsstau bei Gleisen, Weichen und Stellwerken von über 30 Milliarden Euro", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". "Wenn sich nichts ändert, steigt der Rückstand bis 2020 auf gigantische 50 Milliarden Euro." Dann gebe es nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder die Qualität der Bahn lasse deutlich nach oder Strecken müssten gesperrt werden.

Nach Grubes Überzeugung ist eine Erhöhung der Investitionen in das Bestandsnetz von derzeit rund drei Milliarden Euro auf "über vier Milliarden Euro" notwendig. "Selbst dann reden wir über eine Aufgabe, die uns mindestens eine Generation lang beschäftigen wird."

Bei der Mobilisierung der zusätzlichen Gelder müsse "der Bund mit ran", sagte Grube weiter. Zwar wolle sich die Bahn auch künftig an der Pflege des Netzes beteiligen. Klar sei aber auch: "Weil die Schiene jahrzehntelang vernachlässigt wurde, können wir es allein nicht schaffen."

In Zukunft will Grube die Mittel für die Bahn auch gezielter ausgeben. "Der Grundsatz muss lauten: Das Bestandsnetz hat Vorrang vor dem Aus- und Neubau." Das knappe Geld solle dort ausgegeben werden, wo es am meisten für das Gesamtnetz bringe.

wed/rtr

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