Sonntag, 19. Mai 2019

Zukunftspläne platzen - nicht nur für ThyssenKrupp Diese deutschen Konzerne bringt der Brexit in Not

Deutsche Börse, RWE, Thyssen, BMW: Diese deutschen Konzerne bremst der Brexit aus
DPA

So sichtbar und lautstark zehntausende Briten derzeit auch für einen Verbleib in der Europäischen Union demonstrieren: Die Entscheidung ist gefallen, und sie ist irreversibel. Jedenfalls gilt es als äußerst unwahrscheinlich, dass eine neue Regierung in Großbritannien das mehrheitliche Brexit-Votum der Briten missachtet. Auch Brüssel und Berlin haben signalisiert, dass sie einen möglichen Rückzug vom Rückzug der Briten nicht mittragen würden.

Doch was bedeutet das für deutsche Unternehmen? Gut 2500 deutsche Firmen - vom mittelständischen Zulieferer bis zum großen Dax-Konzern - sind in Großbritannien tätig. Sie beschäftigen dort etwa 400.000 Menschen, haben umgerechnet 121 Milliarden Euro auf der Insel direkt investiert - und sie sind verunsichert über den Fortgang ihrer Geschäfte. Verständlich macht dies auch eine andere Zahl: Mit einem Exportvolumen von 89 Milliarden Euro war das Vereinigte Königreich 2015 der drittwichtigste Absatzmarkt für deutsche Güter hinter den USA und Frankreich.

Die Außenhandelskammer AHK versucht die deutschen Unternehmen zu beruhigen, erinnert in einem Statement daran, dass mögliche Austrittsverhandlungen mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen werden und Übergangsfristen sehr wahrscheinlich seien. Änderungen für deutsche Unternehmen würden dann möglicherweise erst in vier bis fünf Jahren in Kraft treten.

Für wahrscheinlich hält es die Kammer zudem, dass ein zu verhandelndes Freihandelsabkommen deutsche Firmen im Ergebnis von Zöllen (in beide Richtungen liefernd) befreien wird und dass zahlreiche Liberalisierungen beim Thema Dienstleistungen, Investitionen, Kapitalverkehr, beschlossen würden. Dass die Brexit-Befürworter ihre Grenzen für EU-Bürger wieder schließen wollen, steht einer solchen Lösung jedoch entgegen. Es gibt innerhalb des EU-Binnenmarktes die vier Freiheiten oder keine, haben die EU-Spitzen immer wieder betont.

Der bürokratische Aufwand für Geschäfte von deutschen Firmen in Großbritannien mit der EU und für hiesige Firmen mit Großbritannien dürfte in jedem Fall steigen. Doch so düster wie derzeit befürchtet, müssen die Perspektiven nach dem Brexit für deutsche Unternehmen nicht sein.

Gleichwohl müssen sich hiesige Konzerne wie BMW Börsen-Chart zeigen , RWE Börsen-Chart zeigen , ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen, Deutsche Börse Börsen-Chart zeigen, Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und andere Gedanken machen. Erwirtschaften sie vereinzelt doch bereits einen großen Teil ihrer Umsätze auf der Insel oder sind mit Milliardeninvestitionen dort involviert. Einige können sich sogar von weit entwickelten Fusionsplänen wieder verabschieden. Lesen Sie im folgenden einen Überblick über die Konsequenzen für einige ausgewählte deutsche Unternehmen .

Überblick: Diese deutschen Konzerne bremst der Brexit aus

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