Mittwoch, 8. April 2020

Engagement fürs Gemeinwohl Die Mutmacher - wie Unternehmen in der Corona-Krise helfen

Mundschutzproduktion bei Eterna in Banovce, Slowakei

5. Teil: Die Waren-Spender - wer sich nun gebefreudig zeigt

Eine ganze Reihe an Unternehmen spenden in der Corona-Krise für den guten Zweck. Die Gaben reichen von medizinischem Gerät bis zu Bargeld.

Volkswagen spendet 200.000 Atemschutzmasken der für Gesundheitspersonal wichtigen Klassen FFP-2 und FFP-3 aus seinen Lagerbeständen. Daimler gibt weitere 110.000 der dringend benötigten Hilfsmittel an die Landesregierung in Baden-Württemberg. Die Autohersteller haben die schützenden Hüllen auf Lager, die etwa in der Lackiererei benötigt werden.

Tesla-Chef Elon Musk verteilt kostenlos Beatmungsgeräte an US-Krankenhäuser. Mehr als 1000 der Überlebensmaschinen für schwer an Covid-19 Erkrankte hat der Mulitmilliardär bei chinesischen Niederlassungen von ResMed, Philips und Medronic in China gekauft und in Kalifornien verteilt.

Der chinesische Autobauer Geely fliegt Hilfsmaterial gegen das Coronavirus kostenlos nach Deutschland und Schweden. Die Geely-Tochter Volvo hat in ihrer Heimat rund 12 000 Schutzmasken an örtliche Krankenhäuser verteilt. Der Daimler-Großaktionär schickte auch schon Handschuhe und Mundschutz nach Italien.

Auch der chinesische Onlinegigant Alibaba lässt über seine Stiftung pro Woche fünf gecharterte Transportflugzeuge voller Hilfsgüter nach Europa jetten. Die Flieger sind vollbeladen mit gespendeten Atemmasken und Corona-Testkits. Die Logistiktochter Cainiao Network befördert auch die Gaben weiterer chinesischer Unternehmen wie etwa von den Smartphoneherstellern Xiaomi oder Oppo.

AB Inbev verkündete 50 000 Liter gebrauchsfertige Desinfektionsflüssigkeit aus seinen Entalkoholisierungsanlagen für Krankenhäuser in Europa spenden zu wollen. Das Familienunternehmen Jägermeister spendiert der Apotheke des Klinikums in Braunschweig 50 000 Liter reinen Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmittel. In Großbritannien zeigte sich Diageo mit 2 Millionen Liter Ethanol noch großzügiger.

Traditionell unterstützen US-Konzerne gerne Forschungsvorhaben. IBM stellt Forschern aus Epidemiologie oder Bioinformatik für 3 Monate kostenlosen Zugang zu seinen Hochleistungsrechnern zur Verfügung. Sie können gratis die Dienste von Supercomputer Watson nutzen sowie auf ausgewählte Cloud- und Securitydienste zugreifen. Zudem können Wissenschaftler Zugang auf die Systeme des neugegründeten Covis-19 High Performance Computing Consortium erhalten. Auf deren 16 Supercomputer-Systemen mit der immensen Rechenleistung von 330 Petaflops können Simulationen und Berechnungen, die auf traditionellen Systemen Monate dauern, in sehr kurzer Zeit durchgeführt werden.

Amazon unterstützt in San Francisco Gesundheitsforscher, die einen Corona-Test für zu Hause entwickelt haben. Der Handelsriese liefert die Tests über seinen Medizindienst Care an die Teilnehmer der Untersuchung aus und sammelt anschließend die Proben wieder ein.

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