Historische Hauptversammlung von Bayer Aktionäre rebellieren gegen Bayer-Chef Baumann

Die Hauptversammlung des Agrarchemie- und Pharmakonzerns Bayer liefert eine Sensation: Vorstandschef Werner Baumann wurde als erster amtierender Dax-Chef von den Aktionären nicht entlastet. Eine Blamage für Baumann und für seinen Aufsichtsratschef Werner Wenning.
Blamage für Bayer-Chef Werner Baumann: Die Aktionäre verweigern seine Entlastung

Blamage für Bayer-Chef Werner Baumann: Die Aktionäre verweigern seine Entlastung

Foto: Getty Images

Samstag, 8.30 Uhr: Trotz der herben Abstimmungsniederlage bekommt der Bayer -Chef Werner Baumann Rückendeckung vom Aufsichtsrat des Agrarchemie- und Pharmakonzerns. Das Gremium teilte am frühen Samstagmorgen mit, man stehe "geschlossen hinter dem Vorstand". Im Anschluss an die 13-stündige Hauptversammlung mit hitzigen Wortmeldungen enttäuschter Aktionäre hatte der Aufsichtsrat eine außerordentliche Sitzung einberufen. Danach hieß es von Bayer, der Aufsichtsrat werde den Vorstand dabei "unterstützen, das Vertrauen der Aktionäre und weiterer Stakeholder in das Unternehmen und seine Strategie schnellstmöglich und vollständig wieder zurückzugewinnen." Die Aktionäre hatten indes auch dem Kontrollgremium deutlich gezeigt, dass sie mit dessen Arbeit im vergangenen Jahr nicht sonderlich zufrieden waren: Lediglich 66,4 Prozent stimmten für die Entlastung des Aufsichtsrats.

23 Uhr: Der Aufsichtsrat wurde mit knapper Mehrheit entlastet, dem Vorstand verweigerten die Aktionäre jedoch die Entlastung. Das Votum der Bayer-Aktionäre am Ende einer mehr als zwölfstündigen Hauptversammlung ist eine Sensation. Die Nicht-Entlastung hat zwar keine direkten Folgen für Baumann, dennoch ist fraglich, ob er sich auf dem Posten des Vorstandschefs wird halten können. Als der damalige Deutsche-Bank-Vorstandschef Anshu Jain 2015 nur knapp die Entlastung schaffte, verließ er kurze Zeit später seinen Posten.

Viele Kritiker hatten Baumann zwar die Entlastung verweigert, verstanden dies aber eher als Denkzettel. Zumal es derzeit keine Alternative zu Baumann gibt - der Aufsichtsrat hat sich geschlossen hinter den Bayer-Vorstand gestellt. Aktionärsvertreter Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka etwa wies trotz seiner Kritik am Monsanto-Deal darauf hin, dass ein Stühlerücken an der Konzernspitze "das Chaos noch vergrößern" würde.

22.40 Uhr: Die Aktionäre von Bayer haben der Führungsspitze des Agrarchemie- und Pharmakonzerns das Misstrauen ausgesprochen. Auf der Hauptversammlung am Freitag in Bonn stimmten 55,5 Prozent des anwesenden Grundkapitals gegen eine Entlastung des Vorstands. Das ist ein herber Rückschlag für Konzernchef Werner Baumann: 2018 war der Vorstand noch mit rund 97 Prozent entlastet worden. Das Votum hat zwar keine direkten Folgen, darf aber als schallende Ohrfeige für den Vorstand verstanden werden. Der Aufsichtsrat wurde mit knapper Mehrheit dagegen entlastet.

Baumann hatte die umstrittene Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto im vergangenen Jahr durchgezogen - aus Sicht zahlreicher Großaktionäre war dies eine schlechte Entscheidung, auch weil wegen einer Klagewelle in den USA hohe Schadenersatzzahlungen drohen.

22.30 Uhr: Herbe Niederlage für den Bayer-Vorstand: Die Aktionäre entlasten zum Ende der Hauptversammlung zwar den Bayer-Aufsichtsrat, verweigern dem Bayer-Vorstand jedoch die Entlastung. Bayer-Chef Werner Baumann erhält nur 45 Prozent Zustimmung beim Entlastungsvotum. Eine Demütigung für den Bayer-Chef. Baumann ist damit der erste amtierende Vorstandschef eines Dax-Konzerns, dem die Aktionäre die Entlastung verweigern.

21.30 Uhr: Die Hauptversammlung von Bayer zieht sich weiter hin - inzwischen dauert das Aktionärstreffen bereits mehr als elf Stunden. Die letzte Fragerunde ist beendet. Nach Beantwortung der Fragen können die Anwesenden dann zur Abstimmung über Vorstand und Aufsichtsrat schreiten.

18.00 Uhr: Die Bayer-Hauptversammlung wird zum Sitzungsmarathon: Ein Ende ist auch am frühen Freitagabend noch nicht absehbar. Mehr als 60 Redner standen auf der Redeliste, und noch immer warten zahlreiche verärgerte Aktionäre - trotz Begrenzung der Redezeit auf maximal 5 Minuten - auf ihren Auftritt. Spannend wird am Abend noch einmal die Frage, mit welcher Zustimmungsquote die Bayer-Führung entlastet werden wird. Eine Quote unter 70 Prozent dürfte als schallende Ohrfeige und Blamage für die Bayer-Führung gewertet werden.

Bayer-Chefaufseher Werner Wenning: Kurz mal die Fassung verloren

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16.30 Uhr: Immer wieder melden sich verärgerte Privatanleger zu Wort und kündigen an, Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Antrieb ist vor allem der Blick auf das eigene Aktien-Depot: Die Übernahme des US-Saatgutkonzerns und Glyphosatherstellers Monsanto hat den Börsenwert von Bayer um rund 40 Prozent sinken lassen und Aktionäre damit in Summe bereits knapp 40 Milliarden Euro gekostet.

16.15 Uhr: Es sind so viele Privataktionäre nach Bonn gekommen, dass der Saal nicht ausreicht und einige hundert der insgesamt 3600 Aktionäre in den alten Tagungssaal des Bundestags ausquartiert werden müssen. Neben dem Bundesadler prangt das Bayer-Kreuz. Dieses Kreuz symbolisierte 2014 noch das wertvollste Unternehmen im Deutschen Leitindex. Bayer-Chef Werner Baumann nennt den Wertverfall seines Unternehmens eine "übertriebene Kursreaktion". Sie spiegele nicht den wahren Wert des Unternehmens wider - kann mit derlei Floskeln aber die Aktionäre kaum beruhigen.

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16.00 Uhr: Der Aktienkurs von Bayer (Kurswerte anzeigen) pendelt am Tag der Hauptversammlung kaum verändert um die Marke von 61 Euro. Im Sommer 2017 hatte die Aktie ein Rekordniveau von 121 Euro erreicht. Sollte der Aktienkurs weiter verfallen, droht Bayer selbst zum Opfer einer Übernahme zu werden. Schließlich ist der Konzern nur noch 57 Milliarden Euro wert - nur wenig mehr, als die Leverkusener selbst für Monsanto bezahlt haben. Die Ironie der Geschichte: Einer der wichtigsten Antriebsfedern, durch Übernahmen zu wachsen, war Bayers Angst, eines Tages im Zuge einer feindlichen Übernahme zerschlagen zu werden.

15.30 Uhr: Baumann ist mit der zweiten Runde seiner Antworten durch. Jetzt haben wieder die Aktionäre das Wort. Das Ping Pong-Spiel wird kleinteiliger. Und Bayer bekommt die Schläge, die früher Monsanto vorbehalten waren. Jetzt steht eine Misereor-Sprecherin am Mikrofon: "Bayer hat nicht nur Monsanto übernommen sondern auch die Argumente von Monsanto." Für die kommenden Stunden hat sich noch einmal Corporate-Governance-Experte Christian Strenger für ein weiteres juristisches Gefecht angekündigt. Sein Schlagabtausch mit Versammlungsleiter Wenning von 14.20 Uhr soll nicht das letzte Wort in dieser Sache gewesen sein.

15.00 Uhr: Jetzt wechseln sich Kleinaktionäre, die Kursverluste beklagen und Entlastung verweigern wollen, mit Sprechern von Ökoorganisationen ab, die Grundsätzliches über die Schädlichkeit von Bayer-Medikamenten und Unkrautvernichtern loswerden wollen. Das wird sich noch eine Weile hinziehen. Gleich ist wieder Vorstandschef Baumann mit der Beantwortung der ihm aufgegebenen Fragen dran.

Betriebsrat dankt Bayer-Führung für Erhöhung des Bonus

14.35 Uhr: Nachdem der Sprecher der kritischen Aktionäre seine Rede im Superschnellsprechmodus heruntergerasselt hat und eine Minute vor Erreichen der Redegrenze das Mikrofon wieder frei gibt, begrenzt Wenning die Redezeit auf fünf Minuten und leistet sich einen Freudschen Versprecher. Statt des beabsichtigten "Redner" rutscht ihm "Rentner" heraus.

14.25 Uhr: Jetzt schließt der Betriebsrat des Standorts Leverkusen die Wagenburg. Er stellt sich hinter den Vorstand und bedankt sich brav beim Vorstand für die Erhöhung des Bonus. Zumindest eine Fraktion im Bayer-Reich, die Baumann und Wenning zufriedengestellt haben.

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Reuters

14.20 Uhr: Scharmützel zwischen Versammlungsleiter Wenning und Corporate-Governance-Experte Strenger. Wenning moniert die Überschreitung der Redezeit. Strenger will seine Gegenanträge vorlesen und begründen. Wenning widerspricht. Strenger weist ihn darauf hin, dass er damit die Rechtssicherheit der Hauptversammlung gefährdet. Sein Sonderprüfungsbegehren ausführlich zu begründen, dazu kommt er aber nicht. Wenning fordert ihn auf, seine Begründung beim Notar zu hinterlegen. Abgang Strenger.

Aktionärsschützer fordert Sonderprüfung zum Monsanto-Kauf

14.05 Uhr: Auftritt Christian Strenger, Gründungsmitglied der Regierungskommission Corporate Governance und einst Vorstandssprecher der Fondsgesellschaft DWS. Er war der erste prominente Aktionärsvertreter, der Vorstand und Aufsichtsrat die Verweigerung der Entlastung androhte. Als gewiefter Dramaturg aber hat er sich noch eine Schlusspointe für die Hauptversammlung aufgehoben. Der Jurist beantragt eine Sonderprüfung nach Paragraph 142 Absatz 1 Aktiengesetz, die Aufklärung über die Umstände des Monsanto Erwerbs bringen soll.

Dabei soll vor allem geklärt werden, wie tief der Bayer-Vorstand sich in die im Zusammenhang mit den Glyphosatklagen aufgetretenen Rechtsrisiken eingefräst hat. Und wie intensiv das Monsanto-Management dabei kooperiert (oder sich verweigert) hat. Als Leiter der Sonderprüfung schlägt Strenger den Betriebswirtschaftsprofessor Hans-Joachim Böcking, Professor für Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsprüfung und Corporate Governance von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt vor.

Für alle, die sich nicht mehr an den denkwürdigen Kurzauftritt von Werner Baumann und dem ehemaligen Monsanto-Chef Hugh Grant unmittelbar nach Abschluss der Übernahme erinnern: Grant, der nur wenig später ohne Glyphosat-Sorgen und statt dessen mit einer Abfindung in zweistelliger Millionenhöhe den Konzern verließ, konnte sich ein breites Grinsen vor der Kamera nicht verkneifen. Hier noch einmal zum Nachschauen:

13.55 Uhr: Eine Stunde hat Bayer-CEO Baumann gebraucht, um die erste Fragerunde abzuschließen. Viel Neues hat er nicht gesagt.

13.15 Uhr: Inzwischen arbeitet sich Vorstandschef Baumann an dem umfangreichen Fragenkatalog ab, den ihm seine Aktionäre vor die Füße gelegt haben. Er dreht sich hauptsächlich um die Rechtsrisiken, die er sich mit dem Kauf von Monsanto eingehandelt hat. Dabei hat er seiner Rede nichts wesentlich Neues hinzuzufügen.

Bayer-Chef Werner Baumann muss am Freitag einen umfangreichen Fragenkatalog seiner Aktionäre abarbeiten. Kern vieler Eingaben: die Rechtsrisiken der Mega-Übernahme von Monsanto - und ob er sie unterschätzt hat

Bayer-Chef Werner Baumann muss am Freitag einen umfangreichen Fragenkatalog seiner Aktionäre abarbeiten. Kern vieler Eingaben: die Rechtsrisiken der Mega-Übernahme von Monsanto - und ob er sie unterschätzt hat

Foto: Wolfgang Rattay/ REUTERS

Zwischendurch ergreift Versammlungsleiter Wenning das Wort und antwortet DSW-Sprecher Tüngler, dass er nicht über die Brücke gehen will, die ihm der Aktionärsschützer gebaut hat: "Wir haben uns eingehend mit den Risiken der Übernahme beschäftigt und sind nach wie vor der Überzeugung, dass wir umsichtig und richtig gehandelt haben. Deshalb sehen wir keinen Grund, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat zu vertagen." Diese Aussage kann man als Indiz werten, dass die von den Proxy-Vote-Organisationen und den Depotbanken per Briefwahl abgegebenen Voten kein allzu katastrophales Ergebnis in Sachen Entlastung ergeben haben.

12.55 Uhr: 601 Millionen Stimmrechte sind heute vertreten, da sind die von den Proxy-Vote-Organsiationen und den Depotbanken ausgeübten Stimmrechte bereits enthalten. Physisch sind 3600 Anteilseigner anwesend.

Neues Jobangebot für Werner Wenning - Umschulung zum Imker

Ein Glyphosat-Gegner hält vor Beginn der Bayer-HV in Bonn tote Bienen hoch. Die Vizepräsidentin des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerverbands schlägt Bayer-Chefkontrolleur Wenning einen Jobwechsel vor

Ein Glyphosat-Gegner hält vor Beginn der Bayer-HV in Bonn tote Bienen hoch. Die Vizepräsidentin des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerverbands schlägt Bayer-Chefkontrolleur Wenning einen Jobwechsel vor

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12.45 Uhr: Annette Seehaus-Arnold, Vizepräsidentin des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerverbands und langjährige Hauptversammlungsrednerin, führt die Veranstaltung auf ein neues humoristisches Niveau. Sie schlägt Wenning vor, den Beruf zu wechseln, und will ihm auch bei der Suche nach einem seinen Fähigkeiten entsprechenden Ausbildungsplatz unterstützen: "Da können Sie ein demokratisches Geschäftsmodell kennen lernen, in dem seit 1000 Jahren gute Entscheidungen getroffen werden und in dem auch die Frauenquote stimmt." Aufsichtsratschef Wenning reagiert humorlos auf den kleinen Stich und erinnert an die Einhaltung der Redezeitbegrenzung.

Werner Baumann: Knapp eine Stunde lang verteidigte der Bayer-Chef in monotoner Tonlage seinen Kurs. Anschließend hagelte es Kritik der Aktionäre: "Haben Sie sich blenden lassen, Herr Baumann?"

Werner Baumann: Knapp eine Stunde lang verteidigte der Bayer-Chef in monotoner Tonlage seinen Kurs. Anschließend hagelte es Kritik der Aktionäre: "Haben Sie sich blenden lassen, Herr Baumann?"

Foto: Wolfgang Rattay/ REUTERS

12.35 Uhr: Joachim Kregel von der Schutzgemeinschaft für Kapitalanleger sagt das Gleiche wie seine Vorredner, nur mit anderen Worten. Dabei überzieht er kräftig seine Redezeit, um am Ende zu verkünden: "Wir können Vorstand und Aufsichtsrat nicht entlasten."

12.30 Uhr: Die Zahl der Redner ist auf insgesamt 64 gestiegen. "Wenn wir so weiter machen, dann dauert die Hauptversammlung bis Morgen früh um neun," sagt Versammlungsleiter Wenning und begrenzt die Redezeit auf sieben Minuten.

12.25 Uhr: Ingo Speich von der Fondstochter der Deka, der Investmentgesellschaft der Sparkassen, fällt in den Chor der Kritiker ein: "Heute stehen wir von einem Scherbenhaufen. Der Gigant ist zum Zwerg mutiert. Das Management hat eine kerngesunde Bayer mit dem Monsanto-Virus infiziert, doktert nun herum, hat aber auch kein heilendes Medikament zur Verfügung", sagt Speich. Normalerweise würde der Patient nun Zeit zum Auskurieren brauchen. Diese würde der Kapitalmarkt Bayer  aber nicht geben.

Das Management habe die Klagerisiken in den USA massiv unterschätzt, so Speich. Die Klagefreudigkeit in den USA ist hoch, zudem sei Monsanto in sensiblen Geschäften tätig. Die Automobil- oder Bankenbranche hätten es vorgemacht - Industriepolitik werde auch über Gerichte gemacht und Monsanto sei letztlich nun ein deutsches Unternehmen. Gebetsmühlenartig den langfristigen Wert der Übernahme zu betonen und auf Studien zu verweisen, reiche in dieser Situation nicht mehr aus.

"Wir stimmen in Tagesordnungspunkt 2 und 3 gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat", sagt Speich. Die Akquisition von Monsanto war bislang einzig und allein wertvernichtend. Risiken wurden falsch bewertet und das Vertrauen des Kapitalmarkts massiv beschädigt. Zudem sehen wir im Aufsichtsrat nicht die ausreichende fachliche Kompetenz, um die operativen und die Rechtsrisiken der Übernahme von Monsanto richtig einschätzen zu können."

Bayer nach 40 Prozent Kursrutsch: Die riskanteste Wette im Dax - und die verlockendste

12.20 Uhr: Aufsichtsratschef Werner Wenning schließt die Rednerliste bei einem Stand von 47 Wortmeldungen.

"Risiken nicht mehr kalkulierbar" - diese Aktionäre verweigern der Bayer-Führung die Entlastung

12.15 Uhr: Auch die DWS, die Fondstochter der Deutschen Bank, schlägt in die gleiche Kerbe. Nikolas Huber macht sich Sorgen um 150 Jahre erfolgreiche deutsche Industriegeschichte, die er mit der mit der Monsanto-Übernahme in Gefahr sieht. "Die Risiken sind für uns Aktionäre schon jetzt nicht mehr kalkulierbar." Die DWS will sich bei Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat enthalten.

12.00 Uhr: Union-Invest-Mann Werning ist mit seiner Abrechnung mit dem Bayer-Management noch nicht fertig. "Die Unternehmensführung von Bayer muss sich dem Vorwurf stellen, die enormen juristischen Risiken der Monsanto-Übernahme in ihrer Tragweite weder erkannt noch angemessen berücksichtigt zu haben. Der Vorstandsvorsitzende hat die Transaktion mit Unterstützung des Aufsichtsrats vorangetrieben und ungeachtet aller Widerstände verwirklicht", so Werning. "Aufgrund der anhaltenden negativen Entwicklungen bei Bayer  , der hohen rechtlichen Risiken und der massiven Kursverluste verweigern wir dem Vorstand und dem Aufsichtsrat die Entlastung für das Geschäftsjahr 2018. "

11.55 Uhr: Nun ist Janne Werning von Union Investment dran, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken. Und er verschärft den Ton: "Während die industrielle Logik der Transaktion sich erst noch bewahrheiten muss, haben sich Reputations- und Klagerisiken bereits materialisiert. Bayer sieht sich mit einer Klagewelle und enormen Kursverlusten konfrontiert. Dem Konzernumbau drohen Tausende von Arbeitsplätzen zum Opfer zu fallen."

Und Werning legt nach: "Zwar liegen die Vorteile einer Kombination von Agrochemie- und Saatgutgeschäft anscheinend auf der Hand, doch warum musste es ausgerechnet Monsanto sein, das umstrittenste Unternehmen der Branche? Schließlich waren die mit Monsanto verbundenen Risiken seit vielen Jahren bekannt. Konfliktstoff boten der Einsatz von Gentechnik, Vorwürfe wegen krebserregender Eigenschaften von Glyphosat, die Gefährdung der Biodiversität sowie das allgemeine Geschäftsgebaren des Unternehmens. Haben Sie sich von möglichen Synergieeffekten blenden lassen, Herr Baumann?"

11.40 Uhr: Jetzt haben die Aktionäre das Wort. Als erster Redner tritt Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) an. Er gibt den Ton für die kommenden Stunden vor. "Lieber Herr Wenning, Sie sagen, dass wir keine Probleme haben, aber wir haben die Probleme in unserem Portfolio." Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat will Tüngler am liebsten auf die Hauptversammlung des kommenden Jahres verschieben. "Wir wollen keine Personaldiskussion und die wird kommen, wenn die Abstimmungsergebnisse bei der Entlastung schlecht ausfallen." Und er fügt hinzu: "Das wird die letzte Brücke sein, die ich Ihnen baue."

11.35 Uhr: Wenning ist mit seinem Rechenschaftsbericht durch. Schon jetzt ist klar, dass es bis in den Abend gehen wird. 45 Redner haben sich bis jetzt gemeldet. Auf 10 Minuten werden Frage- und Redezeiten begrenzt.

Gesundbeter Werner Baumann: "Bayer wird Bayer bleiben"

"Bayer wird Bayer bleiben": Mit seiner optimistischen Welt- und Unternehmenssicht steht Bayer-Chef Werner Baumann derzeit ziemlich alleine da

"Bayer wird Bayer bleiben": Mit seiner optimistischen Welt- und Unternehmenssicht steht Bayer-Chef Werner Baumann derzeit ziemlich alleine da

Foto: REUTERS

11.15 Uhr: Baumann kommt zum Abschluss: "Bayer wird Bayer bleiben. Im Kern geht es uns immer um verantwortungsvolle Wissenschaft zum Wohle von Kunden, Konsumenten und Patienten. Das war vor mehr als 30 Jahren so, als ich bei diesem wunderbaren Unternehmen angefangen habe. Das ist auch heute noch so und das wird auch so bleiben." Damit ist Baumann nach 56 Minuten durch. Der Beifall bleibt kurz und leise. Jetzt ist wieder Aufsichtsratschef Wenning dran, der über die Arbeit der Kontrolleure referiert. Die Aktionäre lauschen ruhig und konzentriert.

10.50 Uhr: Baumann kann einfach nicht aus seiner Haut. Er liest vom Blatt ab, seine Stimme schwebt stets in der gleichen Tonlage, die Wortwahl ist von den Hausjuristen doppelt und dreifach geprüft. Egal ob er über Zahlen spricht oder das Schicksal von Edwin Hardeman oder Dewayne Johnson, den beiden Krebspatienten, die ihre Erkrankung auf den Einsatz von des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Round up zurückführen, alles hört sich gleich an. Den ersten Applaus gibt es, nach einer halben Stunde. An diesem Punkt bedankt er sich bei seinen Mitarbeitern.

10.30 Uhr: Baumann spricht seit zehn Minuten zur Lage des Konzerns. Er holt sehr weit aus. Fängt mit dem Kauf der Pflanzenschutzsparte von Aventis an. Er ist jetzt bei Seite fünf seines eng bedruckten Manuskriptes. 14 Seiten hat er noch vor sich. Das wird noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Im Saal ist es ruhig.

Bayer: Die Hauptversammlung des Pharma- und Agrarchemiekonzerns heute in Bonn dürfte turbulent werden. Bayer-Chef Werner Baumann (links) sowie Aufsichtsratschef Werner Wenning (rechts) stehen unter Druck

Bayer: Die Hauptversammlung des Pharma- und Agrarchemiekonzerns heute in Bonn dürfte turbulent werden. Bayer-Chef Werner Baumann (links) sowie Aufsichtsratschef Werner Wenning (rechts) stehen unter Druck

Foto: REUTERS

10.20 Uhr: Chefaufseher Wenning hat sich entschlossen, die aktuell gewaltigen Probleme des Bayer-Konzerns nicht kleinzureden. Er beginnt sanft, bedauert die Kursverluste. "Die heutige Hauptversammlung ist keine Routine-Hauptversammlung", beginnt er das Aktionärstreffen. Bayer sei in "erheblichem Maß" von den Glyphosat-Prozessen betroffen, mit entsprechenden negativen Folgen für den Aktienkurs. "Das bedauern wir sehr", sagt Wenning. Zugleich macht Wenning schnell klar, dass er keinen Millimeter von seiner Linie abweichen will. Er stellt sich noch einmal hinter Vorstand und Strategie. Die nächste Viertelstunde vergeht mit der Verlesung der Formalien. Um 10.20 bittet er CEO Werner Baumann ans Mikrophon. Wenning wird mit höflich leisem Beifall verabschiedet.

10.00 Uhr: Wenning begrüßt die Anteilseigner. Er ist, Ordnung muss sein, pünktlich.

Werner Wenning und Werner Baumann: Die Schicksalsgemeinschaft und ein zweiminütiger Händedruck

Baumann, Wenning: Gemeinsam die Strategie durchziehen

Baumann, Wenning: Gemeinsam die Strategie durchziehen

Foto: ddp images/Sven Simon

9.55 Uhr: Aufsichtsratschef Werner Wenning und CEO Werner Baumann erscheinen auf der Bühne. Wenning in grau, Baumann in blau. Beide hat man schon entspannter gesehen. Sie setzen sich, stehen wieder auf. Stellen sich demonstrativ eng vor die Fotografen. Der Händedruck dauert zwei Minuten.

9.45 Uhr: Noch ist alles ruhig hier, der Saal im Bonner Konferenzzentrum ist leer, das Catering hat ordentlich zu tun. Vor dem World Coneference Center haben sich wie in jedem Jahr zur Hauptversammlung auch zahlreiche Umweltaktivisten und Gegner des Bayer-Konzerns eingefunden, die schon seit Jahren für den Protestbegleitrummel sorgen. Darunter sind NGOs, Ökologen und Bienenschützer. Zwei Polizeibeamte haben die Bienenschützer soeben aufgefordert, ihre symbolische Bienenvergasung zu beenden und ihre schwer qualmenden Rauchmaschinen abzustellen.

9.40 Uhr: Eben ist der wöchentliche Friday-for-Future-Demonstrationszug vor der Halle eingetroffen. Unter die "Es gibt kein Recht auf SUV"-Sprüche mischen sich heute Anti-Baysanto-Parolen. In zwanzig Minuten geht es los.

Tote Bienen: Symbolischer Protest gegen Bayer vor Beginn der Hauptversammlung

Tote Bienen: Symbolischer Protest gegen Bayer vor Beginn der Hauptversammlung

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9.30 Uhr: Zeitenwende für Bayer : Die traditionell sehr hohe Zustimmungsquote für Vorstand und Aufsichtsrat dürfte diesmal ungewohnt niedrig ausfallen - falls die Abstimmung über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat nicht sogar verschoben wird, um eine öffentliche Blamage für Bayer zu vermeiden. Der Großaktionär Deka will gegen die Entlastung stimmen, die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will die Abstimmung zumindest vertagen. Noch vor einem Jahr wurde der Vorstand bei dem Aktionärstreffen mit gut 97 Prozent des vertretenen Grundkapitals entlastet. Am Freitag dürfte der Wert deutlich niedriger sein.

Den schlechten Ruf Monsantos unterschätzt: Bayer droht nach der Übernahme von Monsanto nun selbst zum "Corporate Evil" zu werden

Den schlechten Ruf Monsantos unterschätzt: Bayer droht nach der Übernahme von Monsanto nun selbst zum "Corporate Evil" zu werden

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9.00 Uhr: Firmenchef Werner Baumann hatte am Donnerstag die Zahlen für das erste Quartal 2019 vorgestellt. Die fielen positiv aus, der Umsatz kletterte auf gut 13 Milliarden Euro nach oben - das war besser als von Analysten erwartet. Als ein Wachstumstreiber erwies sich hierbei ausgerechnet die Agrarsparte mit dem aufgekauften Ex-Konkurrenten Monsanto - auch hierauf könnte Baumann verweisen, wenn er sich am Rednerpult im Kongresszentrum dem Publikum zuwendet. An der Börse gibt die Bayer-Aktie  am Freitag dennoch rund 1 Prozent nach, nachdem sie am Vortag noch zugelegt hatte.

8.30 Uhr: Bayer ist mit Blick auf die Geschäftszahlen zwar gut unterwegs, die Rechtsrisiken sind seit der Monsanto-Übernahme allerdings gewaltig. Mittlerweile hat Bayer zwei Geschworenen-Prozesse verloren, in denen die Kläger Entschädigungen von jeweils fast 80 Millionen Dollar zugesprochen bekamen. Bayer, das die Sicherheit von Glyphosat beteuert und auf zahlreiche entsprechende Studien verweist, will in beiden Fällen in Berufung gehen. Insgesamt gibt es aber schon 13.400 Klagen gegen Bayer in Zusammenhang mit Glyphosat.

8.00 Uhr: Um zehn Uhr will Werner Wenning (72) das Treffen der Bayer-Aktionäre im Bonner World Conference Center eröffnen. Es wird seine 7. Hauptversammlung sein, die er als Aufsichtsratsvorsitzender des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns leitet - und in den kommenden Stunden wird es für den Mann, der als Lehrling bei Bayer angefangen hat, wohl auf seine bislang härteste Konfrontation mit seinen Anteilseignern hinauslaufen.

Wenning war es, der zusammen mit dem von ihm sorgsam aufgebauten Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann (56) den Kauf des Saatgut- und Pestizid-Riesen Monsanto eingeleitet und bis zur endgültigen Übernahme vorangetrieben hat. Er hat also in den Augen seiner Anteilseigner auch zu verantworten, dass Bayer rund 40 Prozent seines Börsenwerts verloren hat, seitdem das US-Unternehmen, das den Unkrautvernichter Glyphosat entwickelte und zur Marktreife brachte, Teil des Bayer-Konzerns wurde.

Shareholder am Rande der Rebellion

Shareholder am Rande der Rebellion

Die Shareholder sind am Rande einer Rebellion gegen Vorstand und Aufsichtsrat. Noch fordern sie nicht die Ablösung der Konzernspitze, aber eine schmerzhafte Warnung sollen Wenning und Baumann schon bekommen.

Vor drei Tagen meldete die Agentur Reuters, dass die US-Fondsgesellschaft Blackrock, die rund 7,5 Prozent der Bayer-Anteile hält, sich bei der Abstimmung über die Entlastung des Vorstands entweder enthalten oder gegen die Konzernspitze stimmen will. Die Fondsgesellschaften der Sparkassen und Volksbanken, Deka und Union-Investment, die jeweils rund eine Million Bayer-Aktien halten, wollen gleichfalls gegen die Entlastung des Vorstands votieren. Beide werden auch den Aufsichtsrat nicht entlasten.

Hinzu kommt: Die drei großen Stimmrechtsorganisationen Institutional Investors Service, Glass Lewis und Ivox, die zahlreiche kleinere und mittlere Investmentfirmen vertreten, raten ihrer Klientel ebenfalls von der Entlastung des Vorstandes ab. Ivox und Glass Lewis lehnen auch die Entlastung des Aufsichtsrats ab.

Haben Wenning und Baumann Monsanto unterschätzt?

Fondsfirmen, Anteilseigner und Aktionärsvertreter werfen Wenning und Baumann vor, die Risiken des Monsanto-Kaufs sträflich unterschätzt zu haben. Sie wissen dabei aber sehr genau, dass auch ein schlechtes Abstimmungsergebnis Wenning nicht dazu bewegen wird, Baumann fallen zu lassen. Der Bayer-Aufsichtsratschef hat sich zusammen mit dem kompletten Kontrollgremium im Februar noch einmal hinter den CEO und seine Strategie gestellt, aus Bayer den weltweit führenden Hersteller von Saatgut und Agrarchemikalien zu formen. Anders als etwa Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner (62), der vor ziemlich genau vier Jahren seinen CEO Anshu Jain (56) nach einer Entlastungsquote von etwas mehr als 60 Prozent fallen ließ, hält Wenning zu seinem Konzernchef.

Und Bayer hat im Vorfeld alles dafür getan, um die Stimmung unter den Aktionären zu drehen . Zwei Gutachten, eines von der Kanzlei Linklaters und eines vom Münchener Jura-Professor Matthias Habersack ausgefertigt, sollen belegen, dass die Bayer-Spitze sich im Vorfeld der Übernahme sorgfältig sämtliche Risiken der Monsanto-Risiken angesehen, abgewogen und damit im Sinne des Aktienrechts unbedenklich gehandelt hat. Die auf Konflikte zwischen Anteilseignern und Unternehmen spezialisierte Investor-Relations Agentur D.T. King warb im Vorfeld noch einmal für Baumanns und Wennings Durchhaltestrategie, die im Wesentlichen darin besteht, die von Laienjurys gefällten Urteile in den Berufungsinstanzen zu kippen.

In der just zwei Tage vor der Hauptversammlung veröffentlichten Berufungsbegründung im Verfahren des Schulhausmeisters Dewey Johnson, der seine Krebserkrankung auf den Einsatz des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup zurückführt, zementiert die Bayer-Spitze noch einmal ihre Argumentation: "Führende Regulierungsbehörden in den USA und weltweit beurteilen seit 40 Jahren die umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnisse über glyphosatbasierte Herbizide und kommen weiterhin zu der Schlussfolgerung, dass diese Produkte bei sachgemäßer Verwendung sicher sind und Glyphosat nicht krebserregend ist. Angesichts des weltweiten Konsens auf regulatorischer Ebene gibt es keine Rechtsgrundlage für eine Jury, Monsanto auf der Basis von gezielt ausgesuchten und unzuverlässigen Beweisen für haftbar zu erklären."

Geschäftszahlen als Unterstützung

Die guten Zahlen für das erste Quartal, etwas mehr als 24 Stunden vor Hauptversammlungsbeginn veröffentlicht, sollen die Botschaft ebenfalls noch einmal untermauern: Liebe Aktionäre, habt doch Geduld, wir sind auf dem richtigen Weg!

Tatsächlich belegen die Quartalsergebnisse, dass Bayer bei der Monsanto-Integration gut unterwegs ist. Sie zeigen aber auch, wie stark der Konzern in den kommenden Jahren auf die Erträge aus dem Geschäft mit Saatgut, Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden angewiesen ist. Für die Bestseller aus dem Pharmabereich, den Blutgerinnungshemmer Xarelto und das Augenmittel Eylea, deren Patente Ende 2024 abzulaufen beginnen und die für mehr als vier Milliarden Euro Umsatz stehen, ist noch kein Nachfolger in Sicht. Auch dazu werden Wenning und Baumann sich in den kommenden Stunden eine ganze Reihe kritischer Fragen anhören müssen.

Und dann wird es um den Preis gehen, den Bayer für seine Führungsrolle in der industriell organisierten Landwirtschaft schon heute bezahlen muss. Die Rolle des Corporate Evil, des Bösen in Firmengestalt, die Monsanto über Jahre hinweg mit masochistischem Stolz ausgefüllt hat (und in deren Windschatten andere Glyphosathersteller wie Bayer, Dow Chemical oder Syngenta jahrelang unbehelligt blieben), beginnt langsam, aber unaufhörlich auf den neuen Eigentümer Bayer abzufärben.

Höflich und stoisch lächelnd

Dass Bayer sich auf seinen Hauptversammlungen mit einer ganzen Reihe von NGOs herumschlagen muss, gehört seit langem dazu. Versammlungsleiter Wenning hat die Anwürfe meist höflich und stoisch lächelnd ertragen. Diese Leute hatten mit seiner Welt nichts zu tun. Auch das hat sich inzwischen geändert, der rheinische Katholik und regelmäßige Kirchgänger bekommt nun auch Feuer aus der Welt, in der er sich zu Hause fühlt. Einen Tag vor der Hauptversammlung wendet sich Misereor, die Hilfsorganisation der katholischen Bischöfe, von Bayer ab. Seit die Leverkusener Monsanto übernommen haben, habe sich die Zahl im Pflanzenschutz eingesetzten Wirkstoffe, die keine Zulassung innerhalb der EU haben, drastisch erhöht, rechnen die Kirchenleute Bayer vor.

Der Protest, der Bayer nun auf der Hauptversammlung entgegenschlägt, ist eine sehr wirkkräftige, ja in Überdosis geradezu toxische Mischung aus starken gesellschaftlichen Strömungen und der Macht der Investoren. Und eine Mahnung an alle Handelnden in der Wirtschaft: eine Strategie nicht nur auf Zahlen und Ratio aufzubauen, sondern auch mit den Emotionen der Gesellschaft zu rechnen.

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