Sonntag, 31. Mai 2020

Ausgangsbeschränkungen in Deutschland verlängert Mehr als 200.000 Corona-Infizierte in den USA

In Deutschland sind mehr als 67.000 Menschen infiziert. Bund und Länder haben die Ausgangsbeschränkungen bis nach Ostern verlängert. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen zur Corona-Krise im Newsblog.

  • Bund und Länder verständigen sich darauf, die bestehenden Ausgangsbeschränkungen bis nach Ostern zu verlängern.
  • Das Tennisturnier von Wimbledon fällt aus.
  • In Deutschland ist die Zahl der bestätigten Infektionen laut Zahlen des Robert Koch Instituts auf 67.366 gestiegen. Im Vergleich zum Vortag wurden 5453 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Todesopfer stieg um 149.
  • Das Weiße Haus befürchtet nach einer Prognose trotz Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zwischen 100.000 und 240.000 Tote in den USA
  • Die Bundesregierung unterstützt Start-up-Firmen in der Corona-Krise mit einem zusätzlichen Milliardenpaket .

21 Uhr - In den USA hat die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle die Marke von 200.000 überschritten. Laut der Johns-Hopkins-Universität wurden bis Mittwoch mehr als 203.000 Infektionsfälle gemeldet. Die Zahl von 100.000 Infektionen war am vergangenen Freitag überschritten worden, damit hat sich die Zahl binnen fünf Tagen verdoppelt.

20 Uhr - In Italien weitet sich das Haushaltsdefizit des Staatssektors im März auf 32,2 (Vorjahresmonat: 20,34) Milliarden Euro aus. Das Finanzministerium führt dies auch auf geringere Steuerzahlungen infolge der Corona-Krise zurück.

- 19 Uhr - Die Bundeswehr hat vier weitere Intensivpatienten aus Bergamo nach Köln ausgeflogen. Die Kranken würden auf mehrere zivile Hospitäler im Großraum Köln verteilt, sagt ein Sprecher der Luftwaffe. Zwei weitere Patienten, die ursprünglich ebenfalls ausgeflogen werden sollten, seien nicht stabil genug für den Lufttransport gewesen.

18.30 Uhr - Im Streit über EU-Finanzhilfe für notleidende Mitgliedstaaten bevorzugt der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte geschenkte Finanzhilfen statt Gemeinschaftsanleihen (Corona-Bonds) oder den Rückgriff auf den Euro-Hilfsmechanismus ESM. Kredite müsse man zurückzahlen, sagt Rutte vor dem Parlament. "Wenn man es als Geschenk macht, heißt das: 'Hört mal, Ihr seid schwer getroffen worden, aber wir sind zusammen mit einer Reihe von reicheren Staaten bereit, die direkten Kosten der Coronavirus-Krise zu tragen.'"

18.18 Uhr - In Italien hat sich die Zahl der Neuinfektionen auf 4782 erhöht von 4053 tags zuvor. Die Gesamtzahl der festgestellten Infektionen steigt nach Angaben des Zivilschutzes auf 110.574. Die Zahl der Todesfälle legt um 727 auf 13.155 zu. Das ist in absoluten Zahlen der geringste Anstieg seit dem 26. März. "Italien erlebt die schlimmste Gesundheitskrise seit dem Ersten Weltkrieg", sagt Zivilschutzchef Angelo Borrelli, "aber die täglichen Zahlen der Geheilten machen uns Mut: Es sind die höchsten seit Beginn der Epidemie." 15.729 Patienten sind inzwischen genesen. Und das ist nicht die einzige positive Entwicklung. Inzwischen Als sich Corona noch ungebremst verbreitete, waren es täglich mehr als 6500 Neuinfektionen - auch diese Zahl ist inzwischen gesunken.

Leere Autobahn A14 bei Schkeuditz (Sachsen)
Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Leere Autobahn A14 bei Schkeuditz (Sachsen)

18.15 Uhr - Bundeskanzlerin Angela Merkel berät nach Informationen aus Regierungs- und Branchenkreisen am Abend mit Spitzen der Auto-Industrie über die Folgen der Coronavirus-Epidemie. Auch Minister könnten sich zuschalten, heißt es. Die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" berichten, auch der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann und die VDA-Präsidentin Hildegard Müller sollten teilnehmen.

17.45 Uhr - Das geplante neue Kurzarbeiter-Modell der EU-Kommission könnte mit einer Summe von 100 Milliarden Euro starten, verlautet aus EU-Kreisen. Allerdings könnte sich die Summe noch ändern, sagt der Insider. Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat das Modell nach deutschem Vorbild angekündigt, jedoch keine Einzelheiten zur Finanzierung genannt.

17.15 Uhr - Das Tennis-Turnier von Wimbledon wird im Jahr 2020 nicht stattfinden. Dies gaben die Veranstalter des Rasenevents am Mittwoch bekannt. Angesichts des Verlaufs der Corona-Pandemie sei es nicht möglich, das Grand-Slam-Turnier wie geplant vom 29. Juni bis 12. Juli auszutragen, hieß es. Stattdessen soll die 134. Ausgabe nun vom 28. Juni bis 11. Juli 2021 über die Bühne gehen. Zuletzt waren bereits die French Open in den September verlegt worden, die ATP und die WTA pausieren bis mindestens 7. Juni.

17.00 Uhr - Bund und Länder wollen keine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken anordnen. "Wir sind alle der Auffassung, dass eine solche Pflicht nicht angezeigt ist", sagt Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nach Beratungen der Regierungschefs der Länder mit der Bundesregierung.

- Der Europäische Fußballverband (Uefa) hat Spiele der Champions League und der Europa League zunächst ausgesetzt. Auch alle Länderspiele würden verschoben, die für Juni geplant waren, twittert der Verband. Das gelte auch für die Playoff-Spiele zur Qualifikation für die Europameisterschaften. Die Endrunde war bereits vom Sommer 2020 auf den Sommer 2021 verschoben worden.

16.30 Uhr - Bund und Länder verständigen sich darauf, die bestehenden Ausgangsbeschränkungen bis nach Ostern zu verlängern. Dies teilt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder mit. Zudem solle auf private Besuche über Ostern verzichtet werden.

Ostern: Von Familienbesuchen wird dringend abgeraten
Matthias Bein/ DPA
Ostern: Von Familienbesuchen wird dringend abgeraten

- Die Coronavirus-Pandemie führt nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde FDA zu einem Engpass bei Malariamedikamenten. Betroffen seien die Arzneien Hydroxychloroquin und Chloroquin, nach denen es wegen des Virus eine erhöhte Nachfrage gebe. Die beiden Wirkstoffe werden gegenwärtig bei der Behandlung von Covid-19-Patienten getestet.

- Die USA kündigen an, bei Bedarf ihre Wirtschaftshilfen weiter hochzufahren. Präsident Donald Trump habe klar gesagt, dass er alles Erforderliche tun werde, um Arbeitsplätze und Unternehmen in den USA zu schützen, sagt Finanzminister Steven Mnuchin. "Wenn wir weitere Programme und mehr Geld benötigen, werden wir wieder zurück in den Kongress gehen."

15.30 Uhr - In Großbritannien gibt die Regierung einen Anstieg der Totenzahl um 563 auf 2352 bekannt. Die Zahl der bestätigten Infektionen wuchs auf 29.474 von 25.150 tags zuvor.

- 1,5 Millionen Israelis haben freiwillig eine App auf ihren Handys installiert, mit der Kontakte mit dem Coronavirus gemeldet werden sollen. 50.000 Menschen haben in der ersten Woche per App mitgeteilt, dass sie sich in Quarantäne begeben haben, sagt ein Regierungsvertreter. Die Verbreitung der App sei aber noch nicht ausreichend für eine Überwachung der Epidemie.

15.00 Uhr - Der Virologe Alexander Kekulé und der Ökonom Clemens Fuest sprechen sich dafür aus, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens bald zu lockern. Es sei "keine Option, Europa ein Jahr lang oder auch nur sechs Monate im Lockdown zu halten", sagt Kekulé der "Zeit". "In drei bis vier Wochen könnte man beginnen zu öffnen. Bis dahin brauchen wir eine Strategie."

Fuest sagt der Zeitung, den "Lockdown" nach einem Monat um eine Woche zu verlängern, "ist schon teuer, aber wenn das nach drei Monaten kommt, ist es ungleich teurer". In Deutschland gelten die flächendeckenden Einschränkungen seit knapp zweieinhalb Wochen. Zugleich sprechen sich Fuest und Kekulé dem Bericht zufolge für eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit aus.

Die Nato will die Hilfsflüge zwischen den Alliierten in der Corona-Krise verstärken. "Wir mobilisieren die Unterstützung der Verbündeten mit freien Kapazitäten, um denen in großer Not zu helfen", sagt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in einem Reuters-Interview. "Wir werden schauen, wie wir unsere Bemühungen verstärken und beschleunigen können." Im Laufe des Tages solle ein türkisches Flugzeug medizinische Ausrüstung nach Spanien und Italien bringen. Zuvor hatte bereits Tschechien geholfen.

- In der Schweiz sind bisher 378 Menschen an Covid-19 gestorben, wie die Behörden mitteilen. Die Zahl der Infektionen sei auf 17.139 geklettert.

- Schweizer Unternehmen haben bereits mehr als die Hälfte der von der Regierung garantierten Hilfskredite zur Bewältigung der Virus-Krise in Anspruch genommen. An kleine und mittelgroße Firmen seien von den Banken Überbrückungskredite in Höhe von rund 10,6 Milliarden Franken (zehn Milliarden Euro) ausgezahlt worden, sagt Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Die Regierung bereitet eine Aufstockung des Bürgschaftsvolumens von derzeit 20 Milliarden Franken vor.

- Der ADAC appelliert an die Autofahrer in Deutschland, Fahrten zu Ostern nach Möglichkeit zu unterlassen und am besten zu Hause zu bleiben. ADAC-Präsident August Markl sagte: "In einigen Bundesländern sind Fahrten ohne einen dringenden Anlass untersagt, aber auch in jenen Teilen des Landes, in denen Fahrten theoretisch denkbar sind, möchten wir die Bevölkerung bitten, Fahrten nach Möglichkeit zu unterlassen, die verzichtbar sind. Dazu zählen leider auch Verwandtenbesuche." Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte am Nachmittag (14.00 Uhr) mit den Ministerpräsidenten der Länder über den Stand des Kampfs gegen die Coronavirus-Krise beraten. Bei den Beratungen soll auch der Osterreiseverkehr eine Rolle spielen.

14.45 Uhr - Die Privatwirtschaft der USA hat im März erstmals seit etwa zweieinhalb Jahren wieder Arbeitsplätze abgebaut. Wie der Arbeitsmarktdienstleister ADP am Mittwoch mitteilte, fielen insgesamt 27.000 Jobs weg. Es ist das erste Minus seit September 2017. Analysten hatten wegen der Corona-Krise mit einem wesentlich stärkeren Abbau von im Mittel 150.000 Stellen gerechnet. Allerdings wichen die Einzelprognosen der Analysten deutlich voneinander ab. Die ersten wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise erfasst der Bericht auch nur teilweise. Es wurden Daten bis zum 12. März verwendet, teilte ADP mit. Der massive Anstieg der Anträge auf Arbeitslosenhilfe, den die Regierung vergangenen Donnerstag gemeldet hatte, bezog sich auf die darauf folgende Woche bis zum 20. März.

Riegelt sein Land weitgehend ab: Japans Premier Shinzo Abe am 1. April während einer Parlamentssitzung
STR / JIJI PRESS / AFP
Riegelt sein Land weitgehend ab: Japans Premier Shinzo Abe am 1. April während einer Parlamentssitzung

14.30 Uhr - In der Schweiz sind bisher 378 Menschen an Covid-19 gestorben, wie die Behörden mitteilen. Die Zahl der Infektionen sei auf 17.139 geklettert.

- Zu gemeinsamen Anleihen wie Corona-Bonds sagt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann weiter Nein. Er spricht sich aber dafür aus, mögliche Hilfen für die von der Corona-Krise hart getroffenen Länder über den Rettungsfonds ESM zu organisieren. Kreditlinien des ESM könnten ein Weg sein, sagte Weidmann dem Wochenmagazin "Die Zeit" laut Vorabbericht. "Die wirtschaftspolitischen Auflagen wären dabei nicht so streng ausgestaltet wie bei klassischen Hilfskrediten."

13.30 Uhr - Die Bundeswehr fliegt sechs weitere Covid-19-Patienten aus Norditalien aus. Ein Medevac-Airbus sei unterwegs nach Bergamo, um die Kranken abzuholen und nach Köln zu bringen, teilt die Luftwaffe mit.

13.00 Uhr - Bei der staatlichen KfW-Bank sind bis Dienstagabend Kreditanträge im Volumen von insgesamt 8,95 (Vortag: 8,7) Milliarden Euro eingegangen. Insgesamt liegen der KfW nun 1833 Anfragen vor, mehr als 98 Prozent davon entfallen auf Anträge im Volumen von weniger als drei Millionen Euro, wie die KfW mitteilt. Sieben Anträge haben ein Kreditvolumen von über 100 Millionen Euro, bei 16 liegt es zwischen zehn und 100 Millionen Euro.

12.00 Uhr - Japans Ministerpräsident Shinzo Abe will Ausländern aus 73 Staaten die Einreise verwehren. Japanische Staatsbürger, die aus diesen Ländern zurückkehren, würden für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Dies gelte auch für Einreisende aus anderen Ländern - unabhängig von der Staatsbürgerschaft. Die japanischen Fluggesellschaften fordert Abe auf, ihr internationales Angebot einzuschränken. Regierungsberater rufen zudem dazu auf, wegen der Ansteckungsgefahr Bars, Nachtclubs und Karaoke-Bars zu meiden.

- CSU-Generalsekretär Markus Blume hat den Einsatz von Euro- oder Corona-Bonds in der Virus-Krise kategorisch ausgeschlossen. "Schlechte politische Ideen wie Euro-Bonds werden auch in der Krise nicht zu guten Ideen", sagt er mit Blick auf den Vorstoß aus Italien und Spanien für gemeinsame europäische Anleihen. Deutschland stehe vor der größten Herausforderung der Nachkriegsgeschichte. "Was fehl am Platz ist, ist der Ruf nach einer europäischen Schuldenunion. Alle Parteien sollten sich auf die nationale Kraftanstrengung konzentrieren", fügt Blume hinzu. Die Meinung in der Politik und unter Experten zu gemeinsamen Corona-Bonds gehen allerdings auseinander. Lesen Sie hierzu den Hintergrund.

11.30 Uhr - Auch der Lucky-Strike-Hersteller British American Tobacco arbeitet an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Die Biotech-Sparte Kentucky BioProcessing (KBP) könnte mit Unterstützung von Regierungsbehörden und den richtigen Herstellern ab Juni zwischen einer und drei Millionen Dosen pro Woche produzieren, teilt der US-Zigarettenkonzern mit. Dabei gehe es um einen möglichen Impfstoff auf der Basis von Proteinen aus Tabakblättern. Er sei aber noch in der vorklinischen Testphase. KBP hatte vor einigen Jahren zusammen mit dem kalifornischen Unternehmen Mapp Biopharmaceuticals ein Mittel gegen Ebola vorgelegt. Es wurde aber noch nicht zugelassen.

- Zugleich steigen die Chancen auf ein Medikament gegen Covid-19, wenn man chinesischen Wissenschaftler glauben darf: Laut Agenturberichten haben chinesische Wissenschaftler nach eigenen Angaben mehrere Antikörper identifiziert, die für ein Medikament zur Behandlung von Covid-19 infrage kommen könnten. Die aus dem Blut genesener Patienten isolierten Antikörper könnten "äußerst wirksam" die Fähigkeit des neuartigen Coronavirus zum Eindringen in Zellen blockieren, sagt Zhang Linqi von der Tsinghua-Universität in Peking. Ein daraus hergestelltes Medikament könne womöglich wirksamer gegen die Atemwegserkrankung eingesetzt werden als die derzeitigen Ansätze.

11.15 Uhr - In Spanien steigt die Zahl der Virus-Toten sprunghaft von 8189 auf 9053 an. Binnen eines Tages seien auch deutlich mehr Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl sei von 94.417 am Dienstag auf jetzt 102.136 geklettert

Bundesfinanzminister Olaf Scholz legt für Start-ups in der Corona-Krise zusätzlich zwei Milliarden Euro raus

11 Uhr - Die Bundesregierung unterstützt innovative und zukunftsträchtige Start-up-Firmen in der Corona-Krise mit einem zusätzlichen Milliardenpaket. Mit zwei Milliarden Euro soll die Wagniskapitalfinanzierung erweitert werden, teilten das Finanz- sowie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mit. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte, das Paket sei ein "starkes Signal", dass Start-ups auch in der Krise weitermachen könnten. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte, es sei viel erreicht worden bei der Förderung von Start-ups, dies dürfe durch die Krise nicht gefährdet werden. Für Start-ups passten klassische Kreditinstrumente häufig nicht, hieß es. Deswegen sollen nun öffentliche Wagniskapitalinvestoren auf Dachfonds- und Fondsebene wie zum Beispiel bei der staatlichen Förderbank KfW kurzfristig zusätzliche öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt bekommen. Diese sollen im Zuge von Ko-Investitionen zusammen mit privaten Investoren für Finanzierungsrunden von Start-ups eingesetzt werden können.

- Die Exporte der Türkei sind wegen der Coronavirus-Pandemie im März insgesamt um rund 17 Prozent gesunken. Der Handel mit einigen der wichtigsten Partner habe deutlich nachgelassen, sagt Handelsministerin Ruhsar Pekcan. So gingen die Ausfuhren ins Nachbarland Iran um 82 Prozent zurück. Die Exporte in den Irak verringerten sich um 48 Prozent, die nach Frankreich um 32,5 und die nach Deutschland um 14 Prozent.

10.30 Uhr - Kommunale Arbeitgeber wollen das Kurzarbeitergeld für untere und mittlere Gehaltsgruppen auf 95 Prozent und bei den übrigen auf 90 Prozent des Lohnausfalls aufstocken. Darauf verständigte sich die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände mit Verdi, wie die Gewerkschaft mitteilt. Für die weitaus meisten Bereiche des öffentlichen Dienstes sei Kurzarbeit gar kein Thema. Bei den eigenwirtschaftlichen Betrieben wie Theatern, Museen oder im Nahverkehr sei Kurzarbeit aber möglich.

10 Uhr - Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental muss seine knapp vier Wochen alte Jahresprognose wegen der Coronavirus-Pandemie schon wieder einstampfen. Wegen der Unsicherheit über die Dauer der Beeinträchtigungen von Produktion, Lieferketten und Nachfrage nehme der Vorstand den Ausblick zurück, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Hannover mitteilte. Es sei derzeit auch nicht abzuschätzen, wann ein neuer Ausblick gegeben werden kann. Das Unternehmen berichtete zudem, dass vor allem im Kerngeschäft mit der Autotechnik sowie in der Reifensparte derzeit weltweit mehr als 40 Prozent der Standorte still stehen. In Deutschland sei für etwa die Hälfte der Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet, rund 30.000 Mitarbeiter seien davon betroffen. Der Dax-Konzern aus Hannover will zusätzliche Kosten kappen und Investitionen verschieben.

- Italiens Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Corona-Krise bis zum 13. April. Das kündigte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza an. Diese Verlängerung hatte die Regierung bereits Anfang der Woche in Aussicht gestellt. Seit 10. März dürfen sich die Menschen im Land nicht mehr frei bewegen. Schulen sind zu, viele Fabriken ebenfalls. Die Beschränkungen galten bisher bis 3. April. Italien ist das am schwersten in Europa von der Covid-19-Krankheit betroffene Land. Die Zahl der Menschen, die positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet wurden, liegt über 105.000, mehr als 12.000 Menschen sind gestorben.

Italien verlängert strenge Ausgangssperren bis Mitte April
Grzegorz Galazka/Mondadori Portfolio via ZUMA/dpa
Italien verlängert strenge Ausgangssperren bis Mitte April

9.30 Uhr - Russland hilft den USA im Kampf gegen das Coronavirus. Ein Militärflugzeug mit einer Lieferung medizinischer Ausrüstung und Atemschutzmasken startet von einem Flugplatz in der Nähe von Moskau, wie das russische Staatsfernsehen berichtet. Präsident Wladimir Putin hatte US-Präsident Donald Trump die Unterstützung am Montag angeboten. Trump habe sie dankbar angenommen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax. Die Regierung in Moskau hoffe, dass die USA zu gegebener Zeit auch in der Lage sein könnten, Russland notfalls medizinische Hilfe zu leisten. In den USA dürfte die Hilfe aus Russland auch kritisch gesehen werden.

- Auch Taiwan will zehn Millionen Schutzmasken an die am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder spenden. Die Inselrepublik wird sieben Millionen Masken in elf europäische Länder schicken, darunter Italien, Spanien und Deutschland, wie das Außenministerium in Taipeh der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Die USA werden demnach zwei Millionen Masken erhalten. Eine weitere Million Masken würden an diplomatische Verbündete Taiwans geschickt.

9.00 Uhr - Der Drucker- und Kopierer-Hersteller Xerox bläst angesichts der Corona-Krise die Bemühungen ab, den größeren Rivalen HP zu übernehmen. Aufgrund der schwierigen Markt- und Wirtschaftslage wegen der Pandemie werde das Kaufangebot zurückgezogen, teilte Xerox am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Bislang hatte Xerox rund 35 Milliarden Dollar geboten.

8.30 Uhr - Erste Hamsterkäufe und insgesamt kräftige Nachfrage haben Deutschlands Einzelhändlern im Februar dieses Jahres ein deutliches Umsatzplus beschert. Die Unternehmen setzten real (preisbereinigt) 6,4 Prozent und nominal 7,7 Prozent mehr um als im Vorjahresmonat. Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch anhand vorläufiger Ergebnisse mit. Für zusätzlichen Schwung sorgte, dass der Februar in diesem Jahr mit 25 Verkaufstagen einen Verkaufstag mehr hatte.

- Italiens Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri rechnet mit einem Schrumpfen der Wirtschaft von rund 6 Prozent in diesem Jahr. Eine entsprechende Schätzung des Wirtschaftsverbandes Confindustria sei leider realistisch, sagt er der Zeitung "IL Fatto Quotidiano". Zugleich könne er aber auch sage, dass die italienische Wirtschaft auf eine starke Erholung abzielen könne. Im Kampf gegen die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie sei der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM unter den gegenwärtigen Bedingungen keine Option. Europa brauche eine gemeinsame Fiskalpolitik genauso wie neue Lösungen, um eine angemessene und gemeinsame Antwort auf die Krise zu finden.

8.00 Uhr - Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will trotz der Grenzschließungen in der Corona-Krise ausländischen Erntehelfern den Weg nach Deutschland ebnen. "Wir werden auf Saisonarbeitskräfte nicht verzichten können", sagt die CDU-Politikerin in der ARD. Sie sei mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) im Gespräch, wie der Zielkonflikt zwischen Infektionsschutz der Bevölkerung und der Erntesicherung geregelt werden könne. Das habe etwas mit höheren Auflagen und Standards bei der Hygiene zu tun. "Wir müssen hier eine Lösung finden. Wir können die Bauern nicht hängenlassen." Die Ernährungskette einschließlich der Bauern sei systemrelevant.

- Die Lufthansa will angeblich insgesamt 87.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Das meldet "Business Insider". Am Dienstag wurde bekannt, dass der Konzern für 27.000 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet hat. Bislang konnte aber für die 5000 Piloten keine Einigung zur Kurzarbeit erzielt werden, hieß es.

7.45 Uhr - Der Vize-Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand (PKM) im Bundestag, Hans Michelbach, fordert einen leichteren und schnelleren Zugang zum Hilfspaket des Bundes vor allem für mittelgroße Unternehmen. "Das einzige Kriterium für einen Zugang zu den Hilfen darf ein Corona bedingter Umsatzrückgang sein. Außerdem muss die Haftung der Kreditanstalt für Wiederaufbau für die Hilfen von jetzt 80 oder 90 Prozent auf 100 Prozent angehoben werden." Das Hilfspaket habe Konstruktionsfehler, die Firmen mit bis zu 1000 Beschäftigten faktisch vom Zugang zu den Hilfen ausschlössen, moniert Michelbach, der Finanzobmann der Unionsfraktion ist.

- Bundesarbeitsminister Hubertus Heil fordert eine bessere Bezahlung der Menschen, die mit ihren Berufen eine besondere Last in der Corona-Krise tragen. Dazu sei etwa ein branchenweiter Tarifvertrag für den Pflegebereich nötig, sagt der SPD-Politiker in der ARD. Gerade in dieser Zeit sehe man, dass die Leistungsträger nicht immer die im Anzug und mit Krawatte seien, sondern die im Kittel, die in der Alten- und Krankenpflege arbeiteten. Das gelte auch für den Einzelhandel, wo die Tarifbindung lausig sei. Man werde die Konsequenzen ziehen müssen, um Menschen in diesen schwierigen Berufen besser zu bezahlen.

USA befürchten bis zu 240.000 Corona-Tote
REUTERS/Brendan McDermid
USA befürchten bis zu 240.000 Corona-Tote

7.30 Uhr - Der Städte- und Gemeindebund ist gegen eine generelle Maskenpflicht in Geschäften. "Eine Pflicht halte ich in der jetzigen Phase nicht für zielführend", sagte Geschäftsführer Gerd Landsberg MDR Aktuell. Man müsse sehen, dass man im Moment in der Corona-Krise in Deutschland ein Riesenproblem habe, für Ärzte oder Krankenpfleger, Masken zu bekommen. Bei einer Maskenpflicht befürchtet Landsberg Hamsterkäufe. Damit mache man den Markt leer für jene, die die Masken wirklich bräuchten.

7.00 Uhr - Für die Baufirmen in Deutschland lassen nach jahrelangem Boom in der Corona-Krise die Geschäfte nach. "Es läuft nicht reibungslos, aber zu 70 bis 80 Prozent dürfte die Bauwirtschaft noch arbeiten", sagte Ilona Klein, die Sprecherin des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. Bei den größeren Betrieben im Hauptverband der deutschen Bauindustrie ist etwa jeder fünfte Betrieb stark von der Krise betroffen, wie der Verband ermittelte. Die Tendenz steige. Zu den Risiken zählten Engpässe beim Baustoffnachschub sowie Erkrankungen in den eigenen Belegschaften. Ein großes Problem sei auch, dass wegen Grenzschließungen Arbeiter aus Osteuropa nicht mehr zurück auf die Baustellen kämen.

- China meldet nach offiziellen Angaben 36 bestätigte Neuinfektionen. Sieben Menschen sind demnach binnen eines Tages an den Folgen einer Ansteckung gestorben. Damit steigt die Gesamtzahl der bis einschließlich 31. März gemeldeten Infektionen in der Volksrepublik auf 81.554 und die der Toten auf 3312. China nimmt nun auch wieder verstärkt infizierte Menschen ohne Symptome in den Blick. Dazu begannen die Behörden am Mittwoch mit der öffentlichen Meldung dieser Fälle. Weitere 130 neue derartige Fälle wurden demnach nun festgestellt. Damit seien insgesamt 1367 infizierte Menschen in China unter Beobachtung, die keine erkennbaren Krankheitssymptome zeigten, aber dennoch andere Menschen anstecken können.

6.30 Uhr - In Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Zahl der bestätigten Infektionen auf 67.366 gestiegen. Insgesamt seien bislang 732 Menschen infolge einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben, teilt das RKI mit auf seiner Website mit. Im Vergleich zum Vortag wurden 5453 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Todesopfer stieg um 149.

- Vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch pocht Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) einem Medienbericht zufolge bei der Bundesregierung auf Korrekturen am Corona-Hilfspaket. "Beim Thema Wirtschaftshilfen muss dringend nachgesteuert werden. Die Bazooka, von der die Rede war, hat eine Ladehemmung", sagte Kretschmer in einem Vorabbericht den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (RND, Mittwochsausgaben). Es gebe eine Lücke bei der Unterstützung des Mittelstands, die viele der Unternehmen in ihrer Existenz bedrohten. Diese Lücke müsse geschlossen werden.

- Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wird es in diesem Jahr wohl keine Wimbledon-Siegerin und keinen Wimbledon-Sieger geben. Zwar bleiben immer noch fast drei Monate bis zum Auftakt des Tennis-Klassikers auf dem grünen Rasen im Südwesten Londons. Doch das historische Aus könnte schon an diesem Mittwoch offiziell werden. Dann beraten nach übereinstimmenden Medienberichten die Organisatoren der prestigeträchtigen Veranstaltung über die diesjährige Auflage, die eigentlich vom 29. Juni bis 12. Juli geplant ist. Und alles andere als eine Absage wäre aufgrund der Bilder, die derzeit aus dem Corona geplagten England um die Welt gehen, eine Riesen-Überraschung.

- In der japanischen Großindustrie sorgt die Angst vor den Folgen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft erstmals seit Jahren für Pessimismus. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Quartalsumfrage ("Tankan") der Notenbank unter rund 10 000 Unternehmen des Landes hervorgeht, sank der darin ermittelte Stimmungsindex für die großen Produktionsunternehmen zum März erstmals seit Jahren ins Negative, und zwar von Null auf minus 8. Ein negativer Index bedeutet, dass die Pessimisten jetzt in der Mehrheit sind. In Japan gibt es wachsende Sorgen über eine neue Rezession.

- In einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben Unionspolitiker eine Lockerung der Einreisebeschränkungen für Saisonarbeitskräfte aus Rumänien und anderen EU-Mitgliedstaaten gefordert. Die deutschen Landwirte müssten in den nächsten Tagen entscheiden, welche Obst- und Gemüsesorten noch angebaut und geerntet werden könnten, daher sei keine Zeit zu verlieren, heißt es in dem Schreiben der Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft der Fraktion, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Einige Obst- und Gemüsesorten drohen dem Deutschen Bauernverband zufolge wegen des Einreisestopps für Saisonarbeiter knapp zu werden. "Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln ist nicht gefährdet, dennoch kann es durchaus bei verschiedenen Kulturen im Obst- und Gemüsebereich zu Versorgungslücken kommen", sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied.

- Durch die vorübergehende Gehaltskürzung von 70 Prozent bei den Fußball-Profis um Lionel Messi und Nationaltorwart Marc-André ter Stegen wegen der Corona-Krise wird der FC Barcelona 14 Millionen Euro im Monat sparen. Das verriet Clubpräsident Josep Bartomeu am Dienstag im Interview des Radiosenders "Catalunya Radio". Da auch alle anderen Sportler des Vereins 70 Prozent, darunter die Spieler der ebenso sehr erfolgreichen Basketball- und Handball-Teams, weniger Geld bekommen würden, werde man die Ausgaben um insgesamt 16 Millionen Euro reduzieren.

6.00 Uhr - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) berät an diesem Mittwoch (14.00 Uhr) erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder über den Kampf gegen die Coronavirus-Krise. Dabei soll die aktuelle Entwicklung bei den Neuinfektionen in Deutschland bewertet werden. Es dürfte auch um eine Art Evaluation der bisherigen Anti-Corona- Maßnahmen gehen. Bund und Länder hatten am 22. März strenge Kontaktbeschränkungen für die Menschen beschlossen, die mindestens bis zum 5. April gelten sollten. Diese Maßnahmen dürften nun verlängert werden. Aktuell wird zudem vor allem über eine Maskenpflicht diskutiert.

- Die Niederlande haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie bis zum 28. April verlängert. "Wir wissen, dass das viel verlangt ist, aber es ist echt nötig", sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstagabend in Den Haag in einer live-Pressekonferenz im Fernsehen. Ursprünglich sollten die vor etwa zwei Wochen verhängten Maßnahmen bis zum 6. April gelten. Erste Ergebnisse im Kampf gegen die Pandemie seien zu sehen. "Aber wir haben es noch nicht geschafft", warnte Rutte.

- In Österreich helfen ab Mittwoch 3500 außerordentliche Zivildienstleistende beim Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. 2000 von ihnen seien ehemalige Zivildiener, die sich freiwillig gemeldet hätten, teilte das zuständige Ministerium in Wien mit. Bei den übrigen 1500 handele es sich um Aktive, deren Dienstzeit aufgrund der Pandemie verlängert wurde. Die Zivildienstleistenden sollen unter anderem bei der Versorgung und Betreuung älterer Menschen sowie bei Kranken- und Rettungstransporten helfen.

5.30 Uhr - Das Weiße Haus befürchtet nach einer Prognose trotz Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zwischen 100.000 und 240.000 Tote in den USA wegen der Pandemie. Die Koordinatorin der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, die Ärztin Deborah Birx, stellte die Prognose am Dienstagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Washington vor. Man arbeite daran, die Zahl niedriger halten zu können. Die Bandbreite sei aber möglich. US-Präsident Donald Trump sagte, ohne Maßnahmen zur Eindämmung wären nach Prognosen zwischen 1,5 und 2,2 Millionen Tote zu befürchten gewesen. Am Dienstagabend (Ortszeit) lag die Zahl der bestätigten Infektionen bei fast 190.000, die Zahl der Toten bei rund 3900.

4.30 Uhr - US-Präsident Donald Trump will den Passagieren an Bord des niederländischen Kreuzfahrtschiffs "Zaandam" helfen. Er fordert die Behörden Floridas auf, dem Schiff das Anlegen zu ermöglichen. An den Folgen des Coronavirus sind an Bord bereits vier Passagiere gestorben. "Sie sterben auf dem Schiff", sagt Trump. "Ich werde tun, was richtig ist, nicht nur für uns, sondern auch für die Menschheit." Die Bemerkungen stehen im Gegensatz zu seiner Reaktion im Februar auf ein anderes Kreuzfahrtschiff, die "Grand Princess", die seiner Ansicht nach auf See bleiben sollte, anstatt den Hafen in Kalifornien anzulaufen.

- Der Datenschutz beim Telekonferenz-Dienst Zoom, dem die Coronavirus-Krise viele neue Nutzer brachte, ist ins Blickfeld der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft geraten. Behördenchefin Letitia James forderte beim Unternehmen Auskunft zu Maßnahmen für den Schutz von Nutzer-Daten und Privatsphäre ein, wie die "New York Times" am Dienstag berichtete. Zoom erklärte der Zeitung in einer ersten Reaktion, man werde die geforderten Informationen bereitstellen.

- In Großbritannien ist ein 13 Jahre alter Junge nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das Krankenhaus und die Familie des Jungen teilten am Dienstagabend mit, über eine Vorerkrankung des Jungen sei nichts bekannt gewesen. Nach Angaben seiner Familie wurde der 13-jährige Ismail am Donnerstag mit den für eine Infektion mit dem Erreger typischen Symptomen und Atemnot in das Londoner King's College-Krankenhaus eingeliefert und einen Tag später positiv auf das Coronavirus getestet. Der 13-Jährige ist das mutmaßlich bislang jüngste Covid-19-Todesopfer in Großbritannien. Ebenfalls am Dienstag hatten die belgischen Behörden den Tod eines zwölfjährigen Mädchens nach einer Ansteckung mit dem Virus gemeldet. Vergangene Woche hatte der Tod einer 16-Jährigen bei Paris für Aufsehen gesorgt. In Großbritannien wurden bis Dienstag 1789 Todesopfer der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gezählt.

4.00 Uhr - Kolumbien bestätigt die ersten beiden Coronavirus-Fälle unter den indigenen Völkern. Zwei Mitglieder des Yukpa-Stammes, die in bitterer Armut in Notunterkünften und Zelten in der nördlichen Grenzstadt Cucuta leben, seien infiziert, wie die führende indigene Organisation des Landes ONIC mitteilt. Gesundheitsexperten fürchten, dass sich das Coronavirus schnell unter den Stämmen ausbreiten könnte, die generell wenig Immunität gegen Krankheiten haben, die in der allgemeinen Bevölkerung auftreten. Die 56.000 indigenen Familien, die in der Nähe von Städten und Gemeinden leben, seien daher besonders gefährdet, ebenso wie die Familien in Grenzgebieten, so ONIC. Die Stadt Cucuta war vor der offiziellen Schließung infolge des Coronavirus-Ausbruchs ein wichtiger Zugangspunkt für Venezolaner nach Kolumbien, die vor politischen Unruhen in ihrer Heimat fliehen.

- Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat seinen Ton im Hinblick auf das Coronavirus geändert, nachdem er es wochenlang heruntergespielt und Einschränkungen des öffentlichen Lebens kritisiert hatte. "Das Virus ist eine Realität. Wir stehen vor einer der größten Herausforderungen unserer Generation", sagte Bolsonaro in einer Fernsehansprache am Dienstagabend (Ortszeit), der vierten zur Coronakrise, in der er sich ungewohnt empathisch gab.

3.30 Uhr - Der Verlust des Geschmack- und Geruchsinns kann britischen Wissenschaftlern zufolge ein starkes Indiz für eine Infektion mit COVID-19 sein. Nach einer Studie, die mit Hilfe eine Symptom-Tracker-App von den Forschern erstellt wurde, haben fast 60 Prozent der Patienten, die anschließend positiv auf COVID-19 getestet wurden, über den Verlust der beiden Sinne berichtet. "In Kombination mit anderen Symptomen scheinen Menschen mit Geruchs- und Geschmacksverlust dreimal häufiger erkrankt zu sein und sollten sich daher sieben Tage lang selbst isolieren, um die Ausbreitung der Krankheit zu reduzieren", sagt Tim Spector, Professor am King's College in London, der die Studie leitet.

2.00 Uhr - US-Verteidigungsminister Mark Esper sieht keine Notwendigkeit, den US-Flugzeugträger "Theodore Roosevelt" mit über 4000 Mannschaftsmitgliedern zu evakuieren. "Wir transportieren eine Menge Hilfsgüter, medizinische Hilfe, zum Träger in Guam. Wir stellen zusätzliches medizinisches Personal zur Verfügung", sagte Esper dem Sender CBS News und fügte hinzu, dass kein Besatzungsmitglied ernsthaft erkrankt sei. Auf die Frage, ob es an der Zeit sei, den Flugzeugträger zu evakuieren, sagt Esper: "Ich glaube nicht, dass wir an diesem Punkt sind." Reuters berichtete bereits am Dienstag über einen Brief von Kapitän Brett Crozier, in dem dieser forderte, die Matrosen aus dem Schiff zu entfernen und zu isolieren. Esper erklärte, dass er den Brief des Kommandanten nicht im Detail gelesen habe.

- Dem weltgrößten Online-Händler Amazon droht Ärger wegen der Kündigung eines Mitarbeiters, der einen Streik wegen angeblich schlechter Arbeitsbedingungen in der Corona-Krise mitorganisiert hatte. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio gab am Dienstag (Ortszeit) bekannt, dass er eine Untersuchung des Vorfalls durch den Menschenrechtsbeauftragten der Stadt angeordnet habe. Der gefeuerte Mitarbeiter hatte eine Protestaktion mitgestartet, weil Amazon seine Angestellten in einem Warenlager im New Yorker Stadtteil Staten Island unzureichend vor dem Coronavirus schütze. Das Unternehmen streitet dies jedoch ab. Dem Mann sei gekündigt worden, weil er gegen Quarantäne-Auflagen verstoßen und dadurch Kollegen gefährdet habe, sagte ein Sprecher des Konzerns dem Sender CNBC.

0.30 Uhr - Das US-Verkehrsministerium erwägt, als Bedingung für den Erhalt von Beihilfen Passagierfluggesellschaften zu einer Mindestanzahl von Flügen zu verpflichten. Fluglinien, die vor dem Coronavirus-Ausbruch fünf Tage die Woche oder öfter ihren Dienst zwischen Städten angeboten haben, sollten weiterhin mindestens einen Flug pro Tag fünfmal pro Woche zwischen den Punkten anbieten müssen, so der Vorschlag. In Städten, in denen es mehrere Flughäfen gebe, könnten die Airlines den Betrieb auf einem einzigen Flughafen konsolidieren. Für bestimmte Strecken könnten Ausnahmen beantragt werden, da "selbst bei diesen reduzierten Angeboten es für Fluggesellschaften möglicherweise nicht praktikabel ist, alle zuvor bedienten Punkte anzubieten." Der US-Flugverkehr bricht weiter ein. Am Montag passierten nur 154.000 Menschen die Kontrollpunkte an US-Flughäfen, verglichen mit 2,4 Millionen an einem normalen Tag.

00.00 Uhr - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht nach dem Konjunktureinbruch durch die Corona-Krise eine Chance für Aufhol- und Nachholeffekte im zweiten Halbjahr. "Die Einschnitte werden in den Monaten März, April, Mai sehr deutlich spürbar sein", sagt Altmaier der "Rheinischen Post" laut Vorabbericht. "Im zweiten Halbjahr haben wir immer noch die Chance für Aufhol- und Nachholeffekte." Das sei aber noch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. "Denn die Corona-Krise trifft zum Beispiel die USA, einen unserer wichtigsten Handelspartner, viel stärker als bisher angenommen", sagt der Minister. Es sei klar, dass die Konjunktur nach der Krise mit einem großen Programm angekurbelt werden müsse. "Das werden aber nicht klassische Konjunkturprogramme mit Strohfeuern sein, sondern kluge strukturelle Anreize für Investitionen und Innovationen."

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