Sparprogramm BASF will auch Kosten in Forschung und Entwicklung einsparen

Das Sparprogramm von BASF betrifft auch den Bereich Forschung und Entwicklung des Chemieriesen. Der Konzern ordnet seine Forschungsaktivitäten neu, will sie aber aber nicht aus Europa verlagern, betont die Vorständin Melanie Maas-Brunner.
Sparkurs: BASF-Vorständin Melanie Maas-Brunner kündigte an, auch bei Forschung und Entwicklung die Kosten zu drücken

Sparkurs: BASF-Vorständin Melanie Maas-Brunner kündigte an, auch bei Forschung und Entwicklung die Kosten zu drücken

Foto: Andreas Pohlmann

Der Chemiekonzern BASF prüft bei seinen geplanten Sparmaßnahmen auch Forschung und Entwicklung. Der Bereich sei ebenfalls von dem Sparprogramm in Europa betroffen, sagte Vorstandsmitglied Melanie Maas-Brunner (53) am Donnerstag auf einer Forschungspressekonferenz in Ludwigshafen. Innovation sei aber das wichtigste Element, das den Weg des Konzerns in die Zukunft ebne. Forschung und Entwicklung gehörten zu den Hauptsäulen - da müsse BASF Geld ausgeben.

"Wir werden uns an ein paar Stellen fokussieren, werden andere Sachen aber extrem stark weiter betreiben", erläuterte sie. Mit dieser Balance werde das Unternehmen auch seine Zukunft sichern. Anders gehe es in der Chemieindustrie auch nicht. BASF ist gerade dabei, seine Forschungsaktivitäten neu zu ordnen. Die Aktie  des Dax-Konzerns knickte am Donnerstag um mehr als 1 Prozent ein.

Sparkurs soll Kosten um 500 Millionen senken

Wegen verschlechterter Geschäfte und schwierigerer Rahmenbedingungen in Europa legte die BASF-Führung jüngst ein Sparprogramm auf, das 2023 bis 2024 umgesetzt werden soll. Die Kürzungen sollen die jährlichen Kosten außerhalb der Produktion um 500 Millionen Euro senken. Mehr als die Hälfte der Einsparungen will der Vorstand am Standort Ludwigshafen realisieren, wo BASF rund 39.000 seiner weltweit etwa 111.000 Mitarbeiter beschäftigt. Sowohl Unternehmens-, Service- und Forschungsbereiche als auch die Konzernzentrale sollen gestrafft werden, hieß es. Dabei schließt das Unternehmen Stellenstreichungen nicht aus.

F&E soll trotz hohe Gaspreise in Europa bleiben

Derweil betonte Maas-Brunner, dass BASF seine Aktivitäten in der Forschung und Entwicklung aus Europa nicht verlagern, sondern dort wettbewerbsfähig bleiben wolle. "Wir haben natürlich Probleme mit den hohen Gaspreisen in Deutschland, aber wir haben ein ausgewogenes Verhältnis, wie wir Geschäfte machen", sagte sie. Der Firmensitz Ludwigshafen sei das Herzstück des F&E-Komplexes. Es sei aber auch wichtig, dass das Unternehmen das Netzwerk in Asien-Pazifik und in den USA ausbaue. "Wir bauen Produktions- und Forschungsanlagen weltweit auf, wo unsere Kunden sind, damit wir diese so gut wie möglich bedienen können", fügte sie hinzu.

BASF-Chef Martin Brudermüller (61) richtet den Blick nach China. Im Reich der Mitte baut der Chemieriese derzeit ein Megawerk  - trotz massiver Proteste aus den eigenen Reihen. Ohne die Erträge aus dem Fernen Osten, werde die Transformation zum klimaneutralen Unternehmen nicht gelingen, rechtfertigte Brudermüller die Investitionen in China .

Im laufenden Jahr seien Investitionen von 2,2 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung geplant, sagte Maas-Brunner. Ähnlich viel sollen es im kommenden Jahr werden. 2021 hatte BASF in den Bereich rund 2,2 Milliarden Euro gesteckt.

dri/dpa-afxp
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