Spionage-Verdacht BASF-Mitarbeiter wollten angeblich Interna nach China verkaufen

Der Chemiekonzern BASF geht dem Verdacht interner Spionage nach. Mitarbeitern in Taiwan wird zur Last gelegt, dass sie Informationen an einen Konkurrenten in China weitergeben wollten.
BASF-Flaggen

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Foto: Ina Fassbender/REUTERS

In Taiwan ermitteln die Behörden gegen einen Mitarbeiter von BASF und fünf ehemalige Beschäftigte des Konzerns. Sie sollen versucht haben, Geschäftsgeheimnisse an einen Wettbewerber in China zu verkaufen. Die Gruppe habe mutmaßlich geplant, Informationen über "kritische Technologie und Fertigungsprozesse" zu veräußern, teilte das Büro für strafrechtliche Ermittlungen (CIB) mit.

Die Gruppe sei allerdings entdeckt worden, bevor sie die sensibelsten Daten habe verkaufen können, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf mit den Ermittlungen vertrauten Kreisen. Die Beschuldigten planten demnach, die Daten an die Firma Jiangyin Jianghua Microelectronics Materials in der chinesischen Provinz Jiangsu zu verkaufen, von der sie bereits 1,3 Millionen Dollar erhalten hätten.

Vor einigen Monaten war bereits der BASF-Konkurrent Lanxess der Nachrichtenagentur Reuters zufolge von Industriespionage betroffen . Die Spur führte demnach nach China. Ausländische Unternehmen werfen der Volksrepublik immer wieder Ideenklau und Industriespionage vor.

Fünf Verdächtige wurden festgenommen

Im aktuellen Fall bestätigte BASF Taiwan, dass gegen einen Beschäftigten wegen der mutmaßlichen Verletzung geistigen Eigentums ermittelt werde. Es seien sofort Schritte unternommen worden, um die Arbeit der Behörden zu unterstützen und die relevanten Informationen zu schützen. Der Mitarbeiter wurde demnach beurlaubt.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters wurden fünf der Verdächtigen festgenommen, ein sechster sei gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt worden. Einer der Verdächtigen sei ein ranghoher Manager. Er stehe im Verdacht, sensible Informationen zu Produktion und Technologie für viel Geld an einen chinesischen Konkurrenten weitergereicht zu haben.

BASF machte zur Höhe des möglichen Schadens keine Angaben. Der Konzern teilte mit, er setze auf den Schutz geistigen Eigentums und sichere auch sein Wissen für die Errichtung von Produktionsanlagen.

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