Boeings Hauptkunde will nicht mehr Jumbo-Jets von British Airways gehen vorzeitig in Ruhestand

Dass Großflugzeuge wie Boeings Jumbo Jet vor dem Aus stehen, ist längst bekannt. Mit British Airways wendet sich nun der größte Betreiber der Maschinen von ihnen ab - wegen der Corona-Krise sogar vorzeitig.
Jumbo Jet von British Airways beim Anflug auf London-Heathrow

Jumbo Jet von British Airways beim Anflug auf London-Heathrow

Foto: JUSTIN TALLIS/ AFP

Das endgültige Aus der Riesenflieger im Personenflugverkehr rückt immer näher. Jetzt trägt auch die Fluggesellschaft British Airways ihren Teil dazu bei: Die Airline legt ihre komplette Boeing-747-Flotte mit sofortiger Wirkung vorzeitig wegen der Coronavirus-Krise still.

British Airways war bislang der größte Betreiber der 747-400. Eigentlich sollten die 31 Jumbo-Jets des Unternehmens, die als "Kerosinsäufer" gelten, erst im Jahr 2024 aus dem Verkehr gezogen werden. Die Pandemie habe jedoch schnellere Maßnahmen notwendig gemacht, teilte die britische Fluggesellschaft am Freitag in London mit.

"Wegen des durch die Covid-19-Pandemie verursachten Rückgangs des Reiseverkehrs ist es unwahrscheinlich, dass unsere "Königin der Lüfte" jemals wieder kommerzielle Dienste für British Airways anbieten wird", so die Airline. Sie hat die Maschinen seit 1989 genutzt und flog damit Ziele in China, den USA, Kanada und Afrika an. In Zukunft werde man auch mit Blick auf den Klimaschutz verstärkt auf moderne, kraftstoffsparende Flugzeuge wie den Airbus A350 setzen.

Durch die Pandemie war der Flugverkehr in den vergangenen Monaten weltweit stark eingebrochen. Eine von der Regierung in London verhängte Quarantänepflicht für Einreisende machte den Airlines zusätzlich zu schaffen. Sie wurde inzwischen für Reisende aus mehr als 70 Staaten und Überseegebieten aufgehoben. Großbritannien ist das derzeit am stärksten von der Coronavirus-Krise betroffene Land in Europa.

Für vierstrahlige Großflugzeuge wie den Jumbo-Jet hat die Corona-Krise den ohnehin laufenden Niedergang lediglich beschleunigt. Fluggesellschaften setzen die Maschinen immer weniger ein, weil sie mehr Treibstoff verbrauchen als Modelle mit zwei Triebwerken, die zum Teil ähnliche Distanzen abdecken können. So hat Boeing offenbar bereits beschlossen, die Produktion des Modells 747 einzustellen. Auch der Konkurrent Airbus wird den Riesenflieger A380 demnächst nicht mehr herstellen.

cr/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.