Airline mit viel zu kleinen Toiletten Platzangst in der Boeing 737 Max

Die neue Boeing 737 MAX ist ein Verkaufshit, weil sie weniger Sprit verbraucht als ihr Vorgänger, eine hohe Reichweite hat und zugleich mehr Fluggäste transportiert. Dennoch hagelt es Kritik von Passagieren und Crew - vor allem über das stille Örtchen, das "Pipi-Box" genannt wird.
Von Leon Leue
Boeing 737 Max: Den Gang zur Mini-Toilette sollten sich Passagiere möglichst verkneifen

Boeing 737 Max: Den Gang zur Mini-Toilette sollten sich Passagiere möglichst verkneifen

Foto: ERIC PIERMONT/ AFP

Der US-Flugzeugriese Boeing hat sein beliebtes Modell B737, das bereits vor 50 Jahren erstmals abhob, erneuert und damit auch für die Billig-Anbieter interessant gemacht. Der neu konzipierte Jet verbraucht nach Herstellerangaben 14 Prozent weniger Sprit als sein Vorgänger, hat eine Reichweite von rund 6000 Kilometern und kann mehr Fluggäste transportieren.

Trotz eines Verkaufspreises von rund 110 Millionen US-Dollar gibt es bereits mehr als 4000 Bestellungen. Zu den Airlines, die den Jet in Kürze einsetzen wollen, zählen Ryanair, Tuifly und Turkish Airlines, die im Sommer damit die Strecke Köln-Istanbul bedienen wollen.

Doch die Sparsamkeit fordert bereits ihren Tribut. Fluggäste beklagen sich über die engeren Flugsitze. Bei American Airlines sind sie beispielsweise in der Economy Class von 31 auf 30 Inches geschrumpft, das sind immerhin ca. 2,5 Zentimeter weniger Platz

Und nicht nur Passagiere kritisieren den Spar-Jet. Wie das US-Wirtschaftsmagazin Forbes schreibt, haben sich jetzt auch Crew-Mitarbeiter bei Airline-Chef Doug Parker, über die viel zu kleinen Toiletten beklagt. Knapp 61 Zentimeter von Wand zu Wand messen die neuen Bordtoiletten nur noch. Sie haben damit die Breite einer handelsüblichen Geschirrspülmaschine. Intern werden die Klos nur noch "Pipi-Boxen" genannt.

Die Waschbecken in den Boxen seien so winzig, dass man sich immer nur eine Hand waschen könne und das Wasser ständige herausspritze. Zwar wurde das Wasserproblem inzwischen behoben, indem der Wasserdruck reduziert wurde, aber damit sind die Probleme noch nicht aus der Welt. Wenn beide Toilettentüren sich gleichzeitig öffnen, dann ist der Crew der Weg zur Bordküche versperrt.

Auch Passagiere stören sich zunehmend an den engen WCs. Einige berichten Forbes zufolge, dass sie sich eingeklemmt fühlten, weil ihr Rumpf die Kabinenwände berührte. Crew-Mitglieder befürchten zudem, dass Kleinkinder zunehmend auf Flugsitzen gewickelt werden würden, weil die Toiletten dafür zu eng seien.

Wer sich nun fragt, warum ausgerechnet die stillen Örtchen der B737 MAX so klein ausgefallen sind, sollte wissen: Die Mini-Klos machen Platz für bis zu 21 weitere Plätze im Flugzeug.

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