Freitag, 20. September 2019

Aktie im Höhenflug China verschont Wacker Chemie im Solarstreit

Wacker-Chemie in München Perlach: Vorerst keine China-Strafzölle auf das Wacker-Produkt Polysilizium

Befreiung für den Chemiekonzern Wacker: Europas größter Produzent eines Grundstoffs der Solarindustrie muss vorerst keine Attacke aus China fürchten. China sieht nach Verhandlungen auf Regierungsebene von Schutzzöllen auf Polysilizium ab. Die Wacker-Aktie haussiert

München - Der Chemiekonzern Wacker entgeht im EU-Solarstreit mit China einem Gegenschlag aus Asien. Nach Angaben des deutschen Wirtschaftsministeriums hat China zugesichert, zunächst keine Strafzölle auf die Einfuhr von Polysilizium zu erheben. Minister Philipp Rösler und sein Amtskollege Gao Hucheng hätten sich verständigt, dass der Grundstoff für die Photovoltaikbranche nicht mit Abgaben belegt werde, sagte ein Sprecher am Montag.

Wacker Chemie ist in Europa wichtigster Produzent von Polysilizium und beliefert damit auch die chinesische Solarindustrie. Die Wacker-Aktie stieg an der Börse kräftig und lag am Montagnachmittag mehr als 8Prozent im Plus.

Da die Europäische Union (EU) wegen des Vorwurfs des Dumpings Strafzölle gegen chinesische Solarmodule verhängt hat, war ein Gegenschlag Chinas befürchtet worden. Dabei galt die Polysilizium-Produktion als ein Angriffspunkt, da China diese bereits in den USA ins Visier genommen hat, nachdem dort ebenfalls Zölle auf Module erhoben wurden.

Deutschland hatte in dem Streit aber frühzeitig signalisiert, dass die EU sich mit dem wichtigen Handelspartner verständigen solle. In Verhandlungskreisen in Brüssel hieß es bereits vergangene Woche, man stehe kurz vor einer Einigung. Ziel sei es, einen Mindestpreis für chinesische Module festzulegen, der über den Herstellungskosten liege. Die Initiative "Pro Sun", die sich zum Schutz der europäischen Solarproduzenten für die Zölle stark gemacht hat, hatte einen solchen Kompromiss abgelehnt.

kst/rtr

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