Sonntag, 31. Mai 2020

Gescheiterte Planung und eine schicksalhafte Übernahme Warum in den USA so viele Beatmungsgeräte fehlen

Krankenhausschiff USNS Mercy im Hafen von Los Angeles: Es fehlt den USA an Ausrüstung
Katrina Kochneva/ZUMA Wire/dpa
Krankenhausschiff USNS Mercy im Hafen von Los Angeles: Es fehlt den USA an Ausrüstung

Angesichts der sich immer weiter verschlimmernden Corona-Krise sind in vielen Ländern Beatmungsgeräte, Schutzausrüstung und qualifiziertes Personal knapp. Allein im von der Krise massiv betroffenen New York fehlen nach Angaben von Gouverneur Andrew Cuomo Zehntausende Beatmungsgeräte. Regelmäßig wendet sich Cuomo mit Hilferufen an die anderen US-Bundesstaaten sowie an den Rest der Welt: Da die Zahlen der Intensivpatienten dramatisch steigen, kann der Mangel an Beatmungsgeräten täglich Menschenleben kosten.

Die "New York Times" hat aufgeschrieben, wie es zu diesem Mangel kommen konnte - und welche Rolle die Übernahme eines kleinen kalifornischen Medizintechnikherstellers dabei spielte.

Demnach fiel Mitarbeitern einer im Jahr 2006 (nach Krisen wie Sars, Mers oder der Schweinegrippe) eingerichteten Behörde bereits vor 13 Jahren auf, dass die USA im Pandemiefall nicht über genügend Beatmungsgeräte verfügen würden. Und dass die vorhandenen Geräte in der Regel zu teuer und zu groß seien, um im Krisenfall schnell und unkompliziert eingesetzt zu werden.

70.000 Beatmungsgeräte - so die "New York Times" - fehlten nach Einschätzung der Behörde für den Fall einer mittelschweren Grippeepidemie.

Also beschloss die Behörde, die Angelegenheit mit den Beatmungsgeräten selbst in die Hand zu nehmen, rief im Jahr 2007 Experten zusammen und formulierte Anforderungen, die die zu fertigenden Geräte erfüllen sollten. Ab 2008 wurden Angebote eingeholt. Ziel, so die "New York Times" war es, für die Geräte bis 2010 oder 2011 die medizinische Zulassung zu bekommen, so dass für die nationalen Vorräte bis zu 40.000 Geräte angekauft werden könnten.

Avisierter Stückpreis: weniger als 3000 Dollar. Je günstiger die Geräte, so die Idee, desto mehr könnten angeschafft werden.

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