Trumps Wundermittel Antikörper-Cocktail von Regeneron erhält Notfallzulassung in den USA

Donald Trump bekam es und sprach von einem "Wundermittel", nun dürfen auch andere Corona-Patienten in den USA den Antikörper-Cocktail von Regeneron einnehmen. Die ersten 300.000 Dosen sollen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
"Ein Wunder, das bald allen zur Verfügung stehen soll": Donald Trump bei seiner Rückkehr ins Weiße Haus kurz nach seiner Corona-Erkrankung

"Ein Wunder, das bald allen zur Verfügung stehen soll": Donald Trump bei seiner Rückkehr ins Weiße Haus kurz nach seiner Corona-Erkrankung

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Alex Brandon / dpa

US-Präsident Donald Trump (74) lobte das Medikament in den höchsten Tönen - nun hat der Antikörper-Cocktail zur Behandlung von Covid-19 in den USA eine Notfallzulassung erhalten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte sie dem Biotech-Unternehmen Regeneron am Samstag (Ortszeit). Damit kann der Cocktail mit zwei Antikörpern zur Behandlung von Patienten ab zwölf Jahren eingesetzt werden, bei denen das Risiko besteht, dass sie schwere Covid-19-Symptome entwickeln. Patienten, die sich im Krankenhaus befinden oder Sauerstoff benötigen, dürfen das Medikament nicht bekommen.

Die FDA erteilte die Zulassung nach einer klinischen Studie mit 799 Erwachsenen mit leichten bis mittelschweren Covid-19-Symptomen, die nicht im Krankenhaus waren. Nach Angaben der "New York Times" erhielt Regeneron von der US-Regierung mehr als 500 Millionen Dollar für die Entwicklung des Medikaments. Die ersten 300.000 Dosen werden von der Regierung kostenlos zur Verfügung gestellt, aber die Patienten müssen möglicherweise Kosten an Gesundheitseinrichtungen zahlen, um das Medikament verabreicht zu bekommen, teilte der Arzneimittelhersteller in einer Erklärung mit.

Der Antikörper-Cocktail soll verhindern, dass das Virus in die Zelle eintreten kann. Die Behandlung führt dem Unternehmen zufolge zu einer Reduzierung der Viruslast, also der Menge an nachweisbaren Viren, und zu einem rascheren Abklingen der Symptome. Am stärksten profitierten demnach diejenigen Probanden, deren Immunsystem noch keine eigenen Antikörper gegen das Virus gebildet hatte. Die Antikörper richten sich gegen zwei Regionen des Spike-Proteins auf der Oberfläche des Sars-CoV-2-Virus.

Regeneron-Chef Leonard Schleifer (67) erklärte, die Notfallzulassung durch die US-Behörden sei ein "wichtiger Schritt im Kampf gegen Covid-19". Hochrisikopatienten in den Vereinigten Staaten erhielten nun "zu Beginn ihrer Infektion Zugang zu einer vielversprechenden Therapie".

Antikörper-Cocktail von Eli Lilly wurde ebenfalls zugelassen

Das Medikament von Regeneron ist der zweite Antikörper-Cocktail, der eine Notfallzulassung von der FDA erhalten hat. Bereits am 9. November wurde ein ähnlich funktionierendes Mittel des US-Pharmaherstellers Eli Lilly zugelassen.

Nach seiner Genesung von Covid-19 hatte Trump im Oktober für die Behandlung der Krankheit mit dem Antikörper-Cocktail von Regeneron geworben. Das Medikament sei keine Behandlungsmethode, sondern ein "Heilmittel" und ein "Wunder", das bald allen zur Verfügung stehen solle, hatte er versprochen.

Derzeit arbeiten weltweit Biotechnologiefirmen und Pharmakonzerne unter Hochdruck an der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen im Kampf gegen das Coronavirus. Zuletzt hatten Erfolge der Biotechnologie-Unternehmen BioNTech und Moderna bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs Hoffnungen auf eine Eindämmung der Pandemie geweckt. Die Mainzer Firma BioNTech und ihr US-Partner Pfizer beantragten am Freitag bei der FDA eine Notfallzulassung ihres Impfstoffs.

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Schon mehr als zwölf Millionen Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus wurden in den Vereinigten Staaten nachgewiesen, mehr als 255.000 Infizierte starben. Allein in den vergangenen zwei Tagen wurden in den USA landesweit mehr als 360.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Wegen der stark steigenden Zahl an Corona-Infektionen verschärften zuletzt wieder mehrere Bundesstaaten die Corona-Vorschriften. In Kalifornien trat am Samstagabend eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft, die für rund 94 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaats gilt.

mg/dpa/afp
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