Sonntag, 15. Dezember 2019

Frist für Monsanto-Deal läuft ab Bayer bleiben drei Wochen für Monsanto-Deal, Baumann bleibt cool

Bayer-Chef Werner Baumann auf der Hauptversammlung in Bonn: "Transaktion in Kürze abschließen"

Bayer -Chef Werner Baumann rechnet weiter mit einem zeitnahen Abschluss der Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto . "Nach fast zwei Jahren intensiver Arbeit haben wir fast alle entscheidenden Freigaben erhalten. Wir gehen davon aus, die Transaktion in Kürze abschließen zu können", sagte Baumann am Freitag auf der Hauptversammlung in Bonn.

Entscheidend bleibt die noch ausstehende Zustimmung des US-Justizministeriums. Hier hatte es zuletzt dem Vernehmen nach aber Fortschritte gegeben, auch weil Bayer umfangreiche Geschäfte an den Rivalen BASF abgibt. Um die Freigaben der EU-Wettbewerbshüter zu erhalten, hat der Konzern den Verkauf von Geschäften mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro für 7,6 Milliarden Euro an den Chemiekonzern BASF zugesagt.

Bis 14. Juni muss der Deal stehen

Branchenexperten rechnen daher mit grünem Licht aus den USA. Bayer hat auch schon das Management-Team für die neue, größere Agrarchemie-Geschäft vorgestellt.

Allerdings drängt die Zeit. Bis zum 14. Juni muss der 62,5 Milliarden Dollar schwere Deal stehen, sonst könnten die Amerikaner zurücktreten, müssten aber zumindest nachverhandeln. Und für Bayer würde beides wohl teuer werden. Sollte der Kauf wegen fehlender kartellrechtlicher Zustimmungen platzen, muss Bayer eine Entschädigung von 2 Milliarden Dollar zahlen.

Ein Mann, ein Deal: Werner Baumanns Höllenjahre mit Monsanto

Einspar-Effekte 300 Millionen Euro niedriger als zuvor angenommen

Bayer erwartet unterdessen nach der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto nun niedrigere Spareffekte als bislang angenommen. Ab 2022 rechnet der Konzern mit jährlichen Beiträgen zum bereinigten Betriebsergebnis (Ebitda) von 1,2 Milliarden Dollar durch Synergien, wie Bayer am Freitag auf der Hauptversammlung mitteilte. Bislang waren die Leverkusener von 1,5 Milliarden Dollar im Jahr ausgegangen.

Trotz des niedrigeren Einsparziels legte die Aktie von Bayer am Freitag weiter zu. Offenbar hatten Anleger befürchtet, dass das Synergieziel noch weiter heruntergeschraubt würde. Die Aktien des Dax-Schwergewichts bauten ihre Gewinne auf 1,4 Prozent aus.

Finanzchef Johannes Dietsch hatte aber bereits erklärt, dass sich durch den Verkauf von Konzernteilen das Synergiepotenzial verringere. Eine konkrete neue Zahl hatte er aber noch nicht genannt.

la/dpa/reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung