Bayer platziert Milliardenanleihe Finanzierung des Monsanto-Deals wird teurer

Bayer ist seine vier Milliarden Euro schwere Pflichtwandelanleihe zur Teilfinanzierung der Monsanto-Übernahme schwer losgeworden. Der Konzern musste bei Zinssatz und Wandlungsprämie die für ihn ungünstigsten Konditionen der angekündigten Spannen hinnehmen.
Nicht gerade ein Schnäppchen: Bayer hat sich mit Monsanto auf einen Übernahmepreis von 66 Milliarden Dollar geeinigt

Nicht gerade ein Schnäppchen: Bayer hat sich mit Monsanto auf einen Übernahmepreis von 66 Milliarden Dollar geeinigt

Foto: AP, DPA

So liegt die Verzinsung des Papiers mit 5,625 Prozent pro Jahr nach Angaben vom Mittwoch am oberen Rand der vorher angepeilten Bandbreite. Damit fallen die jährlichen Zinsausgaben für diesen Teil der Monsanto-Übernahme mit 225 Millionen Euro rund 20 Millionen Euro höher aus als im günstigsten Fall erhofft.

Bei der Wandlungsprämie, die den Preis des festverzinslichen Papiers in Aktien des Unternehmens festlegt, musste Bayer an für das Unternehmen ungünstige untere Ende der anvisierten Schwankungsbreite gehen. Die Spanne des Wandlungspreises wurde auf 90 Euro bis 108 Euro festgelegt. Damit liege die maximale Wandlungsprämie bei 20 Prozent über dem Referenzpreis von 90 Euro, hieß es. Anvisiert hatte Bayer eine Prämie von 20 bis 25 Prozent. Bei dieser Kennziffer ist ein höherer Wert für das Unternehmen besser, da es bei der Wandlung dann weniger Aktien zum Umtausch anbieten muss.

Umgekehrt bedeutet es für die Investoren, dass der Kurs der Bayer-Aktie nicht so stark steigen muss, damit sich die Wandlung für sie rentiert. Die untere Spanne des Wandlungspreises liegt sogar unter dem aktuellen Kurs der Bayer-Anteile von 94,78 Euro.

Noch ist unklar, wie viele neue Anteile Bayer ausgeben muss

Fotostrecke

Bayer schluckt Monsanto: Was bei dem Deal jetzt noch schiefgehen kann

Foto: Reuters, AFP

Die am Anfang der Woche angekündigte Pflichtwandelanleihe hat eine Laufzeit bis zum 22. November 2019. Die Anleihebedingungen räumen sowohl den Käufern des Papiers sowie Bayer aber Wandlungsrechte vor dem Fälligkeitszeitpunkt ein.

Wie viele neue Anteile die Leverkusener ausgeben müssen, ist noch offen und hängt davon ab, wie sich die Aktie bis zur Wandlung entwickelt. Je stärker der Kurs steigt, desto günstiger ist es für den Konzern, da dann um so weniger Aktien ausgegeben werden müssen. Bayer profitiert dabei von Kurssteigerungen bis zu 108 Euro - dem bei der Emission festgelegten maximalen Wandlungskurs. Sollte die Aktie stärker steigen, würden die Investoren der Anleihe profitieren. Diese tragen allerdings auch das Risiko von Kursen unterhalb von 90 Euro - dem minimalen Wandlungskurs. Bei Kursen dazwischen teilen sich Bayer und die Anleihe-Zeichner Chancen und Risiken.

Bayer hatte sich Mitte September nach monatelangem Ringen mit Monsanto geeinigt. Die Kartellbehörden müssen die 66 Milliarden Dollar schwere Übernahme noch genehmigen. Die Monsanto-Aktionäre sollen bereits am 13. Dezember abstimmen.

dpa
Mehr lesen über