Nach Miele Bosch streicht weltweit 3500 Jobs in Hausgerätesparte
Waschmaschinen von Bosch: Die Nachfrage sinkt, die Kosten sind gestiegen
Foto: Fabian Sommer / dpaNach dem Haushaltsgerätekonzern Miele plant auch Konkurrent BSH Hausgeräte den Abbau tausender Stellen. Bis Ende 2027 sollen weltweit 3500 Vollzeitstellen gestrichen werden, teilte BSH am Freitag mit, 1000 davon bereits in diesem Jahr. In Deutschland seien 450 Beschäftigte von dem Stellenabbau im Jahr 2024 betroffen, sagte Firmenchef Matthias Metz (54).
Wie es danach am Standort Deutschland weitergehe, sei im Moment noch offen. „Wie viele Stellen dann in den folgenden drei Jahren noch in Deutschland wegfallen werden, können wir derzeit noch nicht präzisieren“, sagte Metz. Aktuell sind weltweit mehr als 60.000 Menschen in der Hausgerätesparte von Bosch (Kernmarken: Bosch, Siemens, Gaggenau, Neff) beschäftigt, rund 17.000 davon in Deutschland.
Miele hatte erst angekündigt, bis zu 2700 seiner weltweit 23.000 Stellen zu streichen oder zu verlagern. Hunderte Arbeitsplätze aus der Waschmaschinenfertigung im Werk Gütersloh sollen nach Polen verlagert werden.
BSH-Chef Metz sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Unsere Werke sind nicht im Fokus. Dort wollen wir die Stammbelegschaft halten – auch, um bei erstarkenden Märkten auf einen höheren Absatz vorbereitet zu sein.“
Die Hersteller reagieren auf eine stark gesunkene Nachfrage nach Waschmaschinen, Kühlschränken und anderen Küchengeräten sowie gestiegene Kosten. Auch die Krise im Bausektor wirkt sich auf BSH und Miele aus, weil weniger Neubauten entstehen und damit weniger Küchen verkauft werden. Bei BSH ist die Misere zum großen Teil auch hausgemacht, wie manager magazin im vergangenen Dezember analysierte. Bereits Ende vergangenen Jahres zeichnete sich der drohende Stellenabbau ab. Der Technologiekonzern Bosch hatte zudem im vergangenen Monat angekündigt, mehr als 1200 Job im Bereich Automobilzulieferung zu streichen.