150.000 Euro für Imtech-Bevorzugung Ehemaliger BER-Manager gibt Schmiergeld-Erhalt zu

Geplanter Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg Willy Brand (BER): Noch ist unklar und ob und wann der Skandal-Airport seinen Betrieb aufnehmen kann

Geplanter Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg Willy Brand (BER): Noch ist unklar und ob und wann der Skandal-Airport seinen Betrieb aufnehmen kann

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Ein angeklagter Ex-Prokurist der Flughafengesellschaft des Hauptstadtairports BER hat vor Gericht zugegeben, von einem früheren Mitarbeiter einer Auftragsfirma Bestechungsgeld entgegengenommen zu haben. "Ich habe 150.000 Euro zu Unrecht erhalten. Es war falsch", sagte der 48-Jährige am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Cottbus.

Mit ihm auf der Anklagebank sitzen zwei Mitarbeiter der inzwischen insolventen Gebäude-Management-Firma Imtech Deutschland, darunter der damalige Vorsitzende der Geschäftsleitung. Sie wollten sich laut Ankündigung ihrer Anwälte zu den Anklagevorwürfen im Prozessverlauf ebenfalls äußern.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin wirft dem ehemaligen Bereichsleiter der Flughafengesellschaft FBB vor, Ende 2012 das Schmiergeld angenommen zu haben. Im Gegenzug soll er sich innerhalb der FBB dafür eingesetzt haben, dass Nachtragsforderungen in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro ungeprüft überwiesen wurden. Empfänger des Geldes waren die Firma und eine Arbeitsgemeinschaft, an der sie beteiligt war.

Die Staatsanwalt hatte Ende Oktober vergangenen Jahres Anklage erhoben. Seit Dezember 2014 fahndeten Landeskriminalbeamte und Neuruppiner Staatsanwälte. Sie gingen einem Hinweis nach, nach dem der damalige Bereichsleiter des Flughafens von Imtech bestochen worden sei. Der inzwischen insolvente Gebäudeausrüster war auf der Flughafenbaustelle unter anderem für die Brandschutzanlagen zuständig.

Als Gegenleistung für das Bargeld soll der BER-Manager Ende 2012 Imtech-Rechnungen in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro ohne durchgewunken haben, ohne zu prüfen, ob der Baukonzern die entsprechenden Arbeiten überhaupt ausgeführt hatte. Tatsächlich zahlte der BER kurz vor dem Jahresende 2012 die Millionen an Imtech. Für die Baufirma dringend benötigtes Geld: Schon damals stand das Unternehmen unter finanziellem Druck.

rei mit dpa-afx
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