Folgen unklar Cyber-Angriff auf Kupferkonzern Aurubis

Europas größte Kupferhütte Aurubis ist zum Ziel eines Hacker-Angriffs geworden. Die IT- Systeme wurden daraufhin präventiv heruntergefahren und vom Internet getrennt.
"Gefährdungslage hoch wie nie": Zunahme von Angriffen auf die Cyber-Infrastruktur

"Gefährdungslage hoch wie nie": Zunahme von Angriffen auf die Cyber-Infrastruktur

Foto: Oliver Berg/ dpa

Erneut ist ein deutsches Unternehmen Opfer eines Hackerangriffs geworden. In der Nacht hätten Hacker die IT-Systeme des Aurubis-Konzerns angegriffen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Systeme seien daraufhin präventiv heruntergefahren und vom Internet getrennt worden. Die IT-Systeme und der Umfang der Auswirkungen würden nun überprüft.

Die Produktion sei jedoch weitgehend aufrechterhalten worden. Der Umfang der Auswirkungen im Konzern werde untersucht. Aurubis arbeite eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen. Die Aktie von Aurubis notierte nach der Mitteilung zeitweise mehr als 3 Prozent im Minus.

Der 1866 als Norddeutsche Affinerie gegründete Konzern stellt Kupfer und Metalle her und gehört zu den besonders energieintensiven Industriebetrieben. Aurubis beschäftigt an mehreren Standorten in Deutschland, Europa und den USA rund 6900 Mitarbeiter. Hauptsitz ist Hamburg.

Cyberangriffe auf Unternehmen in Deutschland haben keinen Seltenheitswert. So haben etwa der größte deutsche Stahlkonzern Thyssenkrupp oder der Energieriese Eon bereits über Hackerangriffe berichtet. Vor dem Hintergrund der Invasion Russlands in der Ukraine und der folgenden Sanktionen des Westens sind die Sicherheitskräfte alarmiert. Es gebe eine deutliche Zunahme von Angriffen auf die Cyber-Infrastruktur. Die Gefährdungslage sei "hoch wie nie", warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Aurubis für Stopp russischer Rohstofflieferungen

Erst kürzlich hatte sich Aurubis für einen Stopp russischer Rohstofflieferungen an die Londoner Metallbörse LME eingesetzt. Der Bezug von Metallen wie Aluminium, Kupfer und Nickel aus Russland müsse durch die LME beendet werden, so Konzernchef Roland Harings am Dienstag dieser Woche am Rande einer Veranstaltung in London.

Harings beobachte, dass die Kunden kein Interesse an Metallen aus Russland hätten, auch wenn diese nicht von Sanktionen der EU betroffen seien. In der Branche gebe es Bedenken, dass die LME-Läger überfüllt würden, wenn die Lieferungen nicht eingeschränkt würden. Dadurch könnte das Preisfindungssystem der Metallbörse verfälscht werden.

hr/dpa, reuters
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