Samstag, 28. März 2020

Burger King und andere Amerikas Unternehmensexodus

Legale Steuerflucht: Die Lieblingsoasen der Konzerne
Corbis

2. Teil: Pharmakonzerne flüchten in die Schweiz, nach Irland und in die Niederlande

Sorgte zuletzt der Bananenriese Chiquita mit Steuerfluchtplänen nach Irland für Aufmerksamkeit, waren es zuletzt vor allem Pharmaunternehmen, die sich von niedrigeren Abgaben nach Kanada, in die Schweiz oder nach Irland locken ließen.

Alleine in diesem Jahr beschlossen fünf Pharmakonzerne einen Umzug in Niederigsteuerländer, darunter der US-Generikahersteller Mylan, AbbVie oder der Medizintechnikhersteller Medtronic, den es nach der Übernahme des Wettbewerbers Covidien nach Irland zieht.

Davor waren es laut Reuters vor allem der Ölindustrie nahestehende Unternehmen wie wie McDermott, Rowan oder Transocean, die es in Steueroasen wie die Kaimaninseln, auf die Bermudas oder nach Großbritannien zog.

Das "Fenster der Möglichkeiten" schließt sich

Doch das "Fenster der Möglichkeiten" wie es Wells-Fargo-Analystin Kelly Colotia nennt, könnte sich angesichts von Fällen wie dem von Burger King bald schießen. Schließlich brächten es die größte kanadische Restaurantkette und der weltweit zweitgrößte Hamburger-Brater gemeinsam auf einen Jahresumsatz von 22 Milliarden Dollar. Steuern darauf und die Gewinne dürften in der US-Staatsschatulle schmerzhaft fehlen.

Angesicht zu erwartender Mindereinnahmen in Milliardenhöhe aufgrund des Trends zur Steuerflucht in den nächsten Jahren, gehen Experten wie Colotia davon aus, dass die US-Regierung den sogenannten "tax inversions" bald einen Riegel vorschieben wird.

Überlegungen, das Steuerschlupfloch zu schießen oder die Firmenumzüge zumindest zu erschweren, gibt es schon länger. Allerdings braucht US-Präsident Obama für wirkungsvolle Maßnahmen die Hilfe des Kongresses. "Wir können das ganze Problem nicht auf administrativem Wege lösen", erklärte er vor einigen Wochen.

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