Trotz der Sorgen um die Konjunktur Daimler Truck bestätigt Wachstumsziele

Auf der ersten Hauptversammlung als selbstständiges Unternehmen hat Daimler Truck seine Wachstumsziele bestätigt. Wegen aufgeschobener Investitionen aus der Corona-Zeit hat der Lkw-Bauer weiterhin volle Auftragsbücher – und kann höhere Preise an die Kunden weiterreichen.
Dickes Auftragspolster: Daimler Truck rechnet trotz schwächerer Konjunktur mit Umsatzwachstum

Dickes Auftragspolster: Daimler Truck rechnet trotz schwächerer Konjunktur mit Umsatzwachstum

Foto: Hannes Breustedt/ dpa

Der Lkw-Bauer Daimler Truck hält trotz wachsender Konjunktursorgen an seinen Wachstumszielen für das laufende Jahr fest. Der Absatz des Weltmarktführers für Schwerlaster soll um mehr als zehn Prozent auf bis zu 520.000 Fahrzeuge steigen, bekräftigte der Dax-Konzern zu seiner ersten Hauptversammlung als selbstständiges Unternehmen am Mittwoch. Beim Umsatz peilen die Schwaben weiterhin einen Anstieg um bis zu ein Viertel auf 48 bis 50 Milliarden Euro an. Die bereinigte Umsatzrendite soll um mindestens einen Prozentpunkt auf sieben bis neun Prozent zulegen. "Wir gehen also mit Optimismus und Zuversicht in das restliche Jahr", sagte Konzernchef Martin Daum (62) laut Redetext auf dem virtuellen Aktionärstreffen.

Die wirtschaftlichen Risiken hätten in den vergangenen Wochen zugenommen, sodass vielfach eine weitere Eintrübung der Weltwirtschaft befürchtet werde, erklärte Daum weiter. "Und eine solcher Abschwung, so die Sorge, würde uns als konjunkturabhängige Industrie direkt betreffen." Doch bei Daimler Trucks herrsche dank der in der Corona-Krise aufgeschobenen Investitionen in neue Nutzfahrzeuge eine Ausnahmesituation, mit der ein leichter Abschwung abgefedert werden könnte. Viele Kunden müssten ihre Flotten jetzt dringend erneuern. "Wir beobachten deshalb keine Stornierungen." Zudem kann der Lkw-Bauer steigende Produktionskosten mit höheren Preisen abfangen. Der Ausblick berücksichtige die derzeit bekannten Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der allmählich nachlassenden Halbleiterknappheit.

Im Juni hatten sowohl die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) als auch die Weltbank ihre Wachstumserwartungen an die globale Konjunktur deutlich zurückgeschraubt. Die OECD senkte ihre Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft 2022 von 4,5 Prozent auf drei Prozent, die Weltbank von 4,1 auf 2,9 Prozent.

Die Aktie von Daimler Truck  verlor am Mittwochmorgen im Dax, in dem der Stuttgarter Konzern seit März gelistet ist, mehr als 3 Prozent und notierte zuletzt bei 26,20 Euro. Daimler Truck ist seit Dezember nach der Abspaltung von der größeren Pkw-Schwester Mercedes-Benz eigenständig. Ankeraktionär ist mit knapp 35 Prozent die Mercedes-Benz Group, gefolgt von den chinesischen Autobauern und Daimler-Partnern BAIC sowie Geely über dessen Eigner Li Shufu (58) mit jeweils gut sechs Prozent.

Im Zuge seiner Elektrostrategie  will Daimler Truck gemeinsam mit den Truck-Hersteller Traton und Volvo für eine halbe Milliarde Euro ein europaweites Schnellladenetz aufbauen . Die frühere Allego-Chefin Anja van Niersen soll das Lade-Joint-Venture führen.

dri/Reuters