Sonntag, 15. Dezember 2019

Experten und Behördenmitarbeiter zweifeln Boeing 737 Max könnte bis 2020 am Boden bleiben

Boeing-737-Max-Flugzeuge vor Boeings Fabrik in Renton im US-Bundesstaat Washington
Lindsey Wasson / REUTERS
Boeing-737-Max-Flugzeuge vor Boeings Fabrik in Renton im US-Bundesstaat Washington

Boeing könnte länger als gedacht brauchen, bis der Konzern seinen Mittelstreckenjet 737 Max wieder in Betrieb nehmen kann. Immer mehr Mitarbeiter der US-Luftfahrtbehörde FAA sowie Branchenvertreter nehmen mittlerweile an, dass aus dem Neustart in diesem Jahr nichts wird, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Nach den zwei Abstürzen binnen weniger Monate und 346 Toten hatten sowohl die US-Luftfahrtbehörde FAA als auch Boeing-CEO Dennis Muilenburg erklärt, sie erwarten, dass das Flugverbot noch in diesem Jahr wieder aufgehoben werden könne. Dem "WSJ" zufolge rechnen viele Experten jetzt erst mit der Aufhebung im Januar 2020. Der Grund ist, dass die Entwicklung verbesserter Software länger dauere als gedacht.

Derweil hat die US-Fluggesellschaft American Airlines die 737 Max für weitere Monaten aus ihrem Flugplan gestrichen. Flüge mit dieser Maschine würden nun bis zum 2. November abgesagt, teilte die Fluggesellschaft am Sonntag mit. Bislang war eine Frist bis zum 3. September vorgesehen, die zuvor bereits verlängert worden war. Der Ausfall führt nach Angaben von American Airlines zu rund 115 Flugstreichungen am Tag. Es ist eine der größten US-Fluggesellschaften.

Im Gegensatz zu den vom WSJ befragten Experten gab sich American Airlines in einer Mitteilung allerdings zuversichtlich, dass das Software-Update und die damit nötigen neuen Ausbildungselemente für Piloten zu einer Wiederzulassung noch in diesem Jahr führen werde.

luk / dpa-afx

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