Mittwoch, 20. November 2019

Umbau geht voran Bayer verkauft Tiermedizin-Geschäft an Elanco

Bayer-Logo: Der Konzern verkauft seine Sparte mit Tiermedizin für knapp sieben Milliarden Euro

Der Pharmakonzern Bayer Börsen-Chart zeigen verkauft sein Geschäft mit Tiermedizin für 7,6 Milliarden US-Dollar (rund 6,85 Milliarden Euro) an Elanco Animal Health. Der US-Konzern werde dabei 5,3 Milliarden Dollar in bar und 2,3 Milliarden Dollar in eigenen Aktien zahlen, teilte Bayer am Dienstag in Leverkusen mit.

Die Transaktion soll Mitte 2020 abgeschlossen sein. Bayer wolle sich dann "zu gegebener Zeit" von den Anteilen an Elanco trennen. Die Beschäftigten der Animal Health GmbH in Deutschland seien bis 2025 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt und würden zu vergleichbaren Konditionen weiterbeschäftigt.

Bereits vor wenigen Wochen wurde über einen Verkauf an Elanco spekuliert. Die Bayer-Aktie drehte mit der Ankündigung ins Plus, notierte aber im späteren Verlauf kaum verändert.

Elanco, das einst dem US-Pharmariesen Eli Lilly gehörte und von diesem an die Börse gebracht wurde, ist mit weltweit bisher 5600 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 3,1 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) eine feste Branchengröße. Die Firma sorgte bereits 2015 für Aufsehen, als sie die Tiergesundheitssparte des Schweizer Konzerns Novartis schluckte.

Bayer braucht das Geld für den Schuldenabbau

Bayer steht seit dem Kauf des US-Saatgutherstellers Monsanto für 63 Milliarden Dollar unter Druck. Monsanto befindet sich im Zentrum zahlreicher Gerichtsverfahren in den USA, in denen die Kläger das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat für ihre Krebserkrankungen verantwortlich machen. Die Zahl der Klagen belief sich nach Unternehmensangaben Mitte Juli auf rund 18.400. Ein Bundesrichter in Kalifornien hat einen Mediationsprozess angeordnet - bei einer Einigung könnte Bayer in einem Vergleich Milliarden zahlen.

Aus diesem Grund befindet sich Bayer in einem umfassenden Konzernumbau und hat im Zuge dessen auch das Geschäft mit Tiergesundheit zur Disposition gestellt. Vorstandschef Werner Baumann betonte am Dienstag, die Trennung von der Sparte stehe in einer Reihe von im November 2018 angestoßenen Verkäufen. Bayer habe sich im Dezember "anspruchsvolle Ziele zur Wertschaffung gesetzt", erklärte Baumann.

Die Sparte Bayer Animal Health zählt nach Unternehmensangaben zu den führenden Unternehmen im Bereich Tiergesundheit. Sie entwickelt und verkauft etwa Produkte zur Vorbeugung und Behandlung von Haus- und Nutztieren wie Floh-, Wurm- und Zeckenschutzmittel. In der Sparte sind rund 3700 Mitarbeiter beschäftigt, rund 3 Prozent der Bayer-Belegschaft insgesamt. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2018 rund 1,8 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Der Konzernumsatz lag bei knapp 40 Milliarden Euro.


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Zuvor hatte sich Bayer von der US-Fußpflegemarke Dr. Scholls, der Sonnenschutzmarke Coppertone sowie der Mehrheitsbeteiligung am Chemieparkbetreiber Currenta getrennt. Animal Health bringt aber mit Abstand das meiste Geld ein. Das können die Leverkusener zum Schuldenabbau nach der teuren Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto sowie angesichts notwendiger Investitionen ins Pharmageschäft gut gebrauchen.

mg/dpa-afx, afp

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