Chemiekonzern schreibt Milliarden ab Brutale Bilanz von BASF-Chef Martin Brudermüller

Auto- und Luftfahrtindustrie als Großkunden - nicht die beste Position in der Corona-Krise. BASF schreibt Bilanzwerte von 2,8 Milliarden Euro ab. Immerhin gibt der Chemieriese wieder eine Prognose fürs laufende Geschäft.
BASF-Chef Martin Brudermüller auf dem Tag der Deutschen Industrie in Berlin am 5. Oktober

BASF-Chef Martin Brudermüller auf dem Tag der Deutschen Industrie in Berlin am 5. Oktober

Foto: JOHN MACDOUGALL / AFP

Der Chemiekonzern BASF hat wegen Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten tiefrote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich fuhr der Konzern im dritten Quartal einen Verlust von 2,12 Milliarden Euro ein, nach einem Gewinn von 911 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie BASF am Freitag mitteilte.

Wegen eines Nachfragerückgangs aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie und des Wettbewerbsdrucks bei Basischemikalien habe man die Werte in der Bilanz um 2,8 Milliarden Euro nach unten korrigieren müssen. Daneben wurden auch in der Agrarchemie Werte "zur Straffung der Produktionsstruktur" berichtigt.

Den negativen Effekt herausgerechnet dürfte aber ein operativer Gewinn von 581 Millionen Euro erzielt worden sein, und damit mehr als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten. Die Anleger reagierten zunächst aber vor allem auf die hohen Abschreibungen: Der Aktienkurs  fiel um mehr als 2 Prozent.

Auf den Rest des Jahres blickt der Dax-Konzern derweil recht zuversichtlich. Das Ebit vor Sondereinflüssen dürfte sich im Schlussquartal im Vergleich zum dritten Jahresviertel verbessern. Daher traut sich BASF nun auch wieder einen Jahresausblick zu.

Der Umsatz dürfte wegen der Folgen der Corona-Pandemie auf 57 bis 58 Milliarden Euro fallen, nach 59,3 Milliarden im Vorjahr. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen dürfte sich auf 3 bis 3,3 Milliarden Euro belaufen. Hier waren es 2019 noch 4,6 Milliarden gewesen. Dabei sollen Sparmaßnahmen den anhaltenden Margendruck insbesondere bei Basischemikalien ausgleichen.

Im dritten Quartal sanken die Erlöse um 5 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro, wofür BASF negative Währungseffekte verantwortlich machte.

ak/reuters/dpa-afx
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