Nach starkem Quartal BASF erhöht erneut die Prognose

Die Nachfrage nach Chemikalien hat sich mit dem Abflauen der Corona-Krise deutlich erhöht. Doch auch BASF-Chef Martin Brudermüller kämpft mit Lieferengpässen und steigenden Energiepreisen.
Konzernchef Martin Brudermüller: "Höhere Energiepreise, fehlende Rohstoffe und Transportkapazitäten fordern BASF heraus

Konzernchef Martin Brudermüller: "Höhere Energiepreise, fehlende Rohstoffe und Transportkapazitäten fordern BASF heraus

Foto: Uwe Anspach/dpa

Die Geschäfte des weltgrößten Chemiekonzerns BASF laufen dank einer guten Nachfrage und höheren Preisen weiter rund. Für das Gesamtjahr wird das Unternehmen deshalb erneut optimistischer. Für 2021 erwartet BASF nun Umsätze von 76 bis 78 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Ludwigshafen mitteilte. BASF hatte in diesem Jahr schon mehrmals die Prognosen erhöht und zuletzt einen Umsatzanstieg auf 74 bis 77 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, nach 59,1 Milliarden Euro im Vorjahr.

Auch auf der Ergebnisseite wird das Unternehmen zuversichtlicher. Der operative Gewinn vor Steuern, Zinsen (Ebit) und Sondereinflüssen soll nun 7,5 bis 8,0 Milliarden Euro erreichen. Zuvor wurden 7,0 bis 7,5 Milliarden Euro angestrebt. Die Aktie  lag zuletzt rund 1 Prozent im Minus.

"Insgesamt erwarten wir eine solide Nachfrage in den verschiedenen Geschäften bis zum Jahresende und auch darüber hinaus", sagte Konzernchef Martin Brudermüller (60). Es gebe auch einen Nachholeffekt aus der Pandemiezeit. Bei vielen Geschäften sei die Nachfrage höher als die Verfügbarkeit. Dadurch stiegen auch die Preise. Allerdings forderten höhere Energiepreise, fehlende Rohstoffe und Transportkapazitäten BASF wie auch andere Unternehmen heraus.

Brudermüller geht davon aus, dass im vierten Quartal Lieferengpässe die weltwirtschaftliche Erholung weiterhin beeinträchtigen werden. Die Chemiebranche und mit ihr Branchenprimus BASF gelten als wichtiger Konjunkturindikator, da ihre Produkte in allen großen Industriezweigen benötigt werden.

Umsatz um 42 Prozent gestiegen

Konzernweit legte der Umsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Corona-gebeutelten Vorjahreszeitraum um 42 Prozent auf rund 19,7 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen stieg auf knapp 1,9 Milliarden Euro nach 581 Millionen Euro im Vorjahr.

Dazu trugen vor allem die Geschäfte mit Basischemikalien (Chemicals) und Kunststoffen (Materials) bei. Diese hätten sich ähnlich stark wie im Vorquartal entwickelt, sagte der BASF-Chef. In den Downstream-Geschäften habe BASF die weiter steigenden Rohstoff-, Energie- und Frachtkosten nur teilweise mit Preiserhöhungen ausgleichen können. Zum Downstream-Geschäft zählt etwa der Bereich Nutrition & Care, der Nahrungs- und Futtermittelhersteller sowie die Pharma-, Kosmetik-, Wasch- und Reinigungsmittelindustrie beliefert.

Die automobilbezogenen Geschäfte der BASF wurden im Quartal durch eine gedrosselte Kfz-Produktion aufgrund des Halbleitermangels negativ beeinflusst, wie der BASF-Chef erläuterte. Davon war besonders das Segment Surface Technologies betroffen, das etwa Autolacke und Katalysatoren anbietet. Die Produktionskürzungen aufgrund von Mangel an Halbleitern beträfen vor allem Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren und nicht die Elektrofahrzeuge, fügte Brudermüller hinzu.

Im Geschäft mit Saatgut und Unkrautvernichtern fiel das Ergebnis trotz höherer Umsätze wegen deutlich höherer Fixkosten, gestiegener Rohstoffpreise und Logistikkosten negativ aus. Unter dem Strich wies BASF einen Gewinn von 1,25 Milliarden Euro aus. Im Vorjahr hatte hier noch wegen Abschreibungen ein Verlust von gut 2,1 Milliarden Euro gestanden.

mg/dpa-afx, Reuters
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