Mittwoch, 19. Juni 2019

Nach 737-Max-Abstürzen Aktionäre klagen gegen Boeing - Auslieferungen brechen ein

Boeing 737 Max: Aktionäre werfen Boeing vor, Sicherheitsmängel vertuscht zu haben

Nach dem Absturz von zwei Passagierflugzeugen des Typs 737 MAX haben Aktionäre vor einem US-Bundesgericht Klage gegen Boeing eingereicht. Sie warfen dem US-Konzern am Dienstag in Chicago vor, Sicherheitsmängel vertuscht zu haben. Boeing Börsen-Chart zeigen habe "Rentabilität und Wachstum vor der Sicherheit des Flugzeugs und Ehrlichkeit" gestellt, hieß es. Die 737 MAX sei im Konkurrenzkampf mit Airbus überhastet auf den Markt gebracht worden.

Ein Boeing-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Nach dem Absturz einer Maschine der Ethiopian Airlines am 10. März war der Börsenwert des Konzerns innerhalb von zwei Wochen um 34 Milliarden Dollar gesunken. Am Dienstag ging es für die Aktien um weitere 1,46 Prozent abwärts.

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Bild: REUTERS

Die weltweiten Startverbote schlagen indes auch auf Boeings Auslieferungszahlen durch: Diese seien eingebrochen, teilte der Konzern am Dienstag mit. Im ersten Quartal gingen 89 Maschinen der 737-Serie an die Kundschaft, im Vorjahreszeitraum waren es noch 132 gewesen. Bei den Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen insgesamt gab es einen Rückgang von 184 auf 149 Maschinen.

Nach den Abstürzen baugleicher Flugzeuge in Indonesien und Äthiopien, bei denen innerhalb weniger Monate insgesamt 346 Menschen starben, waren weltweit Flugverbote für Boeings 737-Max-Serie verhängt worden. Die Auslieferungen der bestverkaufen Modellreihe wurde darauhin gestoppt. Bis zur weiteren Klärung der Unfallursachen und Problemen mit einer Steuerungssoftware ist unklar, wie es mit den Fliegern weitergeht. Zuletzt kündigte Boeing an, die Produktion deutlich zu drosseln.

luk / Reuters, dpa-afx

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