Mittwoch, 8. April 2020

Coronavirus-Krise Polizeigewerkschaft fordert Einschränkung des Flugverkehrs

Flugzeuge auf dem Vorfeld des Flughafens Frankfurt

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, fordert angesichts der Coronakrise die Einschränkung des Flugverkehrs. Zur Begründung führt Radek an, dass nach wie vor Flüge unter anderem aus dem Iran in Deutschland einträfen, obwohl das Land als Hochrisikozone gelte und dass offenbar keine medizinische Kontrollen stattfänden oder Passagiere zurückgewiesen würden.

"Wenn wir die Grenzen an Land schließen, dann müssen wir auch den Luftverkehr einschränken", sagt Radek dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Am besten sei, wenn bestimmte Maschinen "gar nicht erst starten". Dies sei mit den Herkunftsstaaten der Fluggesellschaften zu klären. Mit Blick auf den Iran fügte er hinzu: "Man muss Maßnahmen treffen, dass so etwas nicht möglich ist."

Der in Teheran geborene Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour berichtete dem RND von Deutsch-Iranern, die den Iran zuletzt in Richtung Deutschland verlassen und sich gewundert hätten, dass sie einfach so hätten einreisen können. "Wenn es heißt, man solle in diese Länder nicht fliegen, dann muss natürlich umgekehrt für Menschen, die von dort zurückkommen, ebenfalls gelten, dass Tests gemacht und sie in Quarantäne geschickt werden", sagt Nouripour.

Das Büro von IranAir war für eine Reaktion telefonisch nicht zu erreichen. Im Iran war nach Angaben des RND die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus zuletzt innerhalb eines Tages um 129 gestiegen. Insgesamt gab es in dem Land laut offizieller Darstellung bereits 853 Covid-19-Tote und 14.991 Infektionsfälle. Allerdings wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.

msc/Reuters

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung