Auftragseingänge Oktober Maschinenbauer überwinden Flaute

Die Auftragsbücher der deutschen Maschinenbauer sind nach der Sommerflaute wieder gut gefüllt. "Die deutsche Wirtschaft ist offenbar robuster als erwartet", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Auf Jahressicht fällt das Plus aber gering aus.
Windrad-Nabe: "Eine Stabilisierung ist noch kein Aufschwung", warnt der VDMA

Windrad-Nabe: "Eine Stabilisierung ist noch kein Aufschwung", warnt der VDMA

Foto: JOERG SARBACH/ AP

Frankfurt am Main - Die deutschen Maschinenbauer haben das Sommerloch überwunden. Im Oktober lag der Auftragseingang in den Betrieben der Schlüsselindustrie um 7 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte. Das Inlandsgeschäft stieg um 1 Prozent, das Auslandsgeschäft lag um 9 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Das kräftige Plus im Auslandsgeschäft sei sowohl den Kunden im Euro-Raum als auch aus aller Welt zu verdanken.

VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers sprach von einem erfreulichen Zuwachs beim Bestelleingang, warnte aber gleichzeitig vor Übermut: "Eine Stabilisierung ist noch kein Aufschwung."

Da schon der September gut verlaufen war, stieg der Bestelleingang in dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich August bis Oktober im Vorjahresvergleich jedoch um 7 Prozent. Die Inlandsaufträge lagen bei plus 3 Prozent, die Auslandsaufträge bei plus 8 Prozent.

Russland-Geschäft schrumpft

"Die deutsche Wirtschaft ist offenbar robuster als noch vor wenigen Wochen erwartet", sagte Wiechers. Nach den teilweise katastrophalen Augustzahlen habe der September eine Korrektur gebracht. Damit konnte der Maschinenbau die Produktion im dritten Quartal um knapp 3 Prozent zum Vorjahr ausbauen, von Januar bis September bleibt wie erwartet ein Plus von knapp 1 Prozent. Im kommenden Jahr erwartet der Verband ein reales Wachstum der Produktion um 2 Prozent.

Die Bestellungen aus dem Ausland ziehen bereits seit mehreren Monaten an. Das wirke sich auch positiv auf den Export aus, sagte Wiechers: "Unser wichtigster Markt China ist wieder auf der Habenseite." Noch seien die Wachstumsraten moderat, angesichts des großen Volumens mache sich aber auch das kleine Plus bemerkbar. Auch die Ausfuhren in die USA und wichtige Euro-Nachbarländer seien gestiegen.

Hingegen schrumpfte das Russland-Geschäft in Folge der Ukraine-Krise und der EU-Sanktionen in den ersten neun Monaten 2014 um 16 Prozent, auch das Brasiliengeschäft verlaufe schwach. Insgesamt sei die Exportbilanz nun ausgeglichen - für die Zeit von Januar bis August hatte der VDMA noch ein Minus von 1 Prozent vermeldet.

ts/dpa-afx
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