Donnerstag, 5. Dezember 2019

Britischer Bergbaukonzern BHP holt neuen Vorstandschef aus den eigenen Reihen

Mike Henry: Der bisherige Australien-Chef soll neuer Konzernchef von BHP werden

Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Börsen-Chart zeigen setzt in den für die Branche schwierigen Zeiten auf Kontinuität an der Spitze. So wird der 53-jährige Kanadier und bisheriger australischer BHP-Chef Mike Henry, der seit 2003 bei BHP ist, zum neuen Vorstandschef, wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Er übernehme am 1. Januar den Posten von Andrew Mackenzie (62), der in den Ruhestand geht.

Mackenzie führt das britische Unternehmen seit 2013 und musste dieses wegen des massiven Kursrückgangs der Rohstoffpreise und der hohen Schulden umbauen - zuletzt trennte er sich vom Schieferöl in den USA. Insgesamt dampfte er die Produktion um fast die Hälfte ein. Am Kapitalmarkt kam dies gut an. Ausgehend vom Mehrjahrestief Anfang 2016 ging es um fast 200 Prozent nach oben. BHP ist an der Börse derzeit umgerechnet fast 110 Milliarden Euro wert.

Anleger wenig begeistert

Die heutige Entscheidung für Henry kam an der Börse wiederum nicht gut an. "Der Vorstand hatte die Chance, sich neu zu aufzustellen, sich wiederzubeleben. Jetzt bekommen wir mehr von demselben, immer das gleiche", sagte Analyst Peter O'Connor von Shaw & Partners. Die Enttäuschung der Anleger spiegelte sich auf dem Aktienmarkt wider: BHP-Anteilsscheine fielen im frühen Handel um 1,6 Prozent.

Auf den neuen Chef warten eine Reihe von Herausforderungen - so drückt das langsamere Wachstum in China auf die gesamte Branche. Vor allem die Nachfrage nach Eisenerz, dem Hauptgewinnbringer für BHP, dürfte anhaltend schwach bleiben. Zudem muss Henry nach der Rosskur entscheiden, in welche Felder investiert werden soll. So ist nach wie vor offen, ob BHP in das Geschäft mit Düngemitteln einsteigt und dafür Milliarden in ein Projekt in Kanada investiert. Sollte dies geschehen, wären die Briten ein Konkurrent des deutschen Kali-Produzenten K+S.

mg/dpa-afx, rtr

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