Donnerstag, 22. August 2019

Gewinn steigt um ein Viertel, Umsatz stagniert fast Zahl der Glyphosat-Klagen gegen Bayer steigt rasant

Auch wenn sich der Betriebsgewinn wegen der Monsanto-Übernahme zuletzt deutlich erhöht hat, bleiben Schadenersatzprozesse wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter für Bayer ein großes Risiko

Die Zahl der Klagen in den USA gegen den Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter ist weiter kräftig gestiegen. Bis zum 11. Juli seien Klagen von rund 18.400 Klägern zugestellt worden, teilte Bayer am Dienstag bei Vorlage des Quartalsberichts mit. Das sind rund 5000 mehr als im April. Die Klagezahl war seit August 2018 nach oben geschnellt, nachdem ein Geschworenen-Gericht einem Krebspatienten hohen Schadensersatz zugesprochen hatte.

Bayer musste bereits drei Prozessniederlagen in den USA hinnehmen. Die Richter reduzierten zwar die von Geschworenen geforderten Strafen deutlich, der im Raum stehende Schadenersatz liegt aber immer noch im teils hohen zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich.

Bayer Börsen-Chart zeigen verweist unter Berufung auf zahlreiche wissenschaftliche Studien weiterhin auf die Sicherheit von Glyphosat bei richtiger Anwendung und geht in allen drei Fällen in Berufung. Das Kalkül dahinter ist, dass die Berufsrichter die Sache in der nächsten Instanz anders einschätzen könnten als die Geschworenen.


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Operativ hatte Bayer im zweiten mit Schwierigkeiten im Agrargeschäft und Wetterextremen zu kämpfen. Der Ausblick für das laufende Jahr sei deshalb zunehmend ambitioniert, teilte der Konzern weiter mit. Noch rechnet Bayer für 2019 aber mit einem währungs- und portfoliobereinigten Umsatzplus von etwa vier Prozent auf rund 46 Milliarden Euro und einem Anstieg des bereinigten Betriebsgewinns auf rund 12,2 Milliarden.

Gewinn steigt um ein Viertel, Umsatz stagniert fast

Im zweiten Quartal bekam Bayer in seinem Agrargeschäft, das durch die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto im vergangenen Jahr deutlich ausgebaut worden war, extreme Wetterbedingungen zu spüren. Belastend wirkten sich die Überschwemmungen und starke Regenfälle im Mittleren Westen der USA sowie Trockenheit in weiten Teilen Europas und in Kanada aus.

Kräftige Zuwächse verbuchte Bayer dagegen im Pharmageschäft. Insgesamt erhöhte sich der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) um rund ein Viertel auf 2,927 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg währungs- und portfoliobereinigt um knapp 1 Prozent auf 11,485 Milliarden.

Während der Umsatz leicht unter der durchschnittlichen Analystenschätzung blieb, lag das operative Ergebnis einen Tick darüber.

rei/dpa/Reuters

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