Siemens-Konkurrent Bombardier streicht 2200 Jobs in Deutschland

Bombardier: Der Konzern ist unter anderem im Zug- und Flugzeugbau aktiv. Nun will der Zughersteller Bombardier Transportation jede vierte Stelle in Deutschland streichen.

Bombardier: Der Konzern ist unter anderem im Zug- und Flugzeugbau aktiv. Nun will der Zughersteller Bombardier Transportation jede vierte Stelle in Deutschland streichen.

Foto: CHRISTINNE MUSCHI/ REUTERS

Der kanadische Bahnhersteller Bombardier will bis zu 2200 seiner 8500 Stellen in Deutschland abbauen. Das sagte der Aufsichtsratschef von Bombardier Transportation, Wolfgang Tölsner, am Donnerstag in Hennigsdorf. Er bestätigte damit Reuters-Informationen. Sein Gremium habe diesen Rahmen beschlossen, um die deutschen Standorte zukunftsfähig zu machen, sagte Tölsner.

"Alle Standorte in Deutschland bleiben erhalten", unterstrich er. Die Rahmenvereinbarungen resultierten in einer Personalreduktion von maximal 2200 Mitarbeitern netto bis zum Jahr 2020. Darin enthalten seien 700 Leiharbeiter. Bis 2019 solle es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Das kanadische Mutterunternehmen war durch eine aus dem Ruder gelaufene Flugzeugentwicklung in Schwierigkeiten geraten. Vergangenes Jahr hatte Bombardier erklärt, man werde weltweit 7500 Stellen streichen. 5000 davon sollten in der Bahntechnik wegfallen, die ihren Schwerpunkt in Deutschland und den Hauptsitz in Berlin hat.

Der Sanierungskurs hatte auch die Bundesregierung auf den Plan gerufen. Der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich eingeschaltet und die Bedeutung der Industriearbeitsplätze für Deutschland betont.

Gespräche mit Siemens über Fusion der Zugsparten

In den vergangenen Monaten hatte Bombardier Kreisen zufolge mehrfach mit dem deutschen Industriekonzern Siemens  über eine Fusion ihrer beiden Bahnsparten gesprochen. Ein gemeinsames Unternehmen könnte mit mehr als 10 Milliarden Euro bewertet werden, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Die Gespräche seien weit fortgeschritten, doch seien unter anderem technische Fragen zu klären: So wollten beide Partner die Gemeinschaftsfirma voll in die eigene Bilanz einbeziehen. Für die Zusammenlegung der beiden Sparten hatte es bereits mehrere Anläufe gegeben, allerdings bisher nicht in Form eines Joint Ventures.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.