Gespräche mit Gesundheitsministerium Bayer will Malariamittel zum Kampf gegen Corona liefern

Bayer-Chef Werner Baumann.

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Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer (Kurswerte anzeigen) will sein Malariamittel Chloroquin (Resochin) für die Bekämpfung des Coronavirus nach Deutschland und in die USA liefern. Das Unternehmen bestätigte das Vorhaben gegenüber manager magazin.

Bayer führt danach Gespräche mit dem Bundesgesundheitsministerium, um das Medikament nach Deutschland zu importieren. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass die Bundesrepublik größere Mengen des Mittels bei Bayer reserviert habe. Auch mit den Behörden in den USA laufen ähnliche Gespräche. Hier ist die Rede davon, dass Bayer eine größere Menge des Mittels spenden will.

Chloroquin ist ein seit den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zugelassenes Medikament, das im Laufe der Zeit durch andere Wirkstoffe verdrängt wurde. Heute wird es fast ausschließlich in Pakistan verkauft und hergestellt. Bislang wurde lediglich in einer Laborstudie in China am Corona-Erreger getestet. Ebenfalls in China, Südkorea und in Italien wurde das Medikament versuchsweise zur Behandlung von Corona-Patienten eingesetzt.

Klinische wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass der Wirkstoff sich zur Bekämpfung des Erregers Sars-CoV-2 eignet, existieren derzeit allerdings nicht. Das tropenmedizinische Institut der Universität Tübingen will in den kommenden Wochen erstmals Tests an Patienten durchführen. In der Berliner Charité werden ähnliche Versuche derzeit diskutiert. Einem Export der in Pakistan gelagerten Bestände an Drittstaaten müssen zuvor jedoch sowohl die dortigen Offiziellen als auch die Zulassungsbehörden von Importländern wie Deutschland und den USA zustimmen.

Die in China durchgeführten Labortests legen den Schluss nahe, dass Chloroquin genauso gut oder gar besser funktionieren könnte, als das vom US-Biotechgiganten Gilead produzierte Ebola-Mittel Remesdevir, das derzeit klinischen Tests bei Corona-Patienten unterzogen wird. Beide Wirkstoffe haben bislang aber lediglich im Labor gezeigt, dass sie das Eindringen der Viren in die menschlichen Zellen effektiv unterbinden können. Von einem großflächigen Einsatz aber ist Chloroquin noch weit entfernt.

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