Spezialchemiefirma verkauft BASF bekommt Milliarden für Beteiligung Solenis

Der Chemiekonzern BASF steigt aus seiner Beteiligung Solenis aus. Die Private-Equity-Firma von Milliardär Tom Gores will das Unternehmen mit seinem eigenen Geschäft zur Wasserbehandlung zusammenlegen.
Füllt die Kasse: BASF-Chef Martin Brudermüller

Füllt die Kasse: BASF-Chef Martin Brudermüller

Foto: Uwe Anspach/dpa

BASF trennt sich von seiner Beteiligung an dem Spezialchemieunternehmen Solenis. Die US-Firma wird an die Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity verkauft, wie BASF am Dienstag mitteilte. Solenis wird dabei mit 5,25 Milliarden Dollar bewertet, inklusive seiner Schulden von 2,5 Milliarden Dollar. BASF hält 49 Prozent an dem Unternehmen, 51 Prozent der Anteile gehören dem amerikanischen Investor Clayton, Dubilier & Rice sowie dem Solenis-Management. Den Abschluss der Transaktion erwarten die bisherigen Eigner noch vor Jahresende. Anfang Juni gab es bereits erste Gerüchte über einen möglichen Verkauf der Beteiligung.

BASF hatte 2019 sein Geschäft mit Wasser- und Papierchemikalien in Solenis eingebracht. Finanzielle Details der Transaktion waren damals nicht bekannt gegeben worden. Mit dem Verkauf der Anteile beenden BASF und Clayton, Dubilier & Rice ihr Investment in das Unternehmen vollständig. Bestehende mittel- bis langfristige Lieferverträge und Geschäftsbeziehungen zwischen BASF und Solenis bleiben davon unberührt.

Platinum Equity wird von dem Milliardär Tom Gores (56) geführt. Die Private-Equity-Firma will Solenis mit dem Wettbewerber Sigura zusammenlegen, der ihr bereits gehört. Gemeinsam könne man die Produktion von Chemikalien zur Wasserbehandlung etwa für die Lebensmittelverpackungs- oder die Papierindustrie in Zeiten steigender Nachfrage besser ausbauen, erklärte Platinum. Vom gemeinsamen Unternehmen, an dessen Spitze Solenis-Chef John Panichella stehen soll, erwarte man einen Jahresumsatz von 3,5 Milliarden Dollar.

Solenis beschäftigt mehr als 5200 Mitarbeiter und kommt auf einen Jahresumsatz von rund drei Milliarden Dollar. Das Unternehmen hat 41 Produktionsstandorte weltweit. Neben dem Hauptsitz Wilmington (US-Staat Delaware) betreibt das Unternehmen auch ein Forschungszentrum in Krefeld. Zu den Wettbewerbern zählen die französische Firma SNF, Kemira und die zu Ecolab gehörende Sparte Nalco.

Die Trennung von der Beteiligung passt zur Strategie des seit Mai 2018 amtierenden Konzernchefs Martin Brudermüller (60). Er hatte zu seinem Amtsantritt gesagt, dass er den Konzern "evolutionär" weiterentwickeln will. Dazu gehört, dass sich der Konzern von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Bereichen trennt.

ak/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.