AstraZeneca und Johnson & Johnson Pharmakonzerne dürfen Corona-Impfstoffstudie fortsetzen

Für AstraZeneca und Johnson & Johnson geht das Rennen um den Corona-Impfstoff weiter: Beide Konzerne dürfen nach der Erkrankung jeweils eines ihrer Probanden ihre Studien in den USA fortsetzen.
Die Suche nach dem Impfstoff beschäftigt Wissenschaftler auf der ganzen Welt

Die Suche nach dem Impfstoff beschäftigt Wissenschaftler auf der ganzen Welt

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Nach einer fast siebenwöchigen Unterbrechung setzt der Pharmakonzern AstraZeneca seine klinischen Studien für einen mit der Universität Oxford entwickelten Corona-Impfstoff auch in den USA wieder fort. Die zuständige US-Behörde, die Arzneimittelbehörde FDA, hätte der Wiederaufnahme der Studie zugestimmt, teilte das britisch-schwedische Unternehmen mit. In den vergangenen Wochen war die klinische Prüfung auch in anderen Ländern, darunter Japan und Großbritannien, wieder aufgenommen worden. Die sei eine "tolle Nachricht", damit die Arbeit an dem Impfstoff weitergehen könne, "um uns zu helfen, diese schreckliche Pandemie zu besiegen", erklärte der Vorstandsvorsitzende Pascal Soriot (61).

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AstraZeneca hatte die klinische Studie für seinen Corona-Impfstoff am 6. September vorübergehend gestoppt, nachdem bei einem Teilnehmer aus Großbritannien gesundheitliche Probleme aufgetreten waren. Eine solche Unterbrechung ist bei klinischen Studien nicht ungewöhnlich, um genügend Zeit zu erlauben, um zu klären, ob der Impfstoff für die gesundheitlichen Probleme verantwortlich war. In Studien mit Zehntausenden Teilnehmern können Erkrankungen auch zufällig auftreten, unabhängig von der Impfung. Das Vakzin AZD1222 zählte zuletzt zu den aussichtsreichen Kandidaten unter den potenziellen Corona-Impfstoffen.

Auch der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hat die Wiederaufnahme seiner Tests eines potenziellen Coronavirus-Impfstoffs angekündigt. Die klinische Studie war vergangene Woche nach der Erkrankung eines Probanden ausgesetzt worden. Bei einer "gründlichen Auswertung" des Krankheitsfalls "konnte keine eindeutige Ursache festgestellt werden", teilte Johnson & Johnson mit. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass das Serum die Erkrankung verursacht habe. Nun soll die dritte und finale Testphase, in der der Wirkstoff an insgesamt 60.000 Menschen an 200 Orten in den USA, Lateinamerika und Südafrika erprobt wird, wieder anlaufen.

Rund um den Globus wird fieberhaft an Impfstoffen gegen das neuartige Virus geforscht, das große Teile der Welt im Griff hält. Insgesamt befinden sich zehn Impfstoffkandidaten in der letzten und besonders aufwendigen Testphase. In der klinischen Entwicklung sind andere Unternehmen wie die Mainzer BioNTech und ihr Partner Pfizer, der US-Konzern Moderna oder auch AstraZeneca schon weiter vorangeschritten als J&J, da sie ihre Studien früher starteten.

mg/dpa-afx/afp