Samstag, 21. September 2019

Nach Einstieg von KKR Streicht Axel Springer "Bild" und "Welt" zusammen?

Droht Personalabbau? Axel Springer-Chef Mathias Döpfner vor schwierigen Entscheidungen

Das Medienhaus Axel Springer will "weiter und größer " denken. Von wegweisenden Wochen für Axel Springer sprach der Vorstandsvorsitzende Matthias Döpfner kürzlich. Solle sich dies bewahrheiten, könnten auf für die beiden Zeitungen "Bild" und "Welt" spürbare Veränderungen zukommen.

Denn seitdem der Einstieg der US-Investmentfirma KKR bei dem Verlagshaus besiegelt ist, dürfte der Druck weiter wachsen, Geschäftsbereiche auf Rendite zu trimmen. Schon bei ProSiebenSat1 hatte KKR einen rigiden Sparkurs durchgesetzt.

Wie die "Berliner Morgenpost" nun berichtet, könnten sich Befürchtungen seitens der Gewerkschaften bestätigen, dass ein umfassender Stellenabbau drohe. Wie die Zeitung berichtet, erwäge das Medienhaus bei der "Bild"-Zeitung eine Verkleinerung der Redaktion von 20 Prozent. Noch gravierender könnten Einschnitte bei der "Welt" ausfallen. Spekulationen zufolge werde der Wegfall der Werktagsausgaben der gedruckten Zeitung diskutiert. Laut "Berliner Morgenpost" sei letzteres aber eher unwahrscheinlich, da Döpfner dem Blatt gerade eine Bestandsgarantie gegeben habe.

Gegenüber manager-magazin.de kommentiert ein Sprecher des Verlagshauses, es werde intensiv an den Zukunftsstrategien für "Bild" und "Welt" gearbeitet. Diese beinhalteten Investitionen in Wachstumsfelder und gleichzeitig Umbau- und Kostenmaßnahmen in Bereichen, die nicht mehr wachsen. "Wir sind froh, dass wir jetzt noch entschlossener die Zukunft unserer journalistischen Marken gestalten können, " sagt er weiter. Details und konkrete Maßnahmen dazu würden aber erst erarbeitet und seien noch nicht beschlossen oder spruchreif. Der Sprecher dementiert zudem, dass eine Schließung redaktioneller Außenbüros bei "Bild" Teil von Überlegungen sei. Auch sei die "Welt" inklusive der Printausgabe fester Bestandteil der Zukunftsstrategie.


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Dem Bericht zufolge soll bereits vor dem Einstieg von KKR über möglichen Personalabbau nachgedacht worden sein. Die US-Amerikaner hätten ganz eigene Vorstellungen, heißt es. Auf jeden Fall dürften sich etwaige Streichprogramme nun besser durchsetzen lassen, zudem keine Rücksicht mehr auf die Börse genommen werden müsse.

Frühestens Ende September, voraussichtlich im Herbst soll dem Bericht zufolge der Vorstand entsprechende Pläne entscheiden, berichtet die Zeitung unter Bezug auf mehrere ungenannte Quellen.

akn

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