Mittwoch, 8. April 2020

Engagement fürs Gemeinwohl Die Mutmacher - wie Unternehmen in der Corona-Krise helfen

Mundschutzproduktion bei Eterna in Banovce, Slowakei

3. Teil: Welche Firmen Solidaritätsaktionen ins Leben rufen

Eine ganze Reihe an Unternehmen unterstützen sich gegenseitig mit Partnerschaften, Personalaustausch oder Gutscheinen.

Die McDonalds-Restaurants brauchen durch das stark eingeschränkte Geschäft weniger Mitarbeiter. Bei Aldi Süd und Aldi Nord fehlt durch die massiv gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln Personal. Durch eine Partnerschaft können nun die von den Restaurant-Schließungen betroffenen Burgerbrater bei den Discountern zu deren Konditionen anheuern. Nach Ende der Krise können sie an den Grill zurückkehren.

Weil der Spielbetrieb bis Ende April ruht verleiht der FC Liverpool seine Stadionordner an lokale Supermärkte. Der Vorstandschef des Fußballclubs, Peter Moore, koordiniert die Helfer, die bei großem Andrang in den Läden für Ordnung sorgen sollen.

Die Bar-Kette Sausalitos unterstützt in der Aktion "Helping Hands" dem Pflegeanbieter Opseo mit seinen beschäftigungslosen Mitarbeitern aus. Die Kellner und Köche versorgen die Pflegebedürftigen mit Speisen und Getränken, damit sich die medizinischen Kräfte voll auf ihre Patienten konzentrieren können.

Jede Menge gegenseitige Online-Unterstützung hat die Digitalszene entwickelt. Die Händler Rose Bikes und BabyOne starten die Vernetzungsplattform "Händler helfen Händler" auf denen Firmen kostenlose Tools, Software oder Beratungsleistungen austauschen können.

Das Flugportal Flyla startete am 21. März das Portal "Clever ackern" , das Jobsuchende mit Bauern zusammenführt, die nach Pflanz- oder Erntehelfern suchen. Diverse Gründer aus der Hauptstadt haben die Plattform helfen.berlin eröffnet. Corona-geschädigte Bars, Restaurants, Läden oder Clubs können sich darauf präsentieren und Gutscheine verkaufen, die nach dem Neustart des öffentlichen Lebens eingelöst werden können.

Der Service Einzelheld ermöglicht es Kleinstunternehmen wie Blumenläden oder Boutiquen ihre Waren online zu verkaufen, ohne einen eigenen Shop einrichten zu müssen.

Auch US-Digitalos üben sich in Solidarität. Auf Facebook werben rund 140 Millionen Betriebe. Weil viele der Restaurants, Bar oder Dienstleister durch die Corona-Krise akut gefährdet sind, will der Techriese diese Kunden mit rund 100 Millionen Dollar unterstützen. Bis zu 30 000 Firmen in 30 Ländern sollen dafür Gutscheine für Anzeigen oder auch direkt Geld erhalten. Ebay bietet seinen vielen kleinen Händlern einen 30tägigen Zahlungsaufschub für die Verkaufsgebühren auf seiner Plattform an. Anbieter mit eigenem Ladengeschäft sind bis Ende Juni ganz von den Provisionen befreit.

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