Mittwoch, 22. Mai 2019

Deutschlandkarte zur Sanierung im Jahr 2019 Diese ICE-Strecken will die Bahn sperren

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Wegen geplanter Sanierungen wird es von Mitte 2019 an monatelange Vollsperrungen auf wichtigen ICE-Routen geben. Wo es zu Umleitungen und längeren Fahrzeiten kommt, sehen Sie in der Deutschlandkarte.

Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich von Mitte 2019 an auf monatelange Vollsperrungen wichtiger Fernrouten einstellen. Betroffen sind die Schnellfahrstrecken Hannover-Würzburg und Mannheim-Stuttgart, teilte die Bahn mit. Grund ist eine komplette Sanierung der beiden Schienenstränge.

Als erstes wird der Abschnitt Hannover-Göttingen von Juni bis Dezember 2019 gesperrt. Es folgt die Strecke Mannheim-Stuttgart, die von April bis Oktober 2020 nicht befahrbar sein wird. Der Abschnitt Göttingen-Kassel wird für die Erneuerung von Gleisen, Weichen und Sicherungstechnik von April bis Juli 2021 unterbrochen.

Die Züge werden während der Bauarbeiten jeweils umgeleitet. Die Fahrzeiten zwischen den Städten verlängern sich nach Auskunft der Bahn um etwa 30 bis 45 Minuten. Auch alle Fahrgäste, deren Verbindungen über die gesperrten Strecken führen, werden länger unterwegs sein. Zu diesen Routen gehören etwa Hamburg-Frankfurt, Berlin-Frankfurt und Frankfurt-München. Auf den Umleitungsstrecken können nach Angaben der Bahn weniger Züge eingesetzt werden als sonst üblich.

Auch Nahverkehr betroffen

Von den von 2019 an geplanten Sperrungen auf Fernbahnstrecken wird nach Angaben des Fahrgastverbandes Pro Bahn auch der Nahverkehr "indirekt betroffen" sein. Während der Bauarbeiten müssten sich Fern- und Nahverkehrszüge auf Ausweichrouten dieselben Strecken teilen, sagte Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann.

So würden etwa während der Sanierung des ersten Abschnitts zwischen Hannover und Göttingen von Juni bis Dezember 2019 ICE und Intercity-Züge über die alte Strecke im Leinetal umgeleitet. Dort seien aber schon jetzt viele Güter- und Nahverkehrszüge unterwegs, und die Strecke sei gut ausgelastet. "Das wird sich im Nahverkehr auswirken. Da werden auch einige Züge nicht fahren können", sagte Naumann. Im Südharz sollen nach seiner Kenntnis mehrere Zugverbindungen durch Busse ersetzt werden.

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Bei der Planung müsse man einen Kompromiss finden, der sowohl Pendlern als auch Fernreisenden gerecht werde. "Das Wichtigste ist, dass die Baumaßnahmen gut geplant und die Fahrgäste rechtzeitig informiert werden", sagte Naumann. Dabei brauche die Bahn auch ein paar Reserven. "Nichts ist schlimmer für die Fahrgäste, als einen Ersatzfahrplan zu haben, der dann aber nicht eingehalten wird, wenn also zu der planmäßig längeren Fahrzeit dann auch noch eine Verspätung hinzukommt."

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