Mittwoch, 13. November 2019

Probleme mit Boeing 737, 787 und 777X Boeings Dreifach-Krise halbiert den Gewinn

Boeing 737 Max auf Halde in Seattle

Das anhaltende Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max hat dem US-Flugzeughersteller auch im dritten Quartal einen herben Gewinneinbruch eingebrockt. Unter dem Strich verdiente der Airbus-Rivale mit knapp 1,2 Milliarden US-Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) nur knapp halb so viel wie ein Jahr zuvor, wie er am Mittwoch in Chicago mitteilte. Der Umsatz sackte wegen der gestoppten Auslieferung des zuvor meistgefragten Flugzeugtyps um 21 Prozent auf knapp 20 Milliarden Dollar ab.

Derweil machen dem Hersteller noch andere Baustellen zu schaffen: So drosselt der Konzern ab Ende 2020 vorläufig die Produktion seines Großraumjets 787 "Dreamliner" unter Verweis auf die konjunkturell schwache Nachfrage. Zudem verschiebt er die erste Auslieferung des modernisierten Großraumjets 777X nach technischen Problemen mit den von General Electric gelieferten Triebwerken jetzt auf Anfang des Jahres 2021.

"Höchste Priorität hat weiterhin die sichere Rückkehr der 737 Max in den Flugbetrieb", sagte Boeing-Chef Dennis Muilenburg. Nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten hatten Aufsichtsbehörden in aller Welt im März ein Flugverbot für den Typ verhängt. Boeing hatte im zweiten Quartal deshalb sogar einen Milliardenverlust verbucht.

Für den ersten Unfall im Oktober 2018 in Indonesien liegt nun der Abschlussbericht vor - und macht laut Presseberichten Boeing mitverantwortlich. Jüngst erst brachten Berichte, wonach Boeing die US-Flugaufsicht FAA bei der Zulassung der 737 Max getäuscht haben könnte, das Unternehmen noch weiter in die Bredouille. Die Chancen, das weltweite Flugverbot in absehbarer Zeit wieder aufheben zu lassen, schwinden zusehends. Mehrere Airlines, die stark auf das Bestseller-Modell 737 Max setzten, stecken in der Krise.

Am Dienstagabend entließ der Konzern den Chef der Passagierflugzeugsparte Boeing Commercial Airplanes, Kevin McAllister. Konzernchef Dennis Muilenburg steht nun in vorderster Schusslinie, sollte sich der Skandal abermals ausweiten. Anfang des Monats wurde ihm schon der Titel des Vorsitzenden des Aufsichtsrats gestrichen.

ak/dpa

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung