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Tochter Wintershall Dea Die heikle Russland-Connection von BASF

Milliardenabschreibung wegen Nord Stream 2, Partnerfirmen mit Gazprom, Vorräte in Sibirien, ein Oligarch hinter dem Miteigner – die Öl- und Gastochter wird für den Chemieriesen und dessen Chef zum Problem. Ein Börsengang rückt in weite Ferne.
aus manager magazin 4/2022
Sicherer Stand: Der Vertrag von BASF-Chef Martin Brudermüller wird voraussichtlich verlängert. Mehr denn je braucht es starke Führung.

Sicherer Stand: Der Vertrag von BASF-Chef Martin Brudermüller wird voraussichtlich verlängert. Mehr denn je braucht es starke Führung.

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Jann Höfer

Die Taskforce trifft sich Mitte März jeden Morgen für eine dreiviertel bis eine Stunde. Juristen, Personaler, Kommunikatoren und Gasdispatcher, der Vorstand um Wintershall-Dea-CEO Mario Mehren (51) ist selbstredend auch dabei. Die Nachrichten sind katastrophal für die größte deutsche Gas- und Ölfirma, die mehrheitlich (72,7 Prozent) dem Chemiekonzern BASF gehört und 2021 knapp acht Milliarden Euro umsetzte. Die Folgen des Ukraine-Kriegs haben die Geschäftspläne zusammenkrachen lassen. Wintershall Dea wird für BASF zur Last.

Eine billige Lösung ist nicht zu erwarten. Mehren schreibt die Finanzierung der trockengelegten Ostseepipeline Nord Stream 2 ab (rund eine Milliarde Euro) und stoppt neue Explorationsprojekte. Aber in den drei Gemeinschaftsfirmen mit Gazprom wird weiter gebohrt und gefördert.

Die Agentur Moody's bestätigte zwar das Rating, setzte Wintershall Dea aber auf die negative Beobachtungsliste. J.-P.-Morgan-Analysten eliminierten das wackelige Russland-Geschäft und rechneten den BASF-Anteil auf 2,5 Milliarden Euro herunter. Ende 2021 hatte die Mutter noch einen Buchwert von rund 9,6 Milliarden bilanziert. Der anvisierte Börsengang rückt in weite Ferne.

Unter BASF-Aufsehern macht sich Zerknirschung breit. "Jetzt wird es in der Tat schwierig", sagt Kontrolleur Michael Vassiliadis (58), Chef der IG BCE, "unter den neuen politischen Realitäten" sei eine Lösung "nicht in Sicht" . Zumal der Minderheitsaktionär, die Luxemburger Investmentfirma Letter One, zum Einflussbereich des russisch-israelischen Oligarchen Michail Fridman (57) zählt; dessen Truppe ist wegen EU-Sanktionen in der Defensive. Bei Letter One gaben Fridman und sein Kompagnon Petr Aven (67) ihre Ämter ab, die Anteile wurden eingefroren. Fridman, in der Ukraine geboren, fühlt sich ungerecht behandelt; er sei nicht "einer von Putins engsten Oligarchen", wie die EU behaupte. Er will juristisch gegen die Sanktionen vorgehen.

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